Loveparade 2010

Auch ich habe die PK in voller Länge eben gesehen, zum Teil mit großem Unverständnis.
So bitter es auch ist wird die Öffentlichkeit nicht erwarten können, dass eine solche Katastrophe keine 24 Stunden später bereits aufgearbeitet ist und 99% der Fragen beantwortet werden können. Auch ich habe die Antworten der vier Beteiligten der PK als ausweichend empfunden aber zum Teil ist es nun mal so, dass da erst mal einiges ermittelt werden muß. Und wenn da jetzt jemand von der Staatsanwaltschaft and der PK teilgenommen hätte dann wären von dieser Seite auch nur Aussagen gekommen wie "....können wir uns derzeit nicht äußern da hier noch Ermittlungen laufen, welchen wir nicht vorgreifen möchten...".
Was den Veranstalter angeht, auch hierüber wurde hier ja bereits geschrieben: Ihm konnte man meiner Meinung nach wirkich glaubhaft tiefe, tiefe Betroffenheit ansehen. Die anderen drei waren da eher nüchtern/kühl/sachlich/reserviert/oberflächlich.
Eine entscheidende Frage hat mir seitens der Medien dann noch gefehlt:
Wie geht es weiter bzgl. der Katastrophe danach? Stehen genügend Kriseninterventionsteams, Nachsorgeteams, Notfallseelsorger, Psychologen und was auch immer zur Stelle für die Angehörigen der Toten, für die Verletzten sowie die unfreiwilligen Augenzeugen und Helfer der Rettungsdienste? Die Tatsache, mit welcher "Professionalität" man seitens der Stadt Duisburg die Hotline betreibt (unbestätigten Angaben zu Folge 500.000 Anrufe, von denen überhaupt nur 5.000 entgegen genommen werden konnten) gibt da aber bereits indirekt eine Antwort auf diese Frage.....
 
Doch es kann angehen und ist gruindsätzlich sogar richtig.
Was ist bitte daran richtig, dass es nun keine offizielle Aussage zum Vorfall selbst gibt bis da in einigen Monaten der Prozess beginnt?

Es geht nicht um die Frage wer Schuld hat aber darum was gestern passierte. Und da hat man doch wohl als öffentliche Institution die Pflicht die Fakten der Öffentlichkeit zu präsentieren die bereits jetzt vorliegen und das gestrige Geschehen schildern. Man kann dabei ja immer anmerken, dass das nur dem Wissensstand entspricht und entsprechend in den weiteren Ermittlungen noch verifiziert werden müssen.

Man kann doch nicht am Dienstag ein Sicherheitskonzept auf einer PK präsentieren und erläutern und vier Tage später äußert man sich zu dem gleichen Konzept und den gleichen Fragen nicht mehr.
 
Laut dem an der Planung des Sicherheitskonzeptes beteiligten Panikforschers hätte man nicht mit abstürzenden Menschen rechnen können, die diese Panik ausgelöst haben. Sehe ich mir die Bilder vom Ort des Geschenehns an hätte man bei Höhen von mehr als 4metern durchaus damit rechnen können. Wir wissen doch alle wie LP-Besucher drauf sind: PARTY!!! Dass die nicht so vernünftig handeln wie die Besucher eines Klassik-Konzerts ist bekannt.

WARUM eine Panik ausbricht ist doch auch egal. SOBALD sie ausbricht muss darauf reagiert werden, die Masse auf Freiflächen o.ä. abgeleitet werden. War hier nicht möglich. Das Gelände war dermaßen ungeeignet, dass ich nicht glauben kann, die Genehmigungsverfahren liefen sauber ab. Ich erwarte, dass eineige Verantwortliche aus ihren Funktionen entfernt und zur Rechenschaft gezogen werden.

An einem geeigneteren Ort kann die LP prinzipiell wieder statt finden. Nur wie verkauft man die Nachfolgeveranstaltung eines solchen Desasters als Party? Wohl gar nicht.
 
Laut Polizei-PK waren ja nur 105.000 Leute mit dem Zug angereist und ungefähr noch mal so viele per Auto und zu Fuß (= 200.000)

Lächerlich! Da werden noch einige ihren Job (zurecht) los!

Edit: Die Pressekonferenz wird gleich auf NTV wiederholt. Wer sich das noch mal antun will... ein kleiner TV-Tipp!
 
Weil man momentan fast nur spekulieren kann?
Ja natürlich, die Zeitungen und das Internet sind voll von Berichten und Augenzeugen aber es ist von offizieller Seite nicht machbar einmal chronologisch aufzuführen was gestern überhaupt passierte weil dieses höchst spekulativ wäre... Da müssen wohl erst 200 Sachverständige nach den Sommerferien ran um den genauen Sachverhalt herauszuarbeiten. Ohne Abschlussbericht darf man sich wohl nicht äußern.

Ein "Nach dem jetzigen Kenntnisstand kam es dazu, dass ..." hätte es doch auch getan.

Die PK hat ja mit verweis auf die Staatsanwaltschaft zum Geschehen selbst _gar nichts_ gesagt. "Wir sind alle traurig, 19 Leute sind tot, mehr gibt es dazu nicht zu sagen wegen den laufenden Ermittlungen." Somit war die PK einfach nur lächerlich und unnötig da von offizieller Seite keine neuen Kenntnisse veröffentlicht worden sind.
 
Ich weiß nicht was widerlicher ist: Das Geschehene oder die Diskussion hier. Der Thread wird auf meine Ignore-Liste gesetzt, damit ich mich nicht mehr über einige Leute hier aufrege.
 
Ich finds ziemlich makaber, dass da viele Leute nachts einfach weitergefeiert haben, trotz der Tragödie. Aber passt ja zum Niveau der Loveparade. Gott sei Dank wird das jetzt abgeschafft.
 
@janause. Ich war nicht auf dem Gelände, kann mir aber gut vorstellen, dass ein Abbruch zu noch viel mehr Chaos geführt hätte, weil dann alle gleichzeitig nach Hause hätten fahren wollen - was mit den Nadelöhren Tunnel und Duisburg HBF niemals funktioniert hätte. Insofern denke ich, dass es seitens der Veranstalter richtig war, die Veranstaltung nicht abzubrechen und die Gäste nicht über die Vorfälle zu informieren.

@Crockett. Auf der PK wurde gesagt, dass es keine Loveparade mehr geben wird. Natürlich kann es sein, dass jemand in ein paar Jahren auf die Idee kommt, etwas Vergleichbares aufzuziehen. Aber derjenige wird dann hoffentlich Lehren aus den Geschehnissen ziehen und das Ganze anders organisieren (z. B. mit Eintrittskarten wie von einem User weiter oben vorgeschlagen).
 
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