@ Mick_666: Sehr schöne, gut nachvollziehbare Analyse.
Die Frage sei dennoch erlaubt: Haben die Anforderungen Schaaf´s an die Mannschaft, die einzelnen Spieler überfordert? Denkt sich der Eine oder Andere aus dem Mannschaftskreis "Lass den mal labern, ich verstehe sowieso nichts davon, das ist eh ein Saftladen"?
Die Frage ist natürlich, ob die Mannschaft an dem Punkt, wo sie sich befindet, überhaupt noch erreichbar ist für einen, der über den Fußball in Vollendung philosophiert, im Grunde allerdings den Spielern erst noch das Ein-mal-Eins beibringen müsste - zumindest, was die Taktik angeht. Du sprichst selbst, von fußballerischen Grundtugenden - das beinhaltet für meine Begriffe, sowohl die Einsatz
bereitschaft, als auch das Grundrüstzeug, mit welchem im modernen Fußball gearbeitet wird. Das ist, abseits von der mangelhaften spielerischen Intelligenz, die in meinen Augen nur bedingt vermittelbar ist, elementar für jeden Profi und sollte dem so sein, dann ist die Lage noch viel schlimmer, als sie von Außen betrachtet schien.
Der Trainer hat nämlich von Außen, nur bedingt Einflussmöglichkeiten auf das Spielgeschehen und kann nicht in jeder Situation, 11 Profis sagen, wohin sie zu spielen und zu laufen haben. Da muss schon ein gut Stück weit Verantwortungsübernahme der selbsternannten Führungsspieler vorhanden sein - sonst bricht, wie vorgestern, der Laden komplett auseinander.
Du schreibst weiter selbst
Da das also alles überbezahlte, verwöhnte, unreife Burschen mit ungesunder Berufsauffassung sind, stellt sich die entscheidende Frage, WIE es ihnen beigebracht werden kann. Ich sehe mehrere Gründe, warum das Werder seit geraumer Zeit nicht mehr schafft.
Was die Kaderzusammenstellung betrifft, hatte ich schon vorher etwas geschrieben (Worum):
Man muss sich in der sportlichen Leitung fragen, ob das Konzept, immer mal wieder einen sogenannten "schwierigen Charakter" in die Mannschaft einführen zu wollen, da diese ein gutes Preis-Leistungsverhältnis haben (ich habe noch KA Aussage im Kopf "Werder sei auf solche Transfers angewiesen, in der Hoffnung, diese mögen irgendwann ihr Potenzial entwickeln"), nicht ein Eigentor war und mittlerweile diese Egomanen das Klima in der Mannschaft vergiftet haben. Man geht halt mit solchen Transfers ein gewisses Risiko. Und Risiko beinhaltet nun einmal, dass es gut gehen kann - aber auch nach hinten losgehen kann. Und genau das sehen wir jetzt. TS ist ein hervorragender Fachmann mit großartigen menschlichen Qualitäten, aus Quertreibern, teamtaugliche Spieler zu formen. Aber ist nun mal nicht unfehlbar in dieser Hinsicht und man hat sich dahingehend, vielleicht zu viele Problemzonen in den Kader geladen.
Wie gesagt: Möglicherweise sind es zu viele Baustellen, die man sich selbst eröffnet hat. Ohne diese problematischen Profis beim Namen nennen zu wollen: Es ist möglicherweise das Zusammenspiel vieler Charaktere, die den Brei verderben und es wäre auch hier der falsche Schritt, hier "den dafür Verantwortlichen" ausfindet machen zu wollen.
Dort sehe ich das größte Entwicklungspotential in der jetzt aktuellen Mannschaft. Hierarchie ist allerdings keine Ordnung, die ein Trainer durch bloße Anweisungen schaffen kann - die muss sich von alleine etablieren. Aber das setzt wieder Verantwortungsgefühl, sportliche und charakterliche Akzeptanz ggü. der Mannschaft und natürlich Führungsqualitäten voraus. Die Mannschaft scheint in dieser Hinsicht kopflos, denn auf den Kapitän hört schon lange kaum einer mehr. Möglicherweise auch das ein Grund, dass sich TF lieber in den Stadionkatakomben grämt, anstatt sich von den eigenen Fans auspfeifen zu lassen. Wenn man weiß, was für ein Typ Frings eigentlich ist, sagt das schon viel aus, über die Befindlichkeit der Mannschaft.