Ich weiß nicht was daran gut sein soll.
Dass er Schaaf als Verantwortlichen in die Pflicht nimmt ist ja legitim.
Aber seine Begründungen sind schon sehr einseitig und konstruiert. Schaaf soll nahezu allein verantwortlich sein, und den anderen Teil spricht er der Einkaufspolitik von Allofs zu. Die Spieler erhalten somit automatisch ein Alibi: wenn die taktischen Vorgaben nicht umgesetzt werden oder der Kampf verweigert wird: macht ja nix, der Trainer ist ja eh Schuld und wir werden in Watte gepackt. Also machen wir einfach so weiter.
Im nächsten Satz kommt schon der erste Widerspruch:
die Mannschaft sucht untereinander nicht das Gespräch, auch die Führungsspieler versuchen nicht, teamintern notwendige Impulse zu setzen. Gleichgültigkeit im Umgang miteinander, die sich auch auf dem Platz bemerkbar macht. Aha?! Also doch soetwas wie Verantwortung auf den Schultern der Spieler? Ja was denn jetzt?
Nächster Kritikpunkt von KNB:
auch von der sportlichen Leitung geht keine Initiative zur Führung von Krisengesprächen aus. Soso - schlecht recherchiert, oder waren die bisherigen Artikel über geführte Krisensitzungen einfach nur Enten? So eine nachweisliche Falschaussage sollte einem Journalisten eigentlich nicht unterlaufen.
Das einzige was ich an diesem Statement teile ist, dass man Schaaf nicht freisetzt, sondern eine Trennung - wenn überhaupt - von ihm selbst ausgeht. Allerdings glaube ich dann auch nicht, dass die Situation einfach nur öffentlich so hingedreht wird.
Dafür dass Schaaf nächste Saison nicht mehr Trainer bei Werder ist, fehlt mir einfach eine Begründung bzw. ein Hinweis, wie er auf diese Idee kommt. Das sollte als "Werder-Experte" nun wahrlich nicht schwer fallen...
Wenn dies seine Meinung ist, darf er sie natürlich gern äußern. Auch dass mit einem möglichen Weggang von Schaaf ein Umbruch bei der gesamten sportlichen Führung stattfindet - wenn es seine Einschätzung ist, bitte. Nur sind diese Mutmaßungen völlig unreflektiert in den Raum geworfen, ohne dass hier mögliche Anzeichen als Begründung aufgeführt werden.
Auch für den Verkauf von Mertesacker oder Wiese aufgrund der sportlichen Situation fehlt mir der Anlass, zumal von offizieller Seite immer betont wird dass es bei einer schlechten Saison keine Notwendigkeit für derartige Schritte gibt. Da gilt es m.E. doch zunächst, sich ggf. von Spielern mit auslaufenden Verträgen zu trennen (z.B. Jensen oder Pasanen) und hierfür junges, hungriges Spielermaterial zu verpflichten.
Auch hier fehlt mir eine Aussage, was ihn zu dieser Überzeugung veranlasst.
Niemand zwingt ihn zu diesen Begründungen, aber genau das ist für mich der Punkt, der dieses Interview eben
nicht zu einem wertvollen Beitrag macht. Schon gar nicht, wenn sich jemand "Werder-Experte" oder Journalist einer großen Zeitung nennen will. Da sollte in meinen Augen schon mehr zu erwarten sein - man stelle sich seine Worte in geschriebener Form vor: das hat eher was von einem Leserbrief eines frustrierten Fans als von einer fundierten Analyse.
Aber dass KNB gern versucht, seine Worst-Case-Szenarien in der breiten Masse durchzusetzen, ist ja wahrlich nichts neues. Alles andere ist ja auch schlecht für die Auflage
Fazit:
Sich gewählt ausdrücken können heißt nicht zwingend, dass auch gute Beiträge dabei herauskommen
