Eine Situation, in der der SV Werder nach 14 Spieltagen in der Tabelle
- vor dem VfB Stuttgart und vor dem FC Schalke steht (obwohl man im direkten Vergleich sogar den Ups, ich muss meine Wortwahl ändern

versohlt bekommen hat)
- punktgleich mit dem VfL Wolfsburg ist
- 3 Punkte hinter dem HSV und 5 Punkte hinter dem FC Bayern rangiert
erscheint mir ganz eindeutig für den SV Werder keine Lage, in der zwanghaft irgendwelche "Mechanismen des Marktes" greifen müssten.
Die Umfrage zeigt ja zum Glück auch recht deutlich, dass die Kameraden, die hier auf alles scharf schießen, was nicht mit ihnen "Trainer-raus!" brüllt, ganz klar in der Minderheit sind. Das deckt sich auch mit dem, was ich aus Gesprächen im Bekannten- und Kollegenkreis berichten kann. Erschrocken über die blutleere Vorstellung vom Wochenende (gegen Frankfurt hatte die Mannschaft davor ja durchaus Biss gezeigt) sind natürlich durch die Bank alle Werder-Fans, die ich so gesprochen habe. Aber - dass ein Trainerwechsel in der jetzigen Situation etwas zum Positiven wenden könnte, solch ein Statement habe ich - aus den hier mehrfach genannten Gründen - noch nicht gehört. Hier ist ja auch noch kein Name genannt worden, der die Hoffnung auf eine etwas längerfristige erfolgreiche Arbeit beim SV Werder (mit dem derzeit und auf Sicht zur Verfügung stehenden Personal) wecken könnte.
In der jetzigen Situation ist es auf jeden Fall von Vorteil, dass so viele Spieler einen zum Saisonende auslaufenden Vertrag haben. Das bietet einige Optionen mehr für einen Umbau des Teams - wohlgemerkt unter der Regie von TS. Wer da jetzt weiter meint, nicht voll mitziehen zu brauchen, der kann dann Ende der Saison "weiterziehen".
Die Typen, die sich hier so massiv gegen TS eingeschossen haben, tragen sicher auch andere Sachen aus mit ihren Tiraden. Da sind die Leute drunter die Aaron Hunt massiv nicht leiden können (den TS ja stets gefördert hat). Da sind die Leute drunter, die sich angepisst fühlen, weil TS sie (völlig zu Recht) öffentlich aufgefordert hat, sich mal "zu hinterfragen". Und da werden bestimmt noch andere Sachen ausgetragen, die mit der sachlichen Analyse der Situation und möglicher weiterer Maßnahmen nichts zu tun haben.
Ich finde es gut, dass diese Schreihälse selbst nach solchen Tiefschlägen wie zuletzt hier keine Mehrheiten finden !
Schade wäre es natürlich, wenn es am Ende tatsächlich richtig abwärts ginge. Aber - Hertha letzte Saison (richtig konsequent ...) und der HSV und Leverkusen zuvor haben ja gezeigt, dass sowas auch mit einer eigentlich ganz gut besetzten, "teueren" Mannschaft immer mal möglich ist. Ich baue im Moment darauf, dass nach der Winterpause ein Festsetzen im halbwegs gesicherten Mittelfeld gelingen möge (damit man nicht bis zuletzt zittern muss). Dann kann in der neuen Saison wieder angegriffen werde - mit einer Mannschaft mit neuem Gesicht (und altem Übungsleiter).