Diego (Laufbahn beendet)

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas Detendo
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"Spaß" macht das wirklich nicht - das ist nervig und ätzend. Aber den gequirlten Quark immer einfach so stehen zu lassen, bringe ich nicht über's Herz.

Ach ja - was sagst du denn nun zu der Analyse von Mick in Sachen 1:0 gegen Leverkusen ? Willst dich da lieber vor einer Antwort drücken ?

"Feldzug" ist im übrigen auch ein starkes Wort ! :)

Es macht aber den Anschein, als bereite es Dir Spaß. Du der Fels in der Brandung, Du Robin Hood des Diego, der seine Ehre hier in diesem Thread verteidigt und den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht.

Die Analyse von Mick kann man so stehenlassen. Stellt man sich einen Johan Micoud anstelle eines Diego in dieser Situation vor, so ist man bei der Analyse von Mick. Ich weiß, das ist garnicht so einfach zu sehen. Aber wenn man sein Schutzschild runternimmt, um vielleicht mal zu sehen, was die Welt dahinter eigentlich zu bieten hat, dann wirds womöglich sogar gehen.

Ich möchte Diego auch in Zukunft nicht mehr beim SVW sehen und hoffe, dass KATS aus den Erfahrungen der letzten 10 Jahre wirklich das wahr machen, was sie selbst veröffentlicht haben, auf der Suche nach dem optimalen Fußball zu sein. Daher gehe ich davon aus, dass man sich weiterentwickeln möchte.
 
@Paul Tergat
ich weiss ja nicht, was Du mit Deinen Konstrukten aus Unwahrheiten und Unterstellungen - was ja nicht erst seit Diego so geht - hier bezweckst. Ich jedenfalls kann mich nicht daran erinnern, dass ich Dich irgendwo mal so angegangen wäre, wie Du es ständig tust.
(..) wenn einer auf dem Platz rumläuft, der jede kluge Staffelung, jedes intelligente Positionsspiel der Mitspieler zerstört, weil er kein Spielverständnis hat, dafür aber über den Platz ackert und jeden Ball haben will, um hauptsächlich sich selbst und wenn es denn mal Diego`s Gnaden zuließen, die Mitspieler mit in Szene zu setzen.

Nur mal ein Zitat - nicht dass er damit durchkommt. Er hat seine Maske deutlich runter gelassen und lebt seine negativen Gefühle gegen Diego hier voll aus.
...........
Sowas hat natürlich nichts mehr mit sachlicher Analyse zu tun.
Selbstverständlich geht das in die von 5vor12 angesprochene Richtung.
..........
Solche Äußerungen sind schon echt krass...
Abgesehen davon, dass Du den gesamten Beitrag einfach mal so zusammenlegst und damit die Kernaussage, also den Zusammenhang so zurechtlegst, dass es für Dich passt: Mich würde tatsächlich mal interessieren, was denn nun daran unsachlich ist, negative Gefühle ausdrückt oder in "5vor12`s Richtung" geht, also verunglimpfend und diffamierend wäre.
Du kannst ja mal widerlegen, was ich dort beschrieben habe. Nimm Dir Video`s zum grossen Diego und schaue Dir sein Verhalten, Stellungsspiel und generelles Spiel im Raum an. Und erzähle mir dann mal was von Spielverständnis, Staffelung, Positionsspiel. Dass Du bei so vielen Live-Spielen im Stadion evtl. ! diese Dinge nicht einordnen und damit nicht verstehen kannst, lässt auf das Ur-Problem der meisten Fussball-Gucker schließen - dass nur der Spieler an sich gesehen wird, dass Gesehenes mit eigenen Gedanken nicht verknüpft werden kann. Was ich Dir aber nicht pauschal vorwerfen will! Das wäre auch nicht schlimm, wenn es dann nicht noch dazu dienen würde, es hier als "empirische Wahrheit" nach dem "Basta"-Prinzip hinzustellen. Und das angebliche uneingeschränkte Standing von Diego hat erst recht nichts mit irgendeiner Analyse seiner Fähigkeiten zu tun. Dann wäre das was in der BILD steht, auch immer die Wahrheit, da es ja 40 Mio. glauben. Ich lasse mich übrigens gerne zu Diego`s Fähigkeiten belehren, wenn es sachlich und inhaltlich nachvollziehbar ist. Das steht allerdings noch aus.

Aber das eigentlich Bezeichnende ist, dass Du auf den Hinweis anderer, sich dann doch mal mit dem zu befassen, was Du als "beschämend" hinstellst, nicht eingehst, sondern mit der Spielszene rauswindest, wo ich ja achso alles falsch gesehen hätte. Dort weidest Du dich ja nun besonders dran - und es folgt kurzerhand die nächste Lüge, denn ich habe auf Klasnic#17 sehr wohl geantwortet. Der Punkt ist für mich die Entstehung der Spielszene, also bevor Diego den Ball hat. Da gab es drei Optionen. Zwei sind unbestritten, was aber falsch war - gebe ich gern zu Protokoll - dass ich unter- oder fehleingeschätzt habe, dass die Spieler rechts nicht mitgehen. Dazu muss man allerdings nicht nach hinten spielen, sondern in den Raum, freilich in der Hoffnung, dass dann einer mitmacht. Ich bewerte die Szene in erster Linie, was Diego vorher und dann mit einem Kontakt sowie mit anderer Stellung zum Ball dort für Möglichkeiten gehabt hätte. Aber nur mal so am Rande - lässt Diego den Ball sofort laufen (wie Almeida zuvor), hast Du die Möglichkeit, die im Vorwärtsgang überraschten und schlecht stehenden Leverkusener danach über beide Seiten aufzuziehen.
Ja, Diego nutzte die erste Option, schafft damit den direkten Weg zum Tor. Das war gut. Dass Du dann jedoch mit einem Schwall von solchen Dingen kommst ....
Bullshit entlarvt worden ist: ...
Diese Richtigstellung konnte der gute Mick auch nicht ansatzweise "relativieren".

