zu Punkt 1:Allofs hatte mal schlechtere Bedingungen hier,aber Werder hat (auch dank KA) sehr viel Geld eingenommen und andere Wirtschaftlich besser stehende Vereine überholt.
Aus diesem Vorsprung hat man nichts gemacht,darum sieht es heute wahrscheinlich ähnlich aus wie damals.
Ich frage mich gerade, was man hätte rausholen sollen - vielleicht kannst Du das ja nochmal genauer erörtern.
Ich sehe es auch so, dass der Stadionumbau irgendwann notwendig gewesen wäre, vor allem im Hinblick auf die marode Westkurve mit ihren sanitären Anlagen. Außerdem wird sich der Umbau durch die PV-Anlage, erhöhten Ticketpreise und die zusätzlichen Einnahmen aus dem VIP-Bereich in absehbarer Zeit amortisieren, so dass irgendwann Mehrerträge vorhanden sind, ohne dass dem ein hoher Kapitaldienst gegenüber steht.
Rein sportlich denke ich auch, dass eine komfortablere Situation geschaffen wurde als wir sie noch vor 6-7 Jahren vorgefunden haben. Ich behaupte mal, dass wir NICHT darauf angewiesen sind, sofort nach einem Misserfolg den Kader auszudünnen. Da sollte ein Polster geschaffen worden sein, mindestens 1 Jahr der Durststrecke überbrücken zu können ohne dass der Kader auseinanderfällt. Dass wir dennoch immer wieder namhafte Abgänge zu verzeichnen hatten, schiebe ich in erster Linie auf die Ambitionen der Spieler selbst, entweder richtig Kasse zu machen oder mal bei einem europäischen Topclub zu spielen. Dass uns diese Einnahmen geholfen haben steht außer Frage, aber ob wir sie wegen des Geldes forcieren würden, stelle ich mal in Frage.
Außerdem waren wir im Sommer in der Lage, nach einer Saison ohne Champions League gute Ablösesummen für Wesley und Arnautovic zu bezahlen. Die von uns gezahlten Ablösesummen wurden in den letzten Jahren höher, jetzt wurden schon 2 Leute mit nennenswerten Ablösesummen verpflichtet.
Wenn ich zum Vergleich an den Klose-Deal für 5 Mio zurückdenke und was das auch intern für eine Hängepartei war, dann muss ich sagen dass sich bis heute durchaus einiges getan hat.
Auch wenn man (bei fittem Kader) die Namen auf der Ersatzbank betrachtet und mit denen von 2004 vergleicht, denke ich schon dass sich die Breite des Kaders insgesamt durchaus verbessert hat, auch wenn in den letzten 2 Jahren einige hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind.
Wie gesagt - ich frage mich durchaus, was man in den letzten Jahren noch hätte erreichen sollen. Sich unter den ersten 8 in Europa zu etablieren, so wie es einige hier gefordert haben, halte ich für utopisch. Denn dann müssten man anfangen, zumindest in Einzelfällen Gehalter wie Barca, Arsenal, Inter, Real, ManU oder Bayern zu zahlen. Dann wäre man auf internationale Erfolge angewiesen und könnte bei Misserfolg noch einen viel steileren Abgang machen weil das Kartenhaus viel schneller zusammenfallen könnte.
zu Punkt 2 :Ich hätte Hugo bis ende der Saison behalten.Was wenn Pizarro nochmal länger ausfällt?
Werder steht schon schlecht da und dann noch unnötig den besten Torschützen der Hinrunde für lächerliche 2 Mios zu verhökern ist in meinen Augen fahrlässig.
KA hätte ja nicht unbedingt mit ihm verlängern müssen wenn die Gehaltsforderungen zu hoch sind,aber bis Saisonende an ihm festzuhalten wäre meiner Meinung nach richtig gewesen.
Mit 2 Mios in der Hand bekommst eh keinen vernünftigen Ersatz für Hugo.
Ich finde diese Handlungsweise von KA in der jetzigen Situation erschütternd.
Sehe ich grundsätzlich erstmal auch so.
Allerdings bleibe ich dabei, dass ich erst am 31.01.2011 ein abschließendes Urteil zu dieser Personalie treffen werde, wenn feststeht ob noch Neuzugänge präsentiert werden konnten..
