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Mick_666
Guest
So ähnlich kannst Du es aber beschreiben. Die öffentliche Meinung ist doch so leicht zu steuern.Nur sollte man sich dann immer die Frage stellen, WARUM es grade ihn trifft!? ..... Ich glaube jedenfalls nicht, daß sich der Großteil der Zuschauer irgendwann einmal quasi per Losverfahren an der Bierbude getroffen hat, um zu ermitteln, wen man denn nun einfach mal wahllos auspfeift.
Da liegt das Problem. Ist es wirklich die "eigentliche Leistung"?....und die eigentliche Leistung AH´s hier nur noch am Rande von Bedeutung scheint. Denn DIE ist letztlich immer noch der entscheidenste Faktor und trägt zum restlichen Verhalten nicht minder bei.
Ich kann mich noch sehr gut an Spiele zu Beginn der letzten Saison erinnern, da hat AH sich von Spiel zu Spiel defensiv verbessert, was erstmal zu Lasten der (auffälligen!) Offensivleistung ging. Er hat gut gegen den Ball gearbeitet, wurde wichtiger Bestandteil der Truppe. Und dennoch hatte er schnell für einen hängenden Stürmer eine ordentliche Passquote, in den ersten drei Spielen die zweit- oder drittbeste im Team, hat die einfachen Bälle gespielt. Schlicht deshalb, um Sicherheit in seinem Spiel zu finden. Da wurde er hier beschimpft mit "Antifussballer", "Meister des Ballverlusts", "mittelmäßiger Zweitligaspieler" und was weiss ich noch alles. Diese Leute haben sich dann plötzlich die Augen gerieben, als er - auch für sie auffällig - auf Touren kam.
Exemplarisch auch das Heimspiel gegen St. Pauli in der Hinrunde. Da war Hunt praktisch an jeder Offensivaktion beteiligt, hat gekurbelt, ist die wichtigen Wege gegangen. Er hat nur am Ende der Aktion zu oft die falsche Entscheidung getroffen, einen Haken in die falsche Richtung, wo die Spielverlagerung oder der Flankenwechsel wichtiger gewesen wäre. Eine Drehung um die Achse, wo der kurze Pass möglich war. Und wurde gnadenlos ausgepfiffen. Hugo Almeida bspw., der ständig auf "der Leitung stand", bei schnellem, versuchten Direktspiel da vorne sowohl vom Kopf, als auch von der Ballbehandlung her quasi unbrauchbar war, den haben sie nach der unsinnigen roten Karte gefeiert. Denn er hatte drei Tore geschossen.
Der "entscheidenste Faktor" ist ganz gewiss nicht die "eigentliche Leistung". Sondern die Steuerung der öffentlichen Meinung. Es ist ja keine Frage, dass z. Bsp. AH irgendwann mal mit einer (zumindest vordergründig) phlegmatischen Spielweise dazu beigetragen hat. Aber draussen vor dem Spiel am Bierstand sagt dann Zuschauer 1 "Hunt ist scheiße", Zuschauer 2 sagt "stimmt" und Zuschauer 4 "genau, wusste ich schon immer". Das manifestiert sich dann im Laufe eines Spiels, wo eben genau auf diese Szenen geachtet wird, die mißlingen.
Ich meine, das weisst Du doch genau so gut wie ich. Wie viele Zuschauer sind denn imstande, eigene Beobachtungen mit eigenen Gedanken zu verknüpfen und dies über grundsätzliche Vorurteile zu stellen? Wie viele Zuschauer machen sich denn tatsächlich die Mühe, die Leistung eines Spielers im Gesamtkontext einer funktionierenden bzw. nicht funktionierenden Mannschaft zu bewerten?
Das ist doch nicht nur beim Fussball so. Wie viele Leute schimpfen vehement über Politik, ohne sich ernsthaft mit den Themen befasst zu haben, die sie anprangern?
Ich finde es da eher bezeichnend, dass Du auf die Beiträge von Rollrasen und Karlotto, die nun wirklich keine Leistung schönreden (hab`s mir noch ein paar Mal durchgelesen), sondern hoffen, dass er sich an "solchen Aktionen aufrichtet" sowie die Pfeiferei verurteilen, reflexartig mit der Klischee-Platte "Allerweltshereingabe", der "gehuldigt" wird, "Samthandschuhe" , "als Meuchelmörder gebrandmarkt zu werden, wenn man auf Fehler hinweist" usw. antwortest. Glaubst Du das selbst?
Nun gut, die Zustimmung ist Dir gewiss. Aus oben beschriebenen Gründen.

Seine Reaktion kann man sicher in gewisser Weise nachvollziehen, klug war sie dennoch nicht. Da gab und gibt es durchaus Spieler, die sich in solchen Situationen cleverer und professioneller verhielten, denn letztlich schadete diese Form der Maßregelung des Publikums nur ihm selbst, denn es ist bekanntlich immer etwas heikel in die Hand zu beißen, die einen letztlich nährt.