Tja - und wer offenkundig unter so eklatanten Wahrnehmungsschwierigkeiten leidet, was das Erfassen von Spielsituationen angeht ....
...tut mir leid, das spricht ein gewisses Urteil über Dein Diskussions- und Argumentationsvermögen.

Es geht dann schön weiter....
...definitiv nichts mehr mit sachlicher Diskussion zu tun. Wenn dem einen oder anderen für ein derartiges Auftreten hier das Wort "Hetze" in den Kopf kommt, kann ich das jedenfalls ganz gut nachvollziehen.
Aha, es ist also nachzuvollziehen. Das hier....
Aber - da ich das für sowas von peinlich, undankbar und unangemessen halte und das sowas von nicht repräsentativ für den Werder-Anhang ist, werde ich da weiterhin wenigstens gelegentlich eine andere Stimme einwerfen.
..ist dann aber in Ordnung? Ein inhaltlich unterlegter Beitrag, den Du durch Nichts widerlegt hast, ist sozusagen verunglimpfend und diffamierend, was Du gerade permanent tust, aber nicht? Abgesehen davon, was Du selbst manchmal in bestimmten Spielerthreads so schreibst....

Und wenn Du meinst, dass vieles, was in diesem Forum geschrieben wird, natürlich bis auf meine Diego-Kritik, "repräsentativ für den Werder-Anhang" ist, dann bist du entweder a) hier und jetzt nur darauf aus, mit solchen Aussagen gezielt jedwede Diego-Kritik zu vernichten oder b) tatsächlich so naiv.

...aber wenn hier einer fortgesetzt so großkotzig daherkommt, tut das vielleicht doch mal ganz gut.
Naja.
 
Ich finde es schade, wenn zwei so gute Spieler, die bei Werder gespielt haben und für Werder wichtig gewesen sind, hier gegeneinander ausgespielt werden. Das gilt für beide Parteien und besoders dann, wenn es ins persönliche geht, sowohl gegnüber dem Diskussionsgegner als auch gegenüber dem Lieblingsspieler des Diskussionsgegners.

Leider geht innerhalb einer solchen Streiterei auch immer wieder unter, dass
ja auch immer wieder beide Parteien zeigen, dass sie sehr wohl in der Lage sind, auch die Leistungen ihres Nicht-Lieblings anzuerkennen.

Letztlich glaube ich auch, dass man einen Fehler macht, wenn man Diego und Özil zu sehr vergleicht. Beide hatten ihre Vorzüge -Özil eher im mannschaftlichen Berein, Diego eher im individuellen Bereich. Das heisst aber nicht, dass Özil nicht auch selbst gute Aktionen gehabt hätte oder Diego komplett egoistisch gespielt hätte (seine Defensivarbeit beispielsweise hat mir immer gefallen).

Ich sehe ähnlich wie Mick 666, dass Özil eher als Diego das Potential hatte, Werder insgesamt stärker zu machen (und glaube, dass es damit zusammenhängt, dass Özil heute bei Real Madrid spielt und Diego bei Wolfsburg). Was ich in diesem Zusammenhang schade finde, ist, dass es häufig als ausschließlich positive Eigenschaft gewertet wird, wenn ein Spieler "das Spiel an sich reisst" "präsent" ist, viele Ballkontakte hat usw.
Diegos Spiel hatte auch seine problematischen Seiten.

Auf der anderen Seite denke ich, dass dies schon Eigenschaften sind, die nutzbringend eingesetzt werden können, in Form von Verantwortung übernehmen. Und auch das hat Diego bei Werder häufig vorbildhaft getan und hier könnte Özil auch noch viel von ihm lernen. Es ist ja auch nicht so, dass Özil sich im internationalen Fußball endgültig durchgesetzt hat. Das hat sicher mit Talent und fußballerischen Eigenschaften zu tun, aber auch mit Glück zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein (das Diego auch fehlte außer bei Werder) und auch mit persönlichen Fähigkeiten, wo ich eindeutig Diego im Vorteil sehe. Er wäre beispielsweise eindeutig ein besserer Kapitän und hat in relativ jungen Jahren schon eine Reife wie andere über dreissig. Ich würde mir wünschen, dass er einen großen Verein fände, dessen Trainer stark und in der Lage wäre, Diego so einzusetzen, dass er seine spielentscheidenden Fähigkeiten nutzen kann ohne dass er das ständig präsente und berechenbare Zentrun des Spiels ist.
Aber ich bin auch nicht so karriereorientiert wie andere und habe auch große Hochachtung vor Spielern, die bei einem mittleren Verein wie beispielsweise Werder zentrale Spieler, vielleicht Kapitän werden und die man lange mit den Erfolgen dieses Vereins in Verbindung bringen kann.
Und ich würde beispielsweise vermuten, dass dies bei Werder eher mit Diego passieren wird als mit Özil.
Aich ein Micoud hat, wenn man nach Status, Rang und Zahlen geht, keine ganz große Karriere gehabt, er war bei keinem Weltverein, hat nicht allzuviele Länderspiele. Aber die Erfolge bei Werder (und wahrscheinlich auch davor bei Bordeaux) werden immer mit seinem Namen verbunden bleiben.
Özil dagegen war bei allem Talent als Person lange nicht so weit. Ich würde ihm wünschen, wenn er sich bei Real Madrid durchsetzen würde und es sieht ja erstmal nicht schlecht aus.
Aber er neigte auch dazu sich auf und außerhalb des Feldes ab und an zu verstecken. Typisch war sein Umgang mit seinem Wechselwunsch, der natürlich legitim war, aber bei dem er auch zeigte, dass er kein allzugroßes Interesse an etwas bei Werder hatte, das über das samstägliche Fußballspielen hinaus ging.
Er war bei Werder wenn man so will ein Dienstleister in Sachen Fußball.

