Zum Erhalt der Fankultur: Demo am 09.10.2010 in Berlin

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Sehe ich ähnlich, nur erreicht man dies nur mit vernünftigen(!) Gesprächen und Argumenten.

Sowas wie "Gegen ALLE Stadionverbote", "ACAB", "Fussballfans sind keine Verbrecher" usw. helfen dort nicht weiter.

jep, auch auf der anderen seite ist ganz klar ne große doppelmoral vorhanden. einerseits möchte man als mündiger staatsbürger wahrgenommen werden, andererseits gefällt man sich (zumeist sehr unreflektiert) in seiner rolle als "outlaw".
das fängt zb. damit an, dass es in vielen szenen eine selbstverständlichkeit ist, utensilien von (auch unbeteiligten) gästefans zu ziehen oder eben auch trotzreaktionen wie jetzt-erst-recht pyro zu zünden (hoffenheim hab ich momentan nicht auf dem schirm, aber ansonsten brannte bei jedem auswärtsspiel im block was). gerade sowas macht für viele aber sicher auch den reiz aus.

bei pyroaktionen im block werden zb doch auch die meisten kameras gezückt und ich bezweifle, dass das geschieht, um eine straftat zu dokumentieren. nein, damit soll die stimmung (sic!) eingefangen werden.

ich seh das eigentlich ähnlich, wie bei der schlechten heimstimmung, bei der immer alle rumnölen: wenn es tatsächlich eine so überwältigende mehrheit gibt, die unzufrieden mit der situation ist, dann tut euch zusammen und lasst es die vermeintlichen verursacher wissen, dass es so nicht geht/ erwünscht ist. und ändert es!
 
bei pyroaktionen im block werden zb doch auch die meisten kameras gezückt und ich bezweifle, dass das geschieht, um eine straftat zu dokumentieren. nein, damit soll die stimmung (sic!) eingefangen werden.

Also ich fotographiere sowas auch.
Bei mir ist es nicht zwingend (wenn was passiert dann schon) wegen Straftaten, sondern wegen der Argumente: Das war keiner von uns.
Ich empfand es in Leverkusen nicht als "Stimmung".
Es gibt aber auch bestimmte Szenarien die auch ich toll finde. Gut gezündete Bengalen z.b..
Die Faszination an Rauch (auch farbigem) kann ich nicht nachvollziehen.
 
Das leider viele Pyroaktionen filmen und 2 Stunden später sich drüber aufregen kann ich auch nicht nachvollziehen

Und ein verantwortungsbewusster Umgang mit Pyro ist wie schon oft bewiesen wurde möglich, und in Österreich konnte man mit der Kampagne "Pyrotechnik ist kein Verbrechen" auch schon etwas erreichen, was auch durchaus hier in Deutschland denkbar wäre
 
Fandemo in Berlin ein voller Erfolg: 10.000 auf der Straße

Berlin, 10. Oktober 2010 – Die gemeinsame Fandemonstration, zu der die drei Fanorganisationen Unsere Kurve, BAFF und ProFans gemeinsam mit weiteren Fan- und Ultragruppen aus ganz Deutschland aufgerufen hatten, wird von den Organisatoren als voller Erfolg gewertet. Mehr als 160 Fangruppen von mehr als 50 Vereinen folgten dem Aufruf und kamen nach Berlin. Insgesamt gingen 10.000 Menschen für ihre Fankultur auf die Straße.

Lautstark und bunt ging es auf der Demonstration zu, während der es vollkommen friedlich blieb. Die Teilnehmer machten Werbung für eine bunte, kreative und vielseitig faszinierende Fankultur. Dabei nutzten sie zahlreiche Fahnen, Transparente und Doppelhalter. Mehrere Redner informierten, worum es den Fans geht und ernteten dafür Applaus.

