Zlatko Junuzovic (Salzburger AK 1914)

Zur Rückwärtsbewegung bzw. Defensive gehören aber auch Laufwege oder Staffelung. Was das geht, war de Bruyne mMn eher mäßig, aber nicht wirklich schlecht, und Hunt gut.
 
Geht ja auch nicht speziell um das letzte Spiel, sondern um das Dreieck im Allgemeinen. Und da fehlt es noch an Konstanz. Es gibt durchaus auch Spiele, in denen das über lange Strecken gut klappte.
 
Mir wäre lieber, wenn Junu weniger wetzen und dafür mehr Blick für den Raum entwickeln würde.:O

Schau Dir das Schalke-Spiel noch mal an.
Mein Eindruck war, dass mich Juno das allererste Mal in Ansätzen an Frank Baumann erinnert hat, was das Spiel im Raum und die Antizipation von gegnerischen Spielzügen anging. KdB war bei den Defensivbemühungen für mich fast ein Totalausfall, da musste Juno de facto für 2 schuften.

Und ich fand, das er sich sehr oft deutlich besser positioniert hat im Raum. Ich finde, dass er auch diesbezüglich sich diese Saison laufend weiter entwickelt.

Irgendwann in der 2. HZ ließ er wie nicht anders zu erwarten aber wegen der permanenten Doppel-Überlastung nach, was leider beim 1:2 eine Rolle spielte. Ändert aber nix an der sehr sehr positiven Entwicklung des Spielers.
 
Zur Rückwärtsbewegung bzw. Defensive gehören aber auch Laufwege oder Staffelung. Was das geht, war de Bruyne mMn eher mäßig, aber nicht wirklich schlecht, und Hunt gut.

............ Stimme zu, was SJ und AH angeht, die waren beide richtig gut und Juno verzeihe ich aufgrund seiner andauernden Leistung für 2 dann auch den Fehler vor dem 1:2, weil er da dann zunehmend immer platzter wurde, aber KdB war mMn. im Schalke-Spiel richtig schlecht.

Er war für mich insgesamt der schlechteste Werder-Spieler an dem Tag. Das Spiel war für ihn ein "Streich-Resultat". Jeder Spieler kann/darf mal so ein Gurkenspiel drin haben. Wenn er sich denn wieder fängt. Der Trainer hätte darauf eher reagieren müssen.

Ich hatte ehrlich gesagt ein bisschen so das ungute Gefühl, dass TS mit KdB so ähnlich handelt wie damals bei Klose.

Den hat er damals auch nie runter genommen vor seinem Wechsel zu den Buyern, egal wie schlecht der war (weil man den Star nicht vergrätzen wollte solange man sich doch irgendwie eine Verlängerungsmöglichkeit ausmalte).
 
KdB war bei den Defensivbemühungen für mich fast ein Totalausfall, da musste Juno de facto für 2 schuften.
Da überziehst Du, Sofatester. de Bruyne hat viele Freiheiten nach vorn/ über den Platz und agiert anders als Hunt im Vorwärtsgang quasi als hängende Spitze. Zu "Defensivbemühungen" gehört gewissermaßen im umgekehrten Sinne auch, das Umschaltspiel defensiv-offensiv zu organisieren. Schau Dir bei Gelegenheit mal an, wie klug de Bruyne das Spiel auseinanderzieht, oder z. Bsp. mit diagonalen/ vertikalen Laufwegen dafür sorgt, dass der gegnerische Pass abgefangen wird oder eben der Gegner schon aus der eigenen Hälfte nicht passen kann.
 
@mick: Du, brauch ich mir nicht nochmal anzuschauen. Unterschiedliche Rolle im Vergleich zu SJ aber auch zu AH hab ich natürlich bemerkt.

Spontan kann ich das "kluge Auseinanderziehen" und etliche gute offensive Laufwege sofort bestätigen, :tnx: das hat und hatte schon sehr hohe Qualität, was die Spielintelligenz angeht. Für mich hat KdB noch ein enormes Potenzial, der wird noch mal ein europäischer Topspieler, wenn er so weiter macht. Und daran hab ich eigentlich keinen Zweifel.

Aber gegen Schalke waren mir zuviele Fehler bei den "Basics" dabei, zu viele verpasste kurze Abspiele, zu viele unnötige Ballverluste, zu vieles Stehen bleiben, wo schon ein paar Meter Laufen wichtige Räume zugestellt hätten und es war mir mit fortschreitender Spieldauer zu vieles "sich hängen lassen" dabei. Es ging mir insgesamt vielzu viel schief bei ihm dieses Mal. Und entsprechend war es mir in offensiver Hinsicht deutlich zu wenig, was er mit "seinen Freiheiten" dann offensiv fürs Team zeigen konnte.