Das Problem bei Diego war, wie Karlotto schon schön gesagt hat, dass seine Stärken auch seine Schwächen waren und dass er, so sehr er Werder oft geholfen oder gerettet hat, im Endeffekt auch ein Mosaiksteinchen war, Werder in seiner Entwicklung zu hemmen. In dem Maße, wie er Verantwortung übernahm, nahm er sie anderen ab.
In Brechts "Leben des Galilei" heißt es an einer Stelle "Unglücklich das Land, das keine Helden hat!" und die Antwort (ich glaube von Galiliei) ist: "Unglücklich das Land, das Helden nötig hat!".
Beides ist je nach Situation richtig, beides beschreibt sehr schön die Siuation Werders mit Diego.

Unbewusst hat auch Paul Tergat hier dieses Dillema beschrieben, ich fand in einem seiner Beiträge den folgenden schönen (freudschen? :D) Verschreiber:
By the way sehe ich die Szene komplett anders. Der große Freiraum für Özil - in den er gut gestartet ist - entstand gerade und nur deshalb, weil Diego einen Moment gewartet hat. Dies konnte er natürlich nur deshalb machen, weil er in der Lage ist, einen Ball auch mal gegen 2-3 Mitspieler zu behaupten. Nur die individuelle Klasse eines Diego hat hier bewirkt, dass sich gleich mehrere Abwehrspieler auf ihn stürzten und so der Freiraum für Özil überhaupt erst geschaffen wurde. Exakt im Moment des - toll in den Lauf gespielten - Passes war die Spielsituation soweit, dass eine Weiterleitung des Balles tatsächlich erfolgversprechend war.

Unbewusst sehr schön gesagt. :beer:

Aus meiner Sicht kann man die Frage, ob man Diego oder Özil vorzieht, aus meiner Sicht letzten Endes relativ einfach beantworten (wobei natürlich subjektive Meinungen immer eine legitim große Rolle Spielen werden) und zwar je nachdem, welche Frage man stellt:

Fragt man (tendenziell einen neutralen Fußballfan), wer eher den modernen Fußball verkörpert, wer mit seinem Fußball vielleicht eher einen Verein wie Real, Barca, ManU oder den AC Mailand bereichern kann, wer begehrter sein wird, dann ist es wahrscheinlich Mesut Özil.
Fragt man (tendenziell einen Werderfan), wer wichtiger für Werder war, wer sich eher in die Geschichtsbücher des Vereins eingetragen hat, an wen die Werderfans in zehn oder zwanzig Jahren noch zurückdenken, dann wird die Antwort eher Diego sein.


MFG dkbs
 
Was mich tierisch ankotzt ist, dass einige Teile in der OK beim Spiel gegen Köln das Diego-Lied angestimmt haben als dessen Name beim (ich glaube) 3-0 angezeigt wurde.

Man sollte sich lieber auf die Spieler konzentrieren, die in genau diesem Moment für uns auf dem Platz stehen, weil diese genau dann etwas für Werder bewegen können!

Finde ich voll ok. Fans sind doch keine Computer..
Sondern Menschen, mit Leidenschaft und Gefühlen..
Finde es total ok, wenn es Bindungen der Fans zu einzelnen Spielern auch über ihre aktive SVWB Zeit hinaus gibt..
Ist bei mir bei Ailton, Klasnic, Micoud ja auch irgendwie so..
 
Und nochmal wird sich gewunden ...
Zitat von Mick_666;1300323Der Punkt ist für mich die Entstehung der Spielszene:
bevor[/U] Diego den Ball hat. Da gab es drei Optionen. Zwei sind unbestritten, was aber falsch war - gebe ich gern zu Protokoll - dass ich unter- oder fehleingeschätzt habe, dass die Spieler rechts nicht mitgehen. Dazu muss man allerdings nicht nach hinten spielen, sondern in den Raum, freilich in der Hoffnung, dass dann einer mitmacht. Ich bewerte die Szene in erster Linie, was Diego vorher und dann mit einem Kontakt sowie mit anderer Stellung zum Ball dort für Möglichkeiten gehabt hätte. Aber nur mal so am Rande - lässt Diego den Ball sofort laufen (wie Almeida zuvor), hast Du die Möglichkeit, die im Vorwärtsgang überraschten und schlecht stehenden Leverkusener danach über beide Seiten aufzuziehen.
Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass es unter Fans des SV Werder (und auch anderer Vereine) Leute gibt, die die kongeniale Vorbereitung eines Tores, das zu einem Titelgewinn führte, einer detaillierten Analyse unterziehen, um nachzuweisen, dass der den Assist leistende Spieler fußballerisch eher limitiert (jedenfalls der einenen Definition nach) sei, was man auch an dieser Szene sehen könne.

Wenn ich sowas lese, wird mir einfach nur übel. Das ist auch sicher der Grund, warum ich in meiner Wortwahl (trotz großer Bemühungen) nicht immer sachlich bleiben konnte. Da kannst du dich dann gern dran hochziehen.

Im übrigen hast du es ja offensichtlich immerhin geschafft, mich hier zum Diego-super-Fan und Özil-Kritiker "aufzubauen". Das bin ich zwar beides definitiv nicht, aber wenn du Spaß dran hast, bitte. Wenn es um einen Vergleich in der Rückschau auf die Zeit beim SV Werder geht, halte ich es da mit den Worten meines Dauerkarten-Kollegen, der da sagt: "Mit Diego, das war schon klasse - Özil war aber auch nicht schlecht." Dem kann ich so zustimmen. Wenn ich es "bräuchte" in einer (relativ unsinnigen) vergleichenden Darstellung diese "Gewichtsverteilung im Werder-Geschichtsbuch" durch negative Ausführungen über schlechte Spiele von Mesut Özil zu untermauern, hätte ich sicher keine Probleme - da braucht man nicht so tief zu schürfen. Ich brauche das aber nicht. Da erfreue ich mich doch lieber an seinen guten Momenten, wie etwa das 1:0 im Pokalfinale, das 5:4 gegen Hoffenheim oder das Winkel-Tor gegen die Bayern. Ich habe da - inzwischen - auch keine Ambitionen mehr, irgendwas zu der nachträglichen Überhöhung zum Weltfußballer zu schreiben. Wer jubeln will, soll halt jubeln. Was mich in dieser ganzen Diskussion nur (noch) nervte, war die fortgesetzte Negativdarstellung zu Diego hier. Aber auch da werde ich mich künftig nicht mehr drüber aufregen. Macht ihn weiter nieder (fachlich/sachlich oder gern auch plump), sag ich da nur - wenn's bei irgendwas hilft, warum nicht.

