Hier mal ein guter Kommentar der SportBild zur aktuelle Situation:
Wirbel um Özil verstellt Blick auf wahre Probleme
Wirbel um Özil verstellt Blick auf wahre Probleme
Sein Auftritt im Nationaltrikot gegen Südafrika sorgte für riesigen Wirbel. Mesut Özil führte glänzend Regie, leitete das erste Tor für Deutschland ein, das zweite erzielte er selbst. Mario Gomez schwärmte: Wir können froh sein, so einen geilen Kicker zu haben."
Ganz Deutschland feiert derzeit Mesut Özil als neuen Super-Star. Am größten dürfte darüber die Freude beim DFB sein. Denn der Wirbel um den Deutsch-Türken verstellt den Blick auf die dringenden Probleme der Nationalelf.
Urplötzlich sind die Diskussionen um die Personal-Entscheidungen von Bundestrainer Joachim Löw verstummt. Dieser war zuvor hart kritisiert worden, weil er altbewährte, aber völlig formschwache Kräfte nominierte - wie Klose, Podolski oder Cacau. Vier-Tore-Stürmer Stefan Kießling ließ er unberücksichtigt.
Nur wenige diskutieren noch ernsthaft, wen der Bundestrainer neben Per Mertesacker in der Innenverteidigung spielen lassen soll.
Das größte Problem allerdings ist: Vor dem entscheidenden Spiel um den Gruppensieg und die WM-Quali gegen Russland weiß eigentlich niemand, wo das DFB-Team wirklich steht. Südafrika, Aserbaidschan, die Vereinigten Arabischen Emirate, China, Wales, Liechtenstein - Gegner für eine echte Standortbestimmung? Sicher nicht.
Große Namen wie Argentinien, Brasilien oder Spanien? Die sucht man vergeblich.
Der DFB hat es versäumt, der Nationalelf einen echten Prüfstein in den Weg zu legen. Jetzt haben wir keine Erkenntnisse, wie stark wir wirklich sind. Die Löw-Auswahl geht völlig blauäugig ins Russland-Spiel. Daran wird auch das Rückspiel gegen Aserbaidschan nichts ändern. Und mag Özil auch in diesem Spiel noch so glänzen.
Florian Wichert