Ich hatte rein gefühlsmäßig den Eindruck, als sei er an dem Tag irgendwie mies drauf und schlecht motiviert gewesen, sprich hätte einfach einen Ups, ich muss meine Wortwahl ändern ;)-Tag erwischt, wo viel schief geht und Du irgendwann nicht mehr magst und Dich hängen lässt.

Juno hat für 2 gerackert und ist für 2 gelaufen und war irgendwann platt, zufällig ist er es dann als letzter Spieler in einer denkwürdigen Fehlerkette (wieder mal ein lange vorher vorhersagbares Gegentor nach eigener Ecke für eine Schaaf-Mannschaft) derjenige, der den Torschützen laufen lässt und bekommt alle Kritik ab. Das ist zu kurz gedacht.
 
Das ist eben seine Spielweise, risikobehaftet. Aber hinter alledem steckt eigentlich fast immer ne gute Idee, und dies auszuspielen, birgt eben größeres Risiko, was solche Protagonisten meistens vom Durchschnittsspieler unterscheidet. Dieser Trugschluß hat mich schon früher bei vielen Kommentaren hier zu Hunt gestört.

Der ein oder andere Ballverlust hing zudem mit unserer Ausrichtung an diesem Tag zusammen, er hatte halt meist eine Überzahl Gegenspieler um sich. Aber hast Du einen Ballverlust gesehen, der umgehend einen gefährlichen Kontergegenstoß hätte einleiten können? Das kommt eben dazu, die Abwägung des Risiko`s. Auch das gehört mitunter zu strategischer Intelligenz. Für sowas war übrigens Diego ein Parade-Negativbeispiel.
 
Ich bleib dabei. Junu ist im offensiven Mittelfeld um vieles wertvoller als in einer defensiven Rolle.

Wie schon gesagt, ich kenne ihm ein bisschen auch privat und ich weiß zu 100%, dass er in dieser Rolle auch nicht wirklich glücklich ist.

Das kann euch und dem Trainer egal sein, sollte aber ein Angebot eines anderen Vereins kommen und Juno eine Rolle im zentralen, offensiven MF Spieler anbieten, ...

Denn eines ist sicher, erfolgreiche Mannschaften setzen die Spieler dort ein, wo sie sich am wohlsten fühlen.
 
Zitat von abseits.at:
Junuzovic mit Assist und Unachtsamkeit

Zlatko Junuzovic spielte bis zu seiner Auswechslung in der 81. Minute als Solosechser im Mittelfeld der Gäste und zeigte eine recht gute Leistung. In der 16. Minute leitete er per Pass auf Hunt den Führungstreffer ein, ansonsten war er zumeist damit beschäftigt den offensiven Mittelfeldspielern den Rücken freizuhalten. Dies war nicht immer eine einfach Aufgabe, da die Schalker nach Ballgewinnen im zentralen Mittelfeld oft Überzahlsituationen hatten, da die übrigen zentralen Werder-Mittelfeldspieler aufgrund ihrer hohen Positionen nicht immer schnell genug hinter den Ball kamen. Beim Treffer zum 2:1 durch den zur Pause eingewechselten Julian Draxler muss sich der österreichische Mittelfeldmotor den Vorwurf gefallen lassen, den Schalke-Spieler laufen gelassen zu haben. Junuzovic war einen Moment unachtsam und ließ Draxler alleine Richtung Strafraum sprinten. Dass sich auch anderer Werder-Akteure wie Gebre Selassie in dieser Szene taktisch falsch verhielten, wird den österreichischen Nationalspieler nicht wirklich trösten können. Junuzovic hatte nur 39 Ballkontakte, spielte 29 Pässe, von denen 86% bei seinen Mitspielern ankamen. In den 81 Minuten lief er 10,7 Kilometer und gewann acht seiner zwölf Zweikämpfe (66,7%). Er machte zwei Tacklings und fing mit vier Pässen mehr Zuspiele ab, als alle anderen Werder-Spieler. Neben seinem Assist schoss er einmal aufs Tor und sorgte für eine weitere Torschussvorlage. Vom kicker bekam er eine recht großzügige 2,5, sportal.de gab ihm die Note 3.

Mein Eindrücke:
1.) Juno entwickelt sich immer weiter und ist ungemein lernfähig. Ist euch aufgefallen, wie brav er seit dem Bayernspiel VOR der Vierer-Kette steht (außer es fehlt einer, dann rückt er erst raus, wenn diese komplett ist).
Ich will sagen: er lernt aus seinen Fehlern
2.) Mir persönlich ist er seit der 4. Gelben etwas zu wenig aggresiv.