Um noch kurz den - wie immer wohltuend ausgewogenen - Post von dkbs aufzugreifen - die zitierte Karlotto-Aussage, Diego sei ein Mosaiksteinchen gewesen, das Werder "in seiner Entwicklung hemmte".
Bei dieser Darstellung frage ich mich ernsthaft: "Entwicklung wohin ???" Etwa bei der kontinuierlichen Entwicklung zur uneingeschränkten, dauerhaften Nr. 1 in der Bundesliga bzw. zum jährlichen Anwärter auf mindestens das CL-Viertel oder Halbfinale ???

Es ist TS gelungen, in den 3 Diego-Jahren in der sportlichen Erfolgsspur der vorangegangenen Jahre zu bleiben - was für einen Verein wie dem SV Werder absolut bermerkeswert und alles andere als eine Selbstverständlichkeit war. Die schlechtere Platzierung in 2008/09 wurde dabei durch den Titelgeinn und das Erreichen des UEFA-Cup Finals (und die Derby-Wochen...) mehr als ausgeglichen. Man mag ja Diego's Spielweise mögen oder nicht - aber die These, dass man ohne Diego eine "bessere Entwicklung" bzw. größeren sportlichen Erfolg beim SV Werder gehabt hätte (haben könnte), halte ich persönlich für albern bzw. sehe ich da nicht eben eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass dies hätte gelingen können.

Aber - wie schon gesagt: Was die "nachträgliche Grundsatzdebatte" angeht, war's das für mich jetzt auch in Sachen Diego. Mal schauen, wie es hier weitergeht.
 
Ich finde es schade, wenn zwei so gute Spieler, die bei Werder gespielt haben und für Werder wichtig gewesen sind, hier gegeneinander ausgespielt werden. Das gilt für beide Parteien und besoders dann, wenn es ins persönliche geht, sowohl gegnüber dem Diskussionsgegner als auch gegenüber dem Lieblingsspieler des Diskussionsgegners.

Leider geht innerhalb einer solchen Streiterei auch immer wieder unter, dass
ja auch immer wieder beide Parteien zeigen, dass sie sehr wohl in der Lage sind, auch die Leistungen ihres Nicht-Lieblings anzuerkennen.

Letztlich glaube ich auch, dass man einen Fehler macht, wenn man Diego und Özil zu sehr vergleicht. Beide hatten ihre Vorzüge -Özil eher im mannschaftlichen Berein, Diego eher im individuellen Bereich. Das heisst aber nicht, dass Özil nicht auch selbst gute Aktionen gehabt hätte oder Diego komplett egoistisch gespielt hätte (seine Defensivarbeit beispielsweise hat mir immer gefallen).

Ich sehe ähnlich wie Mick 666, dass Özil eher als Micoud das Potential hatte, Werder insgesamt stärker zu machen (und glaube, dass es damit zusammenhängt, dass Özil heute bei Real Madrid spielt und Diego bei Wolfsburg). Was ich in diesem Zusammenhang schade finde, ist, dass es häufig als ausschließlich positive Eigenschaft gewertet wird, wenn ein Spieler "das Spiel an sich reisst" "präsent" ist, viele Ballkontakte hat usw.
Diegos Spiel hatte auch seine problematischen Seiten.

Auf der anderen Seite denke ich, dass dies schon Eigenschaften sind, die nutzbringend eingesetzt werden können, in Form von Verantwortung übernehmen. Und auch das hat Diego bei Werder häufig vorbildhaft getan und hier könnte Özil auch noch viel von ihm lernen. Es ist ja auch nicht so, dass Özil sich im internationalen Fußball endgültig durchgesetzt hat. Das hat sicher mit Talent und fußballerischen Eigenschaften zu tun, aber auch mit Glück zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein (das Diego auch fehlte außer bei Werder) und auch mit persönlichen Fähigkeiten, wo ich eindeutig Diego im Vorteil sehe. Er wäre beispielsweise eindeutig ein besserer Kapitän und hat in relativ jungen Jahren schon eine Reife wie andere über dreissig. Ich würde mir wünschen, dass er einen großen Verein fände, dessen Trainer stark und in der Lage wäre, Diego so einzusetzen, dass er seine spielentscheidenden Fähigkeiten nutzen kann ohne dass er das ständig präsente und berechenbare Zentrun des Spiels ist.
Aber ich bin auch nicht so karriereorientiert wie andere und habe auch große Hochachtung vor Spielern, die bei einem mittleren Verein wie beispielsweise Werder zentrale Spieler, vielleicht Kapitän werden und die man lange mit den Erfolgen dieses Vereins in Verbindung bringen kann.
Und ich würde beispielsweise vermuten, dass dies bei Werder eher mit Diego passieren wird als mit Özil.
Aich ein Micoud hat, wenn man nach Status, Rang und Zahlen geht, keine ganz große Karriere gehabt, er war bei keinem Weltverein, hat nicht allzuviele Länderspiele. Aber die Erfolge bei Werder (und wahrscheinlich auch davor bei Bordeaux) werden immer mit seinem Namen verbunden bleiben.
Özil dagegen war bei allem Talent als Person lange nicht so weit. Ich würde ihm wünschen, wenn er sich bei Real Madrid durchsetzen würde und es sieht ja erstmal nicht schlecht aus.
Aber er neigte auch dazu sich auf und außerhalb des Feldes ab und an zu verstecken. Typisch war sein Umgang mit seinem Wechselwunsch, der natürlich legitim war, aber bei dem er auch zeigte, dass er kein allzugroßes Interesse an etwas bei Werder hatte, das über das samstägliche Fußballspielen hinaus ging.
Er war bei Werder wenn man so will ein Dienstleister in Sachen Fußball.