Sie wiesen auf die Problematik der Restriktionen bei den essentiellen Kurvenelementen, der Fanutensilien, ebenso hin, wie auf die nur noch auf das TV ausgerichteten Spieltagsterminierungen. Vor dem „modernen Fußball“ und seiner maßlosen Entwicklung wurde erneut gewarnt und auf die Probleme bei der Vergabe von Stadionverboten VOR dem Beweis der Schuld des Betroffenen hingewiesen. Auch die berüchtigte Datei Gewalttäter Sport stand auf der Agenda. Hier wurde als Minimalziel eine Transparenz hinsichtlich ihrer Führung gefordert, damit niemand zu Unrecht darin geführt wird.

Doch auch selbstkritische Töne waren zu hören: Die Fans waren sich bewusst, dass die geforderten Freiheiten auch Verantwortung mit sich bringen. Deshalb wurde noch einmal darauf hingewiesen, dass innerhalb der verschiedenen Fanszenen eine selbstkritische Reflexion der eigenen Handlungsweisen bereits eingesetzt hat und zukünftig weiter stattfinden muss, um als glaubwürdiger Ansprechpartner auf Augenhöhe zu agieren.

Begrüßt wurde von den Teilnehmern zudem das Engagement von Amnesty Polizei im Rahmen der Fandemonstration. Hier ist eine weitere Zusammenarbeit wünschenswert.

Die Demo „Zum Erhalt der Fankultur“ war erst der Anfang und der Beginn einer längerfristig angelegten Kampagne, bei der jeder Fan eingeladen ist mitzuwirken. Es wurde die Internetseite http://www.erhalt-der-fankultur.de eingerichtet, auf der künftig über sämtliche Beiträge und Aktionen für diese Kampagne berichtet wird. Auf der Internetseite sind auch weiterführende Texte und Informationen sowie Fotos der Demo zu finden.
!!!
 
Und was hätte sich geändert, wenn ich ernst auf den Aufruf reagiert hätte? Meinst du denn, UF will da wirklich Lauterer abschlachten oder was?

Wenn sich UF durch solche Aufrufe hart oder cool vorkommt, dann sollen die das doch machen. Das da einige Idioten dabei sind und man das alles eben nicht so ernst nehmen sollte, weiß man doch mittlerweile.

Die gehen eben ihren eigenen Weg, waren ja auch auf der Demo nicht dabei. Klar geht das jetzt wieder durch die Medien und einige oberflächliche Betrachter werden jetzt vielleicht auch schon die Demo-Anliegen für gescheitert erklären, da die Gewalt ja scheinbar weitergeht. Aber daran wird sich auch nichts ändern, wenn man deren Aufrufe übertrieben ernst nimmt.
 
Ich hab den Thread zur Demo erst jetzt entdeckt und finds erstmal ganz gut, dass das Thema überhaupt diskutiert wird.

An sich finde ich die Demo auch eine gelungen Aktion.
Was mir an dem ganzen zu denken aufgibt:

Wenn man in den Regeln für das gemeinsam Miteinander darauf hinweisen muss, dass man die "Totfeinde" ausnahmsweise mal unbehelligt passieren lässt, frage ich mich schon.
So gesehen kann ich da einige Gruppierungen verstehen, dass sie den Weg nicht angetreten sind... was in meinen Augen aber die Demo schwächt.
Wenn die Ultras Dtl etwas bewegen wollen, dann doch nur zusammen.... dann sollte aber auch gegenseitiger Respekt möglich sein.
 
Genau wie WOMLSascha verstehe ich Dein Problem nicht. Wenn ich auf eine Demo gehe und hinter der Sache stehe, für (oder gegen) die demonstriert wird, und diese Sache nicht illegal ist, ist es doch kein Problem auf einem Foto sichtbar zu sein, oder? Erst recht nicht, da davon auszugehen ist, dass vermutlich nahezu alle, die die Bilder im Netz ansehen, die abgebildeten Personen sowieso nicht kennen werden.

Ein Thema in der Rede war, dass bei Spielen keine vermummten Polizisten auflaufen sollen (was ich nachvollziehen kann). Dann versteckt Euch aber umgekehrt auch nicht.



:tnx: sehe ich auch so
 
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