Willi Lemke (Ehrenmitglied ✝)

Hat ihr wirklich einer geglaubt, du würdest erstmal die Argumente lesen und verstehen, bevor du hier einen dummen Spruch raushaust? :lol:

Ich habe die Argumente gelesen und es sind auch sehr gute dabei ;) :bier:
Mein Kommentar hat sich auch mehr auf die Gesamtstimmung bezogen.
Es ist nun mal so das die meisten Fans, Werder in der Position 1-4 sehen und
einfach viel zu viel erwarten.
 
Egal wie wahrscheinlich eine solche Aussage ist (sie ist natürlich sehr wahrscheinlich): Wenn man schon so anfängt, muss man sich nicht wundern, wenn man niemals Erfolg hat.

Mit solchen Aussagen programmiert man sich unterbewußt selbst auf die Toleranz des stetigen Misserfolgs.

Das Streben muss danach gehen, bestehende Grenzen zu den eigenen Gunsten zu verschieben und jeden Erfolg, wie unwahrscheinlich er auch sei, zunächst einmal trotz des Fernliegens fürmöglich zu halten und anzustreben. Dafür alles zu geben. Und dann in Etappen zu schauen, was erreicht wurde, was noch nicht und was man besser machen kann.

Wenn man immer nur Klatschen voraussagt ist das für die Moral auch nicht förderlich. Wer so in ein Spiel geht...

Der Vorstand hat Otto Rehhagel verpflichtet. Das war eine gute Entscheidung. Ich würde ihn nicht aber nicht in eine Reihe mit den Werderanern wie Böhmert stellen. Otto hat Werder viel zu verdanken.
Otto Rehhagel war Angestellter des Vereins wie Allofs. Irgendwann ist er dann zu den Bayern gegangen.
 
So blöd es sich anhört,genau das liebe ich an unserem Verein.
Ich kann gut damit leben wenn wir 5 Jahre im Mitttelfeld verschwinden,
und dann wie phönix aus der asche auferstehen.
Hier sind einige viel zu verwöhnt mit den fetten Jahren,oder
habt ihr wirklich geglaubt das wir hinter Bayern auf ewig die Nummer 2 werden :lol:.

Also wir stehen in der ewigen Bundesligatabelle auf Platz 2. das wir ewig auf 2 stehen, ist natürlich nicht vorhersehbar, aber zumindest glaubte ich fest daran, dass Werder fast immer ein Top 5 Club ist, mit Tendenz nach Oben.
 
Dass es bei Werder nicht besonders rund läuft in den letzten Jahren, dass auch Schaaf derzeit hin und wieder rat- und konzeptlos wirkt, wer wollte das schon ernsthaft bestreiten. Nur muss man, gerade wenn man Fan dieses Vereins und nicht eines x-beliebigen anderen ist, doch zugeben, dass es das Erfolgsmodell war und ist, den sportlich Verantwortlichen Rückendeckung und Handlungsfreiheit zu geben. Darin sehe ich unseren großen Vorteil gegenüber all den anderen gescheiterten Existenzen.

Hier regen wir uns über unseren Aufsichtsrat auf, aber im Vergleich zu anderswo ist das Jammern auf allerhöchstem Niveau. Der Allofs-Abgang, die Verhandlungen mit Wolfsburg und die Nachfolger-Findung liefen hier ziemlich professionell ab. Nach einem 0:5 stellt unser Aufsichtsarat, zumindest öffentlich, nicht sofort am 18. Spieltag, was so ziemlich der allerdümmste Zeitpunkt dafür wäre, den Trainer in den Senkel oder infrage, sondern setzt sich zu Wonti ins Fernsehen und sagt, dass der Verein und die Fans wie eine Eins hinter dem Trainer stünden. Ob das stimmt, sei dahingestellt, aber es geht doch darum, dass man einen Trainer erstens nicht öffentlich und zweitens nicht zu diesem völlig falschen Zeitpunkt infrage stellt. Das gibt es bei Werder nicht und darüber bin ich froh.

Ich glaube, und das wird auch aus dieser Debatte hier wieder ersichtlich, dass man immer zweierlei vermischt: Den Selbstdarsteller Lemke, der kein besonderer Sympath ist einerseits und den Mahner Lemke andererseits. Erst kombiniert ergibt das diesen irrationalen Lemke-Hass, der hier vorherrscht. Und zweiteres ist sicherlich ausschlaggebend, denn wenn Lemke zu Recht immer wieder darauf hinweist, welche finanziellen Spielräume wir nur haben und dass wir aufpassen müssen, unsere Budgets einzuhalten, dass wir sparsam und clever wirtschaften müssen, anstatt nur Geld rauszuhauen, dann widerspricht das den Wünschen und feuchten Träumen vieler Fans. Aber gerade deshalb ist seine Rolle im Verein so wichtig, es geht nicht darum, Luftschlösser zu bauen oder „Visionen“ zu haben (damit kann man, in Bezug auf mittelgroße Fußballvereine, zum Arzt gehen), sondern eben genau darum, die Realität im Auge zu behalten.