Das Problem bei Diego war, wie Karlotto schon schön gesagt hat, dass seine Stärken auch seine Schwächen waren und dass er, so sehr er Werder oft geholfen oder gerettet hat, im Endeffekt auch ein Mosaiksteinchen war, Werder in seiner Entwicklung zu hemmen. In dem Maße, wie er Verantwortung übernahm, nahm er sie anderen ab.
In Brechts "Leben des Galilei" heißt es an einer Stelle "Unglücklich das Land, das keine Helden hat!" und die Antwort (ich glaube von Galiliei) ist: "Unglücklich das Land, das Helden nötig hat!".
Beides ist je nach Situation richtig, beides beschreibt sehr schön die Siuation Werders mit Diego.

Unbewusst hat auch Paul Tergat hier dieses Dillema beschrieben, ich fand in einem seiner Beiträge den folgenden schönen (freudschen? :D) Verschreiber:


Unbewusst sehr schön gesagt. :beer:

Aus meiner Sicht kann man die Frage, ob man Diego oder Özil vorzieht, aus meiner Sicht letzten Endes relativ einfach beantworten (wobei natürlich subjektive Meinungen immer eine legitim große Rolle Spielen werden) und zwar je nachdem, welche Frage man stellt:

Fragt man (tendenziell einen neutralen Fußballfan), wer eher den modernen Fußball verkörpert, wer mit seinem Fußball vielleicht eher einen Verein wie Real, Barca, ManU oder den AC Mailand bereichern kann, wer begehrter sein wird, dann ist es wahrscheinlich Mesut Özil.
Fragt man (tendenziell einen Werderfan), wer wichtiger für Werder war, wer sich eher in die Geschichtsbücher des Vereins eingetragen hat, an wen die Werderfans in zehn oder zwanzig Jahren noch zurückdenken, dann wird die Antwort eher Diego sein.


MFG dkbs
unterschreib ich voll und ganz
:beer:

Das sollte der Schlussbeitrag dieses unnötigen Themas sein.
 
@dkbs
Ich kann mich ja vielem, was Du oben sagst, durchaus anschließen.
Das Problem ist bloß, dass es auf den letzten Seiten überhaupt nicht um Özil ging, ja nicht einmal im Kern um Micoud. Dass Paul Tergat da jetzt wieder in vorangegangenem Beitrag neu aufspringt, ist sein Problem, nicht meines. Dass er zusätzlich zur Analyse der Fähigkeiten Diego`s jetzt unter vorgehaltener Hand in eine angebliche Nichtachtung der Erfolge von Schaaf überleitet, ist ebenso nicht mein Problem.

Ich beschäftige mich in diesem Thread mit Diego. Und da war der Ursprung übrigens die Aussage...
Der wesentliche Unterschied, wenn man beide denn miteinander vergleichen möchte, war für mich, dass Diego es auch verstand, gut zu spielen, wenn die Mannschaft insgesamt nicht gut drauf war. Dann war er häufig zur Stelle und machte den Unterschied.
Das ist richtig und hab ich nicht bestritten. Wenn man aber den Vergleich mal ausser Acht lässt und es rein auf Diego bezieht, dann muss Karlotto, wenn er schon von "wesentlich" spricht, eben auch bedenken, dass es genauso "wesentlich" war, wenn Diego schlecht spielte (was ja zum Glück weniger vorkam). Nämlich, dass er dann auch im negativen Sinne den Unterschied machte und erst gar kein vernünftiges Fussballspiel mehr zuließ. Was ist daran unsachlich, diffamierend usw.?

Dass auf diese Aussage, statt sich darauf ein einziges Mal zu beziehen, dann eine Aneinanderreihung von solchen Sachen kommt...
Er hat seine Maske deutlich runter gelassen und lebt seine negativen Gefühle gegen Diego hier voll aus.
...hat natürlich nichts mehr mit sachlicher Analyse zu tun. Selbstverständlich geht das in die von 5vor12 angesprochene Richtung.
Solche Äußerungen sind schon echt krass..
wer offenkundig unter so eklatanten Wahrnehmungsschwierigkeiten leidet, was das Erfassen von Spielsituationen angeht ..
...wenn hier einer fortgesetzt so großkotzig daherkommt, tut das vielleicht doch mal ganz gut.
Kannst du da vielleicht erkennen, was für ein Unsinn das ist?
Und das hat - in dieser Häufung und Vehemenz - definitiv nichts mehr mit sachlicher Diskussion zu tun. Wenn dem einen oder anderen für ein derartiges Auftreten hier das Wort "Hetze" in den Kopf kommt, kann ich das jedenfalls ganz gut nachvollziehen.
Aber - da ich das für sowas von peinlich, undankbar und unangemessen halte und das sowas von nicht repräsentativ für den Werder-Anhang ist, werde ich da weiterhin wenigstens gelegentlich eine andere Stimme einwerfen.
..das ist nervig und ätzend. Aber den gequirlten Quark immer einfach so stehen zu lassen, ...
Das ist beides kompletter Blödsinn und das ist auch nicht irgendwie "Auslegungssache".
....indem ich auf solchen Blödsinn hinweise,...
Und da wird's dann irgendwann lächerlich.

Alles wohlgemerkt in wenigen Beiträgen innerhalb weniger Stunden.
Dies auch noch als "Ursache und Wirkung" verkaufen zu wollen, ist der nächste Punkt. Soll mir einer zeigen, wann und wo ich in dieser Art und Weise hier geschrieben habe.

