Zitat von Löw der wahre Werder Trainer;1395880:
Ich bin auch dagegen einen Spieler des eigenen Vereins auszupfeifen aber eine andere Möglichkeit haben die Zuschauer ja nicht dem Spieler mitzuteilen was sie von seiner Leistung halten.
Aha. Und davon wird es besser, ja ?
Das Gegenteil ist doch der Fall. Selbst ein erfahrener Spieler wie Sylvestre läßt sich davon verunsichern und wird immer schlimmer, weil die Bremsspur in der Unterhose ihn noch langsamer macht und die Knie selbst bei einfachen Pässen so zittern, das der Ball beim Gegner ankommt.
Es wäre so einfach, wenn die Zuschauer das machen, was früher üblich war: Wenn schon dann so pfeifen, das kein Spieler das auf sich allein beziehen kann (zB. wenn der Ball aus dem Spiel ist, zur Halbzeit oder zum Abpfiff).
Oder wenn man einen einzelnen Spieler nur als absolute Ausnahme auspfeift, wenn er nicht im Mindesten Einsatz zeigt, wenn der Spieler es nicht mal wenigstens versucht und gar nichts gibt. (so wie zB. Hunt gegen Nürnberg).
Ganz bescheuert ist aber - was bei Sylvestre leider auch der Fall ist- wenn er für Dinge ausgepfiffen wird, die ihre Ursache woanders haben bzw. für die andere Spieler verantwortlich sind, zB. in etlichen Situationen, wo sich vor dem Ballverlust absolut niemand bewegte, niemand anspielbar war und man Sylvestre dann in Situationen tappen ließ, wo er gedoppelt wurde und den Ball verlor.
Das Gepfeife gegen Sylvestre ist auch trotz seiner bis auf wenige Ausnahmen unterirdischen Leistungen saudumm, weil es eben keine einzige echte Alternative gibt bzw. die "Alternative" namens Wesley eigentlich dringend da gebraucht wird, wo es ebenfalls lichterloh brennt: Im Mittelfeld.
Ich bin übrigens nicht bei Werder angestellt (wurde ein paar Seiten vorher gefragt). Als man bei Werder kein zusammen haltendes Team erkennen konnte, hab ich auch stark kritisiert. Letzte Saison, als TS mMn. etliche Fehler machte, habe ich auch den kritisiert.
Gegen Bayern, in der 1.HZ gegen Nürnberg und gegen Twente gab es aber am Einsatz, an der Laufbereitschaft, am Zusammenhalt auf dem Platz und auch am schönen Spiel mit Torchancen gar nichts zu meckern.
Wenn das einzige, was aktuell vorliegt ein hoher Verletztenstand (=mangelnde Alternativen), eine mangelnde taktische Disziplin im MF und eine unglaubliche Seuche von vergebenen Torchancen ist, dann ist das, was man am heftigsten kritisieren kann Pech !
Der Rest sind Dinge, die entweder unvorhergesehen dazu kamen (sprich Fehler, die man vorher noch nicht als solche erkennen konnte) oder jedenfalls Fehler oder Situationen, die kurzfristig kaum zu ändern sind.
Und dann ist es verkehrt und ein Stück weit auch unehrlich oder kindisch, so überzogen zu kritisieren. Denn hinterher ist man immer schlauer.
Spätestens mittelfristig muss man aber die Lage, die man jetzt erkennt, nämlich den zweifelhaften Teamgeist einiger Spieler und die offenbar zu starke Zweckgemeinschaft sowie eine unausgewogene Kaderzusammenstellung ändern.
Wenn das nicht jetzt intern vorbereitet und dann in den nächsten beiden Jahren (Vertragslaufzeiten !) umgesetzt wird, DANN bin ich auch bei den Meckeronkels ! Aber im Moment kann man so schlimm sich das anhört nur wenig ändern. Man muss da durch.
Und deshalb nehme ich bei der momentanen Lage KA und TS vor unberechtigter, besserwisserischer Kritik in Schutz.
Sie sind nunmal auch keine Hellseher. Aber sie müssen aus den Erfahrungen, die wir alle jetzt machen, die richtigen Schlüsse ziehen und in der Winterpause oder nach dieser Saison in die richtige Richtung handeln.