Religionen - Gott und die Welt, Kritik und Krieg

Werdet ihr Euch am Kirchentag 2009 in Bremen beteiligen?

  • Ja, ich werde als Dauerteilnehmer dabei sein.

    Votes: 3 2,5%
  • Ja, ich werde als Tagesbesucher dabei sein.

    Votes: 3 2,5%
  • Ja, ich bin als Mitwirkender dabei.

    Votes: 2 1,7%
  • Ja, ich bin als Helfer dabei.

    Votes: 1 0,8%
  • Ja, ich stelle eine Privatquartier zur Verfügung.

    Votes: 0 0,0%
  • Ich weiß noch nicht, ob ich mich am Kirchentag beteilige.

    Votes: 9 7,5%
  • Nein, ich werde mich auf keinen Fall am Kirchentag beteiligen.

    Votes: 93 77,5%
  • Nein, ich bin katholisch oder andersgläubig

    Votes: 26 21,7%

  • Total voters
    120
@Tasja
Schweinefleisch wurde damals wegen einer Seuche verboten
Alle Tiere, die gespaltene Klauen haben, Paarzeher sind und
wiederkäuen, dürft ihr essen. […] Ihr sollt für unrein halten
das Wildschwein, weil es zwar gespaltene Klauen hat und
Paarzeher ist, aber nicht wiederkäut. Ihr dürft von ihrem
Fleisch nicht essen und ihr Aas nicht berühren; ihr sollt sie
für unrein halten. (3. Buch Mose 11) Verboten hat Er euch
nur (den Genuss von) natürlich Verendetem, Blut,
Schweinefleisch und dem, worüber etwas anderes als Allah
angerufen worden ist. Wenn aber jemand (dazu) gezwungen
ist, ohne (es) zu begehren und ohne das Maß zu überschreiten,
so trifft ihn keine Schuld; wahrlich, Allah ist Allverzeihend,
Barmherzig. (Koran 2,173)
 
Es ist schwer zu erklären, vor allem verstehen
die Leute anderer Religion dieses Thema nicht.
Wie bereits schon geschrieben wurde Schweinefleisch
wegen einer Seuche verboten. Die von Schweinen
ausging und nicht von Wildschweinen. Darin liegt der Unterschied.

"Jede Religion hat ihren eigenen Glauben."
 
Häufig wird als Grund für das Tragen eines
Kopftuchs auf den Koran verwiesen. In Frage
kommen hierbei drei Verse. Keine der drei in Frage
kommenden Koranverse bietet einen eindeutigen Anhaltspunkt,
dass Frauen ein Kopftuch oder einen gesichtsverhüllenden Schleier
tragen sollen, jedoch beharren viele klassische Koraninterpreten
darauf, dass es eine religiöse Pflicht für Musliminnen zum Tragen eines
Kopftuches oder einer anderen Verschleierung gebe. Es gibt kein
genauen Satz der das einleitet.

Im Übrigen ist es alles eine Sache des Glaubens und
wie man aufgewachsen ist. Aber einen religösen Hintergrund hat es
schon.
 
Dem nahen Osten würde mehr Muslime mit deiner liberaleren Einstellung gut tun.
Bist du in Deutschland geboren? Würde mich nicht wundern, wenn.

In vielen arabischen Ländern wächst eine Generation junger Muslime nach, die westlichen Trends folgt und Kopftücher oder Burkas ablehnt. Manche FrauenrechtlerInnen hoffen daher, dass ein demografischer Wandel auf dem arabischen Kontinent das Problem automatisch löst bzw. abschwächt. :)
 
Dass du kein Kopftuch trägst ist Indiz dafür, dass du westliche geprägt bist. In Deutschland tragen Mädchen deiner Generation in der Regel kein Kopftuch. Wie gesagt, den Trend gibt es auch in anderen Nationen, aber hier ist er noch konsequenter. Zudem war auch Intuition dabei.