Und eben weil das sehr unpopulär ist und weil Lemke seit Böhmerts Tod hier allein diese Rolle des Bremsers und Buhmanns spielt, bin ich ihm für seine Arbeit mit zunehmender Zeit immer dankbarer. Wenn man hier lesen darf, was man alles investieren könnte oder sollte, wenn eine seriöse Finanzpolitik als ewiggestrig, als klassenkämpferisch, als nicht mehr zeitgemäß oder weiß der Kuckuck was bezeichnet wird, wird mir persönlich ganz schummrig. Ich wünsche mir, dass hier mit Thomas Eichin, der bei den Kölner Haien mit kleinem Geld etwas auf die Beine gestellt hat, wieder diese Werder-Denke stärker Einzug hält: Keine Elias aus Turin und keine Ekicis aus München zu holen, sondern dass vielleicht in Ahlen nach den Reus‘ und bei den kleinen Münchenern nach den Benders gesucht wird.

Was die Treue zum Trainer betrifft, sehe ich es zuletzt als Lemkes Aufgabe an, hier Entscheidungen zu treffen. Wer Trainer ist, das ist eine Frage, die man im Team beantworten muss, zuallererst natürlich in der Geschäftsführung. Da können sich Eichin, Filbry, Fischer mit Baumann zusammensetzen und ein Konzept für die nächsten 2-3 Jahre erarbeiten, das sie dann mit einem Trainer umsetzen wollen, der dann Thomas Schaaf heißt oder eben vielleicht auch anders. Wenn aber ein anderer Trainer kommen sollte, dann müsste es einer sein, der eben perfekt zu diesem Konzept passt und kein dem Verein aufgesetzter Sonderling wie de Mos, kein Diktator wie Magath und kein Amateur wie Dörner und kein Kumpel wie Sidka. Sondern der Schuss müsste dann schon sitzen. Da die Person aber mit Eichin, Filbry und Baumann zuvorderst zusammenarbeiten müsste, wäre es an ihnen, das zu entscheiden. Und nicht an Lemke, an Lemke ist es, allen handelnden Personen den Rücken zu stärken, so wie im Doppelpass geschehen.
 
Dass es bei Werder nicht besonders rund läuft in den letzten Jahren, dass auch Schaaf derzeit hin und wieder rat- und konzeptlos wirkt, wer wollte das schon ernsthaft bestreiten. Nur muss man, gerade wenn man Fan dieses Vereins und nicht eines x-beliebigen anderen ist, doch zugeben, dass es das Erfolgsmodell war und ist, den sportlich Verantwortlichen Rückendeckung und Handlungsfreiheit zu geben. Darin sehe ich unseren großen Vorteil gegenüber all den anderen gescheiterten Existenzen.

Hier regen wir uns über unseren Aufsichtsrat auf, aber im Vergleich zu anderswo ist das Jammern auf allerhöchstem Niveau. Der Allofs-Abgang, die Verhandlungen mit Wolfsburg und die Nachfolger-Findung liefen hier ziemlich professionell ab. Nach einem 0:5 stellt unser Aufsichtsarat, zumindest öffentlich, nicht sofort am 18. Spieltag, was so ziemlich der allerdümmste Zeitpunkt dafür wäre, den Trainer in den Senkel oder infrage, sondern setzt sich zu Wonti ins Fernsehen und sagt, dass der Verein und die Fans wie eine Eins hinter dem Trainer stünden. Ob das stimmt, sei dahingestellt, aber es geht doch darum, dass man einen Trainer erstens nicht öffentlich und zweitens nicht zu diesem völlig falschen Zeitpunkt infrage stellt. Das gibt es bei Werder nicht und darüber bin ich froh.

Ich glaube, und das wird auch aus dieser Debatte hier wieder ersichtlich, dass man immer zweierlei vermischt: Den Selbstdarsteller Lemke, der kein besonderer Sympath ist einerseits und den Mahner Lemke andererseits. Erst kombiniert ergibt das diesen irrationalen Lemke-Hass, der hier vorherrscht. Und zweiteres ist sicherlich ausschlaggebend, denn wenn Lemke zu Recht immer wieder darauf hinweist, welche finanziellen Spielräume wir nur haben und dass wir aufpassen müssen, unsere Budgets einzuhalten, dass wir sparsam und clever wirtschaften müssen, anstatt nur Geld rauszuhauen, dann widerspricht das den Wünschen und feuchten Träumen vieler Fans. Aber gerade deshalb ist seine Rolle im Verein so wichtig, es geht nicht darum, Luftschlösser zu bauen oder „Visionen“ zu haben (damit kann man, in Bezug auf mittelgroße Fußballvereine, zum Arzt gehen), sondern eben genau darum, die Realität im Auge zu behalten.

Und eben weil das sehr unpopulär ist und weil Lemke seit Böhmerts Tod hier allein diese Rolle des Bremsers und Buhmanns spielt, bin ich ihm für seine Arbeit mit zunehmender Zeit immer dankbarer. Wenn man hier lesen darf, was man alles investieren könnte oder sollte, wenn eine seriöse Finanzpolitik als ewiggestrig, als klassenkämpferisch, als nicht mehr zeitgemäß oder weiß der Kuckuck was bezeichnet wird, wird mir persönlich ganz schummrig