ich gebe zu: ich habe für antwort 2 gestimmt. warum? weil ich mir noch unschlüssig bin.
auf der einen seite macht für mich gerade die unaufgeregtheit, die konstanz, die gelassenheit einen wesentlichen teil von werder bremen aus. da kommen halt nicht 3 trainer pro saison, da werden auch nicht in hau-ruck-aktionen für schlappe 24 mio holländer aus spanien geholt, die´s richten sollen, und vor allem wird nicht über´s fernsehen miteinander diskutiert. das fand - und finde - ich gut.
auf der anderen seite kann natürlich eine "konstanz im schlechten" nicht sein. und man kann auch darüber nachdenken, ob nicht die vergangenen 11 jahre tatsächlich zu einer art verkrustung geführt haben, die jetzt neues, innovatives verhindert. das gilt vor allem, weil KATS sich hinsichtlich kaderzusammenstellung / spielphilosophie nun wirklich mit gar nix herausreden können - der kader ist, einschließlich der jugend, selbstgemacht, genug geld war auch immer da, jedenfalls verglichen mit anderen mannschaften, man hat auch keinen präsidenten, der´s dauernd besser weiss - es gibt schlicht niemanden anderen, der schuld sein könnte.
mit ausnahme natürlich der mannschaft. die hängt sich nicht rein, sondern durch, und zwar massiv.
und dort ist genau der punkt, wo ich unentschlossen bin - sicher, TS hat was väterliches, da darf man auch dann weiterspielen, wenn man mal nicht trifft oder böcke schiesst, TS hat werder zur bekanntesten "ausbildungsmannschaft" überhaupt gemacht. kein junger, vielversprechender fussballer kommt zu werder mit dem hintergedanken, dort vllt auch bleiben zu wollen, man hat den eindruck, alle sind nur auf der durchreise dort, frei nach dem motto "da geh´ ich hin, die spielen offensiv, die spielen europäisch, da sitze ich nach einem fehler nicht nur auf der bank wie podolski, und wenn die 3 jahre um sind, werde ich für 15 mio nach chelsea/inter/real verkauft, alles primstens". dadurch kommen natürlich talente gerne zu weder.
allerdings spielen sie nicht für werder, sondern für sich selbst. dafür gebe ich TS die schuld, nicht "fordernd" genug zu sein.