Zum einem, sehr schöner Rückblick, in ein schönes Kapitel der Vereinsgeschichte.
Ich bezog mich jedoch auf "vor" 25 Jahren und nicht auf ein penibles Datum.
Aber wenn du dir selbst die Geschichte durchliest, wirst du mir sicherlich zustimmen, das diese beinahe übereinstimmt mit den vergangenen 10 Jahren.
Wir wirtschaften immernoch im "vernüftigen" Verhältnis und verpulvern nicht Geld wie andere große Vereine. Wir spielen noch in einem Stadion und nicht in einer XYZ-Arena, wir spielen immernoch traumhafte Spiele und erleben magische Momente.
Kurzum: Werder hat sich nicht verändert, jedoch die Erwartungen an Werder. Und jeder, der hier auf die Pauke haut und mit langjähriger Vereinsliebe prallt und die jetzige Zeit als "schlimmste" und "beschähmenste" tituliert, sollte sich die Zeit von Aad de Mos, Dixi Dörner oder Quälix mal wieder in Erinnerung rufen.
Das gestern war für mich auch schmerzhaft anzusehen, ich war erschrocken, wie "machtlos" wir agierten. Ich hatte mit einer Niederlage gerechnet, obwohl ich mich immer wieder an das Real-Spiel erinnerte, aber naja... Lyon lies grüßen.
Wo Du mich direkt ansprichst: Vor 25 Jahren war 1985, da beißt die Maus keinen Faden ab. Aber nun gut, wenn Du vor 10 Jahren meintest, das war 2000, das war die Phase in der KA+TS schon mit dem Neuaufbau begonnen hatten, das trifft es auch nicht so.
Wenn schon, dann genau die Phase von de Mos bis Quälix, also von September 1995 bis Anfang Mai 1999, also sagen wir 15 Jahre.
Ich habe auch nicht geschrieben, das die derzeitige die "beschämendste Phase" ist, das war wohl jemand anders, aber lassen wir das.
Was ich an Deinem Beitrag nicht unterschreiben kann ist die Behauptung, Werder hätte sich nicht verändert. Im Herzen vieler Fans sicher nicht.
Aber man verlangt in der CL Preise, die viele Leute einfach nicht mehr zahlen können, man hat seit 2008 einen Profibereich, der in einem Jahr um die 105 Millionen Euro im Jahr kostet und bei dem selbst Spieler aus der 2.Reihe Millionen-Jahresgehälter haben.
Und da formuliert man trotzdem nicht, das man mit so einem Aufwand Meister werden will ?
In meinen Augen ein Fehler, weil man damit dem Kader von vornherein die Möglichkeit schenkt, so viele pomadige Spiele abzuliefern, dass man damit nicht mehr Meister werden kann. Das geht nun schon länger so und dadurch zieht ein Schlendrian ein, dessen langfristige Auswirkungen bei dem lange zusammen gebliebenen Kader jetzt sichtbar werden: Die Spieler können sich sowas rausnehmen, weil es langt ja, wenn sie irgendwann eine Aufholjagd starten. Und wenn man 3. wird, ist es sogar eine "Super-Saison".
Das kann es nicht sein. Das ist aber anscheinend so. Und der Trainer wird so schleichend entmachtet. Weil er so nicht mehr ernst genommen wird.
Wenn Du so gut in Sponsoring, Marketing bist wie KA und wenn Du einen so tollen kader mit solchen Wahnsinnsgehältern zusammen stellen kannst wie KA das geschafft hat

dann MUSS man auch die dazu gehörigen Ansprüche an die Truppe stellen ! Sonst ist da kein Zug dahinter und die Leute tanzen KA+TS genauso auf der Nase rum wie es abläuft.
Man hat sich bei Werder eingebildet, bei den ganz großen mitzumischen, aber genauso familiär mit allen Leuten umgehen zu können wie zu Zeiten, als man eine "Familie" war, bei der jeder noch mit einem 8.Platz zufrieden war und alles was besser war bejubelte.
Das funktioniert mit den Millionaros, die jetzt im Kader stehen aber offenbar nicht.
Diese Erfahrung macht man jetzt,nun muss man aus ihr lernen. Denn in den "dunklen" Jahren 1995-1999 gab es zwar mitunter grenzwertige Ergebnisse und Leistungen, aber selten so gute Einzelspieler, die zusammen als Mannschaft so wenig aus dem Können machten. Es war eher umgekehrt.
Das MINDESTE, was ich sehen will von einem Werder-Profi ist Kampf und Einsatz.
Im Gegensatz zu Erfolgsfans verzeihe ich Fehler, vor allem bei den Jungen und den Neuen. Aber ich will sehen, das sie Gras fressen wenn sie hinten liegen. Und ich kann nie akzeptieren, das man bei 0:4 und einem sich ausruhenden Gegner nicht mal Interesse an einem Ehrentor hat ! Das geht gar nicht !
Und wenn man gar nichts reissen kann, dann tritt man dem Gegner wenigstens den Rasen kaputt (Rolf Rüssmann) !!!
Es klappt also nur, wenn man ganz klar sagt, dass man für 105 Millionen Euro Jahresgehälter auch ganz klar als Ziel die Meisterschaft ausgibt, und wenn man für die CL qualifiziert ist, dann auch das Achtelfinale !
Und das man solche Gurkenphasen nicht akzeptiert !
Das man Niederlagen hinnehmen kann, wenn jeder sein Bestes gibt. Aber nie Niederlagen akzeptiert, bei denen Einsatz und Wille fehlt.
Der Kader hatte zu wenig Druck. Den Leuten ging und geht es zu gut.
Und solange sie sich solche Gurkenphasen leisten können, dann mal wieder alles geben und 3. werden, und dann alle sagen wie toll wir sind, dann wird sich daran NIE was ändern, wir kommen nicht weiter und die Stuttgarter, Bayern und sonstwer lachensich die Hosen nass, weil Werder wieder eine Meisterschaft verschenkt hat.
Was mich so sauer macht ist die Tatsache, dass dies seit 2005 so läuft. Seitdem hat Werder zweimal die mit Abstand beste Saison mit denbesten Fussballern und dem schönsten Fußball gespielt und 2 Meisterschaften leichtfertig verspielt. Und diese Saison geht das so weiter. Nur mit viel schlechterem Fußball und noch viel weniger Einsatz in den miesen Spielen.
Mein Fazit: Es ist noch schlimmer, gute Spieler zu sehen, die eigentlich Spitze sind, aber die einfachsten Sachen die sie können nicht machen, als eine Mannschaft mit einem Todt, einem Havard Flo, einem jungen Frings, einem Barten und wie sie damals alle hießen, die limitierter waren, aber mehr gegeben haben.