Naja, was heißt "die Einstellung gefällt mir". Zumindest "wehrst" du dich gegen ein Symbol, was religiöser gemacht wird als es ist und von Autoritäten mit religiösem Anspruch im Namen Allahs die Einschränkung der Rechte der Frau bishin zur Unterdrückung rechtfertigt.
Ich habe aber den Eindruck, dass du dich ziemlich eng am Koran hälst. Würdest du ein Kopftuch tragen, wenn es unmissverständlich im Koran gefordert werden würde?
Ich finde es gefährlich und sogar fragwürdig, sich wörtlich und fundamentalistisch an religiöse Schriften zu halten - und das sag ich dir nicht als Atheist, sondern als Christ, der selber so einen Wälzer mit Geboten hat.
Jedes dieser Bücher ist zeitgenössisch vom Menschen geschrieben und vertritt moralische und geschichtliche Maßstäbe aus der Zeit.
Mit der Seuche, die von Schweinen übertragen wurde, lieferst du ja selber ein Beispiel. Weil es diese Seuche gab, wurde zu der Zeit vom Schweinefleisch abgeraten. Das ganze verjährt aber irgendwann, aber durch die religiöse Bedeutung des Korans - den man auch geschichtlich lesen kann - wird aus einer historisch begründeten Warnung vor Jahrhunderten eine religiöse Regel. Mut zum Antifundamentalismus ist was Schönes, ja sogar was sehr Wichtiges für die Religion in unserer heutigen Gesellschaft.

Ich will dich aber auf keinen Fall religiös umerziehen. Ich bin da tolerant. ;)
 
Ich habe aber den Eindruck, dass du dich ziemlich eng am Koran hälst.
Würdest du ein Kopftuch tragen, wenn es
unmissverständlich im Koran gefordert werden würde?

Nun so eng halte ich mich auch nicht daran, lt. Koran sollte man 5 mal am
Tag beten, was ich aber auch nicht tue, ich bete vor dem Essen und vor dem zu Bett gehen.
Und ich bete auch nicht in den verschieden Gebetsabschnitten, ich sage das
Glaubensbekenntnis auf und das wars.
Ich würde auch dann kein Kopftuch tragen,wenn es deutlich im Koran stehen würde.

Der Koran schreibt dem Gläubigen das Pflichtgebet zu fünf
bestimmten Tageszeiten vor. Man unterscheidet die eigentlichen
Pflichtgebete (fard), die keinesfalls unterlassen werden dürfen,
von den sogenannten sunna-Gebeten, die den fard-Gebeten
vorangehen oder folgen. Nafl-Gebete sind vollkommen freiwillige
Gebete. Witr ist ein verbindliches Gebet, das nach dem
Nachtgebet verrichtet wird und aus drei Gebetsabschnitten besteht.
Alle Gebete bestehen aus einer bestimmten Anzahl von Gebetsabschnitten.
 
Ich frage jetzt wirklich nur aus Neugier, bin der sicherlich der Letzte, der irgend jemandem wegen seinem Glauben auf den Schlips treten will aber ich habe mich gerade etwas gefragt: Welchen Zweck haben Schweine denn in der islamischen oder jüdischen Welt, wenn sie doch tlw. nicht einmal tot angefasst werden dürfen? Sie wurden doch schließlich erschaffen wie alles andere auch, da kommt es mir komisch vor, dass Gott etwas erschafft, was grundsätzlich nicht gut ist. Gibt es Gläubige, die Schweine grundsätzlich gerne ausrotten würden?
 
Ich frage jetzt wirklich nur aus Neugier, bin der sicherlich der Letzte, der irgend jemandem wegen seinem Glauben auf den Schlips treten will aber ich habe mich gerade etwas gefragt: Welchen Zweck haben Schweine denn in der islamischen oder jüdischen Welt, wenn sie doch tlw. nicht einmal tot angefasst werden dürfen? Sie wurden doch schließlich erschaffen wie alles andere auch, da kommt es mir komisch vor, dass Gott etwas erschafft, was grundsätzlich nicht gut ist. Gibt es Gläubige, die Schweine grundsätzlich gerne ausrotten würden?