Naja, und wenn einer hier was schreibt, von den Werder-Anhang nicht repräsentativ vertreten und undankbar sein, dann frage ich mich dann doch, ob sich derjenige als erstes mal an die eigene Nase fassen sollte. Zum Beispiel bei der "Kritik" an Özil, Abdennour, Wiese usw.
Tja, was soll man dazu sagen? Es dürfte mittlerweile jeder mitbekommen haben, dass es auf den letzten Seiten nicht mehr zwingend um die Spielszene, sondern um die Wertigkeit Diego`s für die Fortentwicklung des Teams generell ging. Was Paul Tergat hartnäckig ignoriert. Und wenn man anhand der jahrelangen spielerischen Abwärtsentwicklung, dem Formverfall vieler vorheriger Leistungsträger nicht mal merkt, dass es eine hemmende Entwicklung gab, die eng mit der Aufgabenverteilung im Mf zusammenhing.....
Da nutzen dann auch sämtliche Verweise auf Assists und Tore dieser Zeit wenig, wenn die Ergebnisse der Mannschaft nicht besser, sondern teilweise sogar schlechter (CL, BL) werden. Plus gleichzeitigem Niedergang der Qualitäten der Einzelspieler.
Wenn man in diesem Zusammenhang nicht versteht, dass Spieler in Wechselwirkung zueinander stehen, dann erklärt sich auch der Blick auf Diego. Dann ist auch die Aussage mit Naldo als Abwehrchef nachvollziehbar. Dann erklärt sich auch die Meinung, Werder hätte mit Abdennour die EL verpasst. Da ja der gesamte Fussball - aus Sicht von Paul Tergat - stets auf Einzelne zurückzuführen ist. :18:

Das Beste aber ist der Vorwurf der Großkotzigkeit, anhand solcher....
http://forum.werder.de/showpost.php?p=1281146&postcount=5153
http://forum.werder.de/showpost.php?p=1193328&postcount=18026
http://forum.werder.de/showpost.php?p=1188612&postcount=17607
http://forum.werder.de/showthread.php?p=1173569#post1173569
http://forum.werder.de/showthread.php?p=1156313#post1156313
...vor strotzender Überheblichkeit und nicht im Ansatz auf die Inhalte eingehender Aussagen.

@SYLAR
Okay!
 
Es dürfte mittlerweile jeder mitbekommen haben, dass es auf den letzten Seiten nicht mehr zwingend um die Spielszene, (...) ging.
Hoffen wir das mal - für dein Ego.

Übrigens:
Ursache und Wirkung müssen sich durchaus nicht immer unbedingt von der Form her entsprechen, hier nochmal ein kleines Beispiel:

Ursache:
Mick_666 sagt:
"Und wenn man anhand der jahrelangen spielerischen Abwärtsentwicklung, dem Formverfall vieler vorheriger Leistungsträger nicht mal merkt, dass es eine hemmende Entwicklung gab, die eng mit der Aufgabenverteilung im Mf zusammenhing.....
Da nutzen dann auch sämtliche Verweise auf Assists und Tore dieser Zeit wenig, wenn die Ergebnisse der Mannschaft nicht besser, sondern teilweise sogar schlechter (CL, BL) werden. Plus gleichzeitigem Niedergang der Qualitäten der Einzelspieler."

Wirkung:
Ich sage dazu:
"Blödsinn", mit dem ich mich jetzt nicht weiterbeschäftigen will, weil mir das einfach zuuu albern erscheint.

Du kannst das nun künftig als weiteren Beleg für unsachliche Antworten auf deine fachlich fundierten, tiefschürfenden Analysen anführen und mir ist das "egal". :beer:
 
@ all: :tnx:

@ Paul Tergat:
Obwohl zur Zeit mit Diego insgesamt durchaus sehr positiv stehe, glaube ich, dass kein Spieler ohne Schwächen ist. Innerhalb dieser Diskussion sind diese Schwächen wie vieles andere pointiert und übertrieben worden.
Diego hatte viele Stärken: Seine Tore und viele andere Szenen waren so ziemlich das Spektakulärste, an das ich mich in mittlerweise fast 40 Jahren Fansein erinnern kann. Er war oft der Spieler, der den Unterschied ausgemacht hat. Manchmal kamen wunderbare Spiele Werders dabei heraus. Diego war so eine Art Weltstar bei Werder und hinsichtlich seiner Außenwirkung kann ein Verein wie Werder froh sein, dass ein Spieler wie Diego bei Werder gespielt hat.
Und in schlechten Phasen hat Diego oft genug Werder den Ups, ich muss meine Wortwahl ändern ;) gerettet, weil er für eine entscheidende Aktion gut war. Er hat sich immer angeboten und hat auf dem Feld Verantwortung übernommen.
Es war (fast) immer erkennbar, dass er sich mit Werder identifiziert hat. Sein Abgang war sauber und - vor allem beim Pokalfinale 2009 - dürfte nicht nur mich berührt haben.

