sollte man tatsächlich am ende aymen zurückholen wäre das ein eingeständnis für schlechtes verhandeln diesen sommer. ein eingeständnis, dass man einen besseren nicht zu werder lotsen konnte. und ein besserer als der aymen, den wir auf dem platz gesehen haben, sollte für eine mannschaft wie werder kein problem darstellen.
Wenn es denn zu Verhandlungen kommt.
"Ein Verein wie Werder" ist nunmal von Planungssicherheit abhängig, die uns die Teilnahme an der CL-Quali nicht bieten kann. Es ist schon etwas anders, ob man nun 20 Mio in der CL-Vorunde fest einkalkulieren kann oder von dem Erreichen der KO-Runden in der EL abhängig ist um überhaupt nennenswerte Beträge zu erwirtschaften.
So lange diese Planungssicherheit nicht gegeben ist, wird es in Bremen keine finanziellen Harakiri-Aktionen geben, ob uns das nun gefällt oder nicht. Dass bis zum Zeitpunkt der Planungssicherheit diejenigen Vereine zuschlagen, die diese Planungssicherheit haben oder per se vermögender sind, liegt in der Natur der Sache und ist uns sicher nicht neu - wenn andere Teams dann Spieler verpflichten, die uns auch gut zu Gesicht gestanden hätten, lässt sich wohl in den meisten Fällen nicht vermeiden.
Das hat in meinen Augen auch nichts mit schlechten Verhandlungen zu tun - denn wie die Vereine wollen ja auch die Spieler Planungssicherheit, und da wird man sich nicht von Werder Bremen bis zum Ende der CL-Quali hinhalten lassen, wenn man sofort bei einem anderen CL-Anwärter unterschreiben kann.
Ob man dann aus purem Aktionismus Spieler holen soll, die den Ansprüchen nicht genügen, oder doch lieber günstige Leihspieler zu integrieren versucht, muss jeder für sich entscheiden. Ich bin jedenfalls froh, dass wir trotz Erfahrungen wie mit C. Alberto weitaus weniger Geld in den Sand gesetzt haben als andere Vereine mit großen Ambitionen.
Das ist übrigens m.E. auch der Grund, warum wir in den letzten 2 Jahren trotz etwas schwächerer Leistungen keinen nenneswerten Aderlass beklagen mussten - man wirtschaftet so, dass man eine kurze sportliche Durststrecke ohne Spielerabgänge überbrücken kann. Das geht nur, wenn man in einem gewissen Maße Reserven aufbaut und nicht, wie von vielen gefordert, alles eingenommene Geld sofort in neue Beine investiert.
Was speziell die LV-Position angeht, ist ja auch schon oft darüber gesprochen worden, dass hier sehr komplette Spieler eingesetzt werden müssen. Defensiv wie offensiv müssen Qualitäten vorhanden sein, die einem CL-Anwärter genügen. Sucht man dazu noch einen Linksfuss, schränkt dies das Angebot noch weiter ein und macht die Spieler fast so teuer wie filigrane Offensivkräfte, die tendenziell ja auch sehr schnell im Transferwert steigen.
So kommt es dann eben auch zu Experimenten wie Aymen Abdennour, der ja im Grund "nur" ein halbes Jahr hatte, denn i.d.R. bleiben Leihspieler ja schon 1 Jahr und bestreiten im Optimalfall in jeder Halbserie eine intensive Vorbereitung. Ein halbes Jahr hat ihn hier nicht gereicht, um hier seine Qualität unter Beweis zu stellen und sich einzugewöhnen - ob dies bei einem Leihgeschäft von Saisonbeginn an anders gewesen wäre, vermag ich nicht zu beurteilen. Auch nicht, ob er wirklich noch Luft nach oben hat oder hier schon alles gezeigt hat. Auf keinen Fall aber würde ich ein abschließendes Urteil dahingehend fällen, dass er einfach nichts kann.
Also, ein bisschen differenzierter muss man die Personalie LV schon betrachten.