Vielleicht haben sie ja einfach nur den Zweck zu leben und die Welt zu bevölkern und den gleichen Zweck wie irgendwelche Insekten in irgendeinem Regenwald. Es haben doch nicht alle Lebewesen einen Zweck für den Menschen und werden gegessen oder ähnliches.
 
Ich denke es gibt nicht eine Religion, die irgendwen oder irgendwas
"ausrotten" wollen würde.
Es ist ein schwieriges Thema, und ich glaube das nicht alle
diese Religion mit dem damit verbundenen Glauben verstehen.

Im Islam und Judentum gilt das Schwein als unheilig – nicht nur,
weil es sich im Dreck suhlt. Früher war der Verzicht auf das Fleisch eine Abgrenzung zu anderen Völkern.
Jüdische und muslimische Gelehrte missbilligen das Schwein gleichermaßen für seine unreine Lebensweise.
Unrein ist es ihrer Meinung nach, weil es sich gerne im Dreck suhlt, Krankheiten überträgt und Abfall,
Aas und selbst die eigenen Exkremente frisst. Ich weiß das Ziegen und Hühner ebenfalls in Notzeiten ihren
eigenen Kot fressen und auch Krankheiten auf den Menschen übertragen können und trotzdem
nicht verboten sind. Viele werden sich jetzt fragen
"Warum traf es also das Schwein"?
Dazu hier eine Erklärung:
Die schmuddelige Lebensweise der Schweine ist nicht der ausschlaggebene Punkt.
Als Allesfresser konkurriert das Schwein in Zeiten der Not mit dem
Menschen um Nahrung. Weil es außerdem keine Milch geben, keinen Pflug ziehen und niemand auf ihm reiten kann,
nützt das Schwein wenig. Laut dem amerikanischen Anthropologen Marvin Harris verzichteten die Israeliten im
Altertum deshalb schon vor dem Verbot auf die Schweinezucht.
Im frühen östlichen Mittelmeer bedeutete das eine klare Abgrenzung zu anderen Völkern. Den Israeliten kam das
entgegen, weil sie sich als monotheistische Gemeinschaft von den polytheistischen Schweinefans um sie
herum abgrenzen wollten. Auf den Verzicht folgte das Verbot des Schweinefleischs, das bis in die Gegenwart
Gruppengefühl und Identität unter den Juden stiftet.
Der Islam übernahm diese Ernährungsvorschrift, um sich bewusst in die Tradition des Judentums zu stellen.
Gleichzeitig entstand aber auch das muslimische Alkoholverbot zur Abgrenzung vom Judaismus.

"Durch das, was wir nicht essen, zeigen wir Menschen einander an, woran wir glauben und was uns wichtig ist."

Nur wenige gläubige Menschen kennen den Hintergrund oder die Entstehung ihres Nahrungsgebots.
Es ist ein eindeutiges Verbot im Koran und deswegen werden die Hintergründe auch nicht groß hinterfragt.
Das ist auch Sinn und Zweck der Religiosität.

"Den Ursprung der Nahrungsgebote kennt keiner so genau. Im Prinzip befolgt man sie, weil es einfach so ist."

Und damit ist das Schlusswort gefallen, es ist einfach so.
 
Ich meine mich an eine historisch-ökonomische Ursache zu erinnern. Schweine waren als Nutztiere nicht ideal, um gezüchtet zu werden. Lag an den Umweltbedingungen, so dass auf andere Zuchttiere zum Überleben zurückgegriffen wurde. Daraus entwickelte sich dann eine religiöse Tradition für Judentum und Islam, die schriftlich und mündlich überliefert wurde, irgendwann den Koran erreichte und somit ein religiöses Konnotat bekam.
 
Ich wurde zwar getauft, als Baby, gegen meine Willen, aber haben mich nie zur Evangelischen Kirche bekannt. Bin also ein Atheist, da ich nicht viel mit Religion zu tun habe/haben möchte und ich es sowieso nur als "Streitthema" der Menschheit sehe.
 
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