Aber ist dir nicht auch aufgefallen, dass er dazu neigte, den Ball zu lange zu halten, dass er dazu neigte sich in Dribblings zu verwickeln anstatt - wie Micoud zuvor - direkt zu spielen?
Kann es nicht sein, dass die Tatsache, dass Diego Verantwortung übernahm, den Ball forderte und so zum unumstrittenen Führungsspieler bei Werder wurde, nicht nur positive Folgen, sondern auch eine Kehrseite hatte?
Ich fand es relativ deutlich, dass Werder, wenn Diego und die ganze Mannschaft nicht einen Glanztag erwischt hatten, dadurch etwas berechenbar wurde und dass das es oft so war, dass kein rechter Spielfluss aufkam.
Sicher lag das jetzt nicht so direkt an Diegos Unwillen den Ball abzugeben. Mir geht es auch nicht um persönliche Schuldzuweisungen. Aber mein Eindruck ist schon, dass Diego im Bemühen, Verantwortung zu übernehmen, dazu neigte zu übertreiben, was die Folge hatte, dass seine Mitspieler etwas am Tropf ihres Führungsspielers hingen, abhängig waren und wurden von Diego und seinen Ideen und dabei auch selbst schwächer wurden bzw. der SV Werder drohte, zum FC Diego zu werden.
Auch das ist nicht Diegos Schuld in dem Sinne. Auch die anderen Spieler, die sich auf ihn verließen und der Trainer, der eine solche Entwicklungt zuließ, sind da in der Verantwortung.
Aber dennoch war Werders Spiel in manchen Phasen tendenziell (im Vergleich zur Micoud Zeit und tendenziell auch zur letzten Saison) unusgeglichen, eher schleppend, unstrukuriert, nicht klar, ohne das, was Werder auch mal ausgemacht hat, das raumgreifende (Aufbau)Spiel, welches über mehrere Spieler läuft und und einfache, klare Aktionen.
Und das widerspricht zumindest meiner (Ideal)Idee von gutem Fußball.

Natürlich neigt man in der rückschauenden Analyse dazu, so etwas zu pointieren und vielleicht auch irgendwie zu übertreiben. Diego war vielleicht auch eher die symbolische Figur, an der sich strukturelle Probleme bei Werder festmachen ließen, weil er eben Werders herauragende Figur war.
Aber ich habe ähnliche Bestandsaufnahmen auch schon gemacht als Diego noch hier spielte und zwar ohne jeden Einschlag von Mobbing oder persönlicher Missgunst gegenüber der Person Diego.

MFG dkbs
 
@dkbs: Diesen Beitrag würde ich am liebsten ganz oben an diesen Thread pinnen. 100% Zustimmung!

Es kommt bei der Beurteilung Diego´s eben auch immer ganz entscheidend darauf an, welche Art von Fußball man bevorzugt. Die Genialität individueller Aktionen ist viel eher dazu in der Lage die Massen zu begeistern als es das Spiel im Raum, die Fähigkeit ein Spiel zu lesen und Bälle zu verteilen usw. ist. Spieler, deren Spiel eher unspektakulär ist, werden mMn so tendenziell viel eher unterbewertet, vorallem wenn deren Stärken nicht unmittelbar zu gefährlichen Offensivszenen führen, sondern vielmehr "nur" dem gesamten Spiel der Manschaft zugute kommen (Baumann, Bargfrede, zum Teil Özil) wohingegend der überragende Individualist meist etwas besser wegkommt, da seine Stärken viel offensichtlicher sind.
Das muss den Wert eines Diego´s ja keineswegs schmälern, aber man sollte seine Schwächen eben auch nicht immer kleinreden wie es hier nach dem Motto "nur weil er mal die Bälle zulange hält" oft geschieht.
 
Gerade zum zweiten mal gute Vorarbeit auf den Kopf von Grafite zum zweiten Tor für WOB. Dazu zwei Torchancen vorbereitet (auf Dzeko), plus mehrere Torschussvorlagen. :)
 
