Abgesehen davon, dass der Artikel aus der BILD stammt, und man ihn zunächst als Unterstellung werten muss, finde ich Allofs' Krisenmanagement prinzipiell nicht mehr korrekt. Die Politik der ruhigen Hand ist ja nur vorgetäuscht und die Trainerfrage künstlich unterm Deckel gehalten: Ob es mit Schaaf in Liga 2 weiter ginge, möchte Allofs nicht sagen. Statt dessen hält er nicht hinterm Berg damit, dass er und Schaaf sich gegenseitig bedingen und seine Doppelfunktion im Verein jeglichen Trainerwechsel nur über "seine Leiche" ermöglicht. Ein unschönes Machtspielchen mit Lemke und den anderen, die nun wie machtlose Schattenmänner wirken. Alles oder nichts. Sollte sich sportlich nichts bessern, steht ein großer Krach am Saisonende bevor. Die Frage wird dann sein, inwieweit Lemke & Co. auch auf Platz 16 oder 15 noch mit Schaaf (und Allofs) weiter machen wollen. Darauf lässt Allofs es ganz klar ankommen. Nur im Falle eines Abstiegs kann er auch für sich nicht mehr garantieren. Aber dann ist sowieso alles zu spät und die Arbeit bei Werder so unattraktiv geworden, dass er vielleicht ohnehin keinen Bock hätte, zu bleiben. Insgesamt zeigt das Geplänkel, dass es Allofs eben nicht mehr um den Verein geht, sondern um Personalien, um Posten, um subjektive Prinzipien. Man kann auch sagen: Das Festhalten am Trainer ist eine "Basta!"-Politik im eigenen Interesse, ohne der sportlichen Entwicklung und damit dem Verein Priorität einzuräumen.