Ich bleib dabei. Junu ist im offensiven Mittelfeld um vieles wertvoller als in einer defensiven Rolle.
Das Juno als OM stärker wäre - sehe ich ähnlich. Ob er besser als KdB oder Hunt ist - eher nicht. Alle 3 spielen mit unterschiedlichen Vorzügen im Moment sehr stark. Mit Junuzovic als 6er bringt Werder am meisten Qualität in die Startelf. Auch wenn Juno gegen Gladbach einmal geschlafen hat, liefert er mittlerweile einen guten 6er ab, der viele Chancen durch sein Stellungsspiel unterbindet. Nebenbei ist er in den Statstiken immer einer bzw. meistens DER ballsicherste Spieler (Passquote + verlorene Zweikämpfe) von Werder.
 
Ich bleib dabei. Junu ist im offensiven Mittelfeld um vieles wertvoller als in einer defensiven Rolle.

Wie schon gesagt, ich kenne ihm ein bisschen auch privat und ich weiß zu 100%, dass er in dieser Rolle auch nicht wirklich glücklich ist.

Das kann euch und dem Trainer egal sein, sollte aber ein Angebot eines anderen Vereins kommen und Juno eine Rolle im zentralen, offensiven MF Spieler anbieten, ...

Denn eines ist sicher, erfolgreiche Mannschaften setzen die Spieler dort ein, wo sie sich am wohlsten fühlen.

Und wenn das wirklich der Fall ist, sollte man sich mit solchen Äußerungen in einem öffentlichen Vereinsforum zurückhalten:roll:
 
Denn eines ist sicher, erfolgreiche Mannschaften setzen die Spieler dort ein, wo sie sich am wohlsten fühlen.
So passt es. :tnx:

Würde ich so nicht unterschreiben. In vielen Fällen stimmt das. Vielleicht. Aber nicht zwingend.

Erfolgreiche Mannschaften setzen die Spieler dort ein, wo sie am wertvollsten für eben diese Mannschaft sind.
Es gibt auch Fälle, da muss der Trainer dem Spieler einfach klarmachen, dass er seine Stärken in anderen Bereichen hat und in anderen Bereichen viel wertvoller für das Mannschaftsgefüge ist, als er es selbst glaubt. Marin denkt wahrscheinlich immer noch, er ist ein Super-Dribbler und Aussenbahnspieler, obwohl genau das nicht seinen eigentlichen (herausragenden) Fähigkeiten entspricht. Diego hält sich vermutlich immer noch für einen Spielgestalter, obwohl genau das nicht seinen eigentlich überragenden Fähigkeiten entspricht. Und Mike Hanke hat erst durch Favre gelernt, wo er seine Stärken am effektivsten und besten für die Mannschaft einbringen kann.

Um im Kontext beim Strang-Thema zu bleiben: Es ist vermutlich noch nicht abschließend zu bewerten, und das sieht Schaaf scheinbar genauso, wo Junuzovic seine Fähigkeiten am besten im Teamgefüge einbringen kann. Im Moment spielt er überragend und zudem mannschaftsdienlich. Von daher kann ich obigem Zitat (noch) nicht zustimmen.
 
:tnx: und daszu kommt noch, dass Spieler im Laufe ihrer Karriere sich mitunter auch verändern, sie lernen dazu, bekommen vielleicht an einer anderen Rolle Spaß oder entdecken diese für sich oder sie wachsen in die vom Trainer vorgesehene Rolle hinein oder sie werden mit den Jahren langsamer.
 
....oder sie werden mit den Jahren langsamer.
Wobei hier eben auch die strategische Spielintelligenz in Kombination mit gesammelter Erfahrung ne entscheidende Rolle einnimmt. Baumann kaschierte das noch eine Zeit lang zumindest mit Stellungsspiel und Raumverhalten. Frings hingegen konnte das nicht, als bei ihm die Physis abnahm, verschlechterte er sich in wenigen Jahren vom internationalen Topspieler zu unterem BL-Durchschnitt.
 
Völlig richtig. :tnx: und gerade in diesen Punkten (Raumverhalten, Stellungsspiel, Spielintelligenz) sehe ich momentan bei Juno die Anfänge einer sehr positiven Entwicklung. Und der wird wohl noch lange Zeit so beweglich und schnell bleiben.
 
Würd ich nicht drauf wetten (auf das "lange Zeit"), wobei das immer auch ein bisschen vom Typ Mensch abhängt. Aber der Zahn der Zeit nagt in der Regel bei einem Spieler schneller, der insbesondere über die Physis kommt. Und da leistet Junuzovic schon jetzt enorm, meinen Eindrücken nach mehr als jeder andere.

Frings hat früher im Mf gefühlt 95% der Zweikämpfe gewonnen und von den 5% die er verloren hat, in 80% den Ball zurückerobert, ist dauergelaufen wie ein Pferd und hat unermüdlich die gesamte Mannschaft angetrieben und mitgezogen. Davon konnte zwischen 09 und 12 keine Rede mehr sein, nicht ansatzweise.
 
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