Im übrigen weiß ich auch nicht was es abseits des Platzes noch für Begleitumstände gegeben hat und ob sie in der Rückrunde noch 100% bei Hugo zugelassen hätten. Aber das bleibt eh spekulativ, insofern sollte man das nicht weiter ausführen.
zu Punkt 3 :Ein Sturmersatz kann ja noch kommen ,aber ob der Werder auch sofort weiterhelfen kann bleibt abzuwarten.
Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen das KA einen fertigen Stürmer bekommt auf den Werder bauen könnte wenn sich Pizza verletzt.
Einen neuen Stürmer integrieren wenn Pizza ausfällt (das ist nicht unrealistisch), ist in dieser Situation nicht nur für Werder schwer sondern auch für den neuen Mister X.
Der neue Stürmer müsste dann sofort voll einschlagen .
Sollte er das nicht tun,und Werder verliert dann auch noch die Spiele.
Dann möchte ich nicht wissen was im Stadion los ist.
Weil es dann auf ihn einprasseln wird wie auf Wagner,Hunt,Silvestre usw.....
Das müsste er dann verkraften,aber ob er das kann steht auf einem anderen Blatt.
Auch wahr. Dieser Stürmer sollte idealerweise nicht erst im laufenden Spielbetrieb verpflichtet werden. Positiv ist schonmal, dass die Vorzeichen genau abgesteckt sind - nicht so wie im Sommer, wo man erst die sportliche Entwicklung abwarten muss weil man nicht weiß wieviel man genau ausgeben kann. KA weiß was geht und muss in diesem Rahmen was geeignetes finden.
Die Schwierigkeit ist, dass ein Verein i.d.R. keinen Anlass hat, einen integrierten, treffsicheren Stürmer in der Winterpause abzugeben - es sei denn, er hat Probleme oder der Vertrag läuft ohnehin im Sommer aus.
Fazit:Es hilft wahrscheinlich nur ein fertiger Stürmer der voll im Saft steht.
Den hat man mit Hugo aber leider für 2 Mios abgegeben.
Meine Meinung
Grundsätzlich kann ich die Abgabe eines Stürmers verstehen, der seit 4 Jahren zwischen Stammformation und Ersatzbank schwankt und sich nicht endgültig etabliert hat. Aus jetziger Sicht, wo noch kein Ersatz feststeht, wirkt dieser Transfer allerdings mehr als unglücklich, was das angeht kann ich Deine Aussage teilen.
Und sollte Hugo tatsächlich durch seine Einstellung Unruhe ins Team bringen (was ich natürlich nicht beurteilen kann), dann ist er eben das erste Opfer des "Kader durchleuchtens". Und dass man genau hinsieht und dabei eben nicht nur auf sportliche Qualität achtet, finde ich unabhängig von der Personalie Almeida absolut richtig. Denn ich habe schon oft gesagt, dass man bei einem Spieler durchaus mal qualitative Abstriche in Kauf nehmen kann, wenn man auf der anderen Seite genau weiß dass man einen absoluten Teamplayer verpflichten kann, mit dem man ein funktionierendes Gesamtgefüge aufbauen kann.
Das ist meiner Ansicht nach auch der Grund für den Doublegewinn 2004, wo beispielsweise Borowski, Ernst, Lisztes gemeinsam mit Micoud gut funktioniert haben. Was aus jedem einzelnen danach passiert ist (von Micoud mal abgesehen) ist bekannt. Wenn Spieler über gute Qualitäten verfügen, aber eine solche geschlossene Mannschaftsleistung mit ihnen nicht möglich ist, muss man eben in Frage stellen ob er der richtige für's Team ist. Und dieses Phänomen bemängel ich schon seit längerem.
Ich habe ja auch schon öfter geschrieben, dass man bei Neuzugängen versuchen sollte, eben auch den Charakter und die Teamfähigkeit so gut es geht zu beurteilen - und eben nicht nur auf fußballerische Qualitäten zu achten.
Natürlich haben wir viele Spieler auch nur deshalb verpflichten können, weil sie aufgrund ihrer Art woanders durchgefallen sind. Das ist als "Beimischung" auch in Ordnung, nur darf ein Team nicht so viele Exzentriker haben.
Gut, jetzt bin ich vom eigentlichen Thema abgeschweift - sei's drum