Weil ich dich wegen deiner stets ausgleichenden/ausgewogenen Beiträge und differenzierten Betrachtungen schätze (auch wenn ich die natürlich nicht immer teile) will ich dir auf deine Fragen antworten (auch wenn ich mich zu diesem Thema eigentlich nicht mehr groß auslassen wollte ...).
Diego hatte viele Stärken: Seine Tore und viele andere Szenen waren so ziemlich das Spektakulärste, an das ich mich in mittlerweise fast 40 Jahren Fansein erinnern kann. Er war oft der Spieler, der den Unterschied ausgemacht hat. Manchmal kamen wunderbare Spiele Werders dabei heraus. Diego war so eine Art Weltstar bei Werder und hinsichtlich seiner Außenwirkung kann ein Verein wie Werder froh sein, dass ein Spieler wie Diego bei Werder gespielt hat.
Und in schlechten Phasen hat Diego oft genug Werder den Ups, ich muss meine Wortwahl ändern ;) gerettet, weil er für eine entscheidende Aktion gut war. Er hat sich immer angeboten und hat auf dem Feld Verantwortung übernommen.
Es war (fast) immer erkennbar, dass er sich mit Werder identifiziert hat. Sein Abgang war sauber und - vor allem beim Pokalfinale 2009 - dürfte nicht nur mich berührt haben.
So weit, so gut ! Das kann ich zu 95 % unterschreiben. Und - gerade weil ich dies zu 95 % unterschreiben kann, erscheinen mir die folgenden, in Frageform gekleideten Darstellungen/Mutmaßungen überflüssig bzw. unangebracht.
Aber ist dir nicht auch aufgefallen, dass er dazu neigte, den Ball zu lange zu halten, dass er dazu neigte sich in Dribblings zu verwickeln anstatt - wie Micoud zuvor - direkt zu spielen?
Natürlich ist er ein anderer Spielertyp als Joe Micoud. Da braucht man sich nicht ernsthaft drüber zu streiten. Und ja, natürlich hat er es in der Anfangsphase seines Engagements beim SV Werder mit dem Ball Halten ein wenig übertrieben, was auch mich seinerzeit z.T. nervte. Dieses hat sich aber relativ schnell auf ein vernünftiges Maß reduziert. Auch Diego hat sehr wohl desöfteren bewiesen, dass er ein Spiel schnell machen kann. Dabei hat er die Fähigkeit, den Ball zu behaupten weiterhin oft genug auch gewinnbringend eingebracht. Die Situationen, in denen ich mich aufgeregt habe, dass er nicht weiterspielt, hielten sich in sehr überschaubarem Rahmen. Aber selbst diese Situationen waren für mich nicht automatisch "Spielverhinderung". Je nach Spielverlauf war es durchaus auch mal clever, erst einmal auf Ruhe und Ballbesitz zu setzen, anstatt jeden Ball sofort nach vorn zu spielen. Ich persönlich halte die Darstellungen, dass er in seiner ganzen Werder-Zeit "den Spielfluss störte" und "den Ball zu lange hielt" für schlichtweg falsch - aber das ist meine persönlich Sicht, das kann jeder gern anders sehen.
Kann es nicht sein, dass die Tatsache, dass Diego Verantwortung übernahm, den Ball forderte und so zum unumstrittenen Führungsspieler bei Werder wurde, nicht nur positive Folgen, sondern auch eine Kehrseite hatte?
Die wenigsten Dinge im Leben sind durchweg positiv. Wenn man das so betrachtet, kann man sich natürlich auch bemühen, negative Momente rauszukramen. Wie gesagt, ich hab mich durchaus auch gelegentlich über Aktionen von Diego aufgeregt - allerdings hat er sich ja recht schnell so viel Kredit erspielt, dass das absolut nicht ins Gewicht fiel. Das Spiel des SV Werder mit Diego war ein sportlich erfolgreiches Spiel von hohem Unterhaltungswert - auf den kurzen Nenner kann ich das bringen. Und wenn mich etwas so überzeugt, dann suche ich nicht zwanghaft nach Negativem. Micoud war ein einzigartiger Glücksfall - allein ihn live zu sehen war wirklich jeden Cent Wert. Das diese one-touch-Fähigkeit und die Fähigkeit, ein Spiel zu lesen, in dieser Form eher nicht wieder zu sehen sein würde, war mir bei seinem Abschied klar. Wenn man das Spiel gern so weiter praktiziert wissen will, wird man zwangsläufig entäuscht sein.
Ich war gerade deshalb sehr angetan davon, dass es TS gelungen ist, die Fähigkeiten eines neuen Spielmachers so optimal einzubinden und den Erfolgskurs beizubehalten.
Aber mein Eindruck ist schon, dass Diego im Bemühen, Verantwortung zu übernehmen, dazu neigte zu übertreiben, was die Folge hatte, dass seine Mitspieler etwas am Tropf ihres Führungsspielers hingen, abhängig waren und wurden von Diego und seinen Ideen und dabei auch selbst schwächer wurden bzw. der SV Werder drohte, zum FC Diego zu werden.
Ich persönlich halte es für absurd, einem Spieler vorzuwerfen, dass er "zu gut ist" (das bedeuten solche Aussagen im Ergebnis doch letztlich). Nach dieser unsäglichen Darstellung, hängt also z.B. der FC Bayern "am Tropf" von Robben. Wenn der SV Werder - wie in der letzten Saison - 3 offensive MF-Kräfte wirbeln lässt (Hunt, Marin, Özil), dann ist das natürlich eine ganz glückliche Situation, weil ein Ausfall/eine Sperre nicht sofort Schweißausbrüche zur Folge hat. Das liegt natürlich auch daran, dass diese 3 einfach keine so kontinuierlichen top-Leistungen abrufen konnten, für die ein Diego stand (Marin vielleicht noch am ehesten). Wenn es z.B. Özil schon zu seiner Werder-Zeit geschafft hätte, Dreh- und Angelpunkt des Werder-Offensivspiels zu werden, hätte mich das sehr gefreut. Da hätte ich dann auch liebend gern in Kauf genommen, dass "der Gegner sich darauf einstellt" oder dass er nach Möglichkeit nicht ausfallen sollte. Im Moment ist Claudio Pizarro der Spieler, der nicht ausfallen darf. Der SV Werder hängt im Moment aber so was von "am Tropf" Pizarros. Das ist natürlich sicher nicht gut - aber Pizarro ist da dann doch der letzte, dem ich das vorwerfen wollte. Vor ihm kann ich mich nur verneigen. Der SV Werder hat sicher auch weiterhin nicht die Möglichkeiten, ein Kollektiv von ähnlich starken Spielern auf höherem Niveau aufzubieten. Da wird immer der eine oder andere herausragen bzw. "unersetzbar" sein. Wie es z.B. Diego ganz offensichtlich im UEFA-Cup Finale war. Ich suche aber deswegen nicht nach "Schuldigen" für diese hohe individuelle Klasse oder dafür, dass wir da nicht eine ganze Hand voll davon haben. Auch das kann aber jeder gern anders halten.

Dass du keine "persönliche Missgunst" gegenüber Diego hegst, glaube ich dir im übrigen gern. Das brauchst du nicht extra zu betonen.

Ach ja - dieses war jetzt eine Antwort für dkbs !
 
@Mick

Mal ne Frage. Was suchst du hier?? Warum schreibst du hier?

Zu eurer Diskussion.
Diego war in meinen 30 Jahren "Fansein", ein absolutes Highlight für Werder, und für mich persönlich. Er war Leistungsträger und zurecht unser Publikumsliebling. Natürlich hatte ein Diego auch seine Fehler, Schwächephasen und Spielaktionen die teilweise dilletantisch waren. Aber Leute er ist auch nur ein Mensch. Genauso verhält es sich mit Özil und Joe. Alle drei waren waren genial in unterschiedlicher Art und Weise. Alle drei haben unser Spiel, uns Fans und die gesammte Liga bereichert und wir sollten Stolz sein, das sie für uns gekickt haben.

Wenn ich mir aber Micks Post durchlese, und das mache ich jetzt seid ungefähr 50 Seiten, kommt mir echt die Kotze hoch. Allein seine Posts zum Pokalfinale sind einfach nur lächerlich und haben soviel Nährwert wie ein abgestorbener Fußnagel. Wenn er auf "Rasenschach" steht, denke ich, sollte er sich einen Verein aus dem Süden anschließen. Werder Bremen ist für mich mehr als taktisches Geplänkel und dient für mich nicht als Anschauungs untericht für zukünftige Trainer. Werder Bremen heißt für mich Spektakel und was besonderes in der Bundesliga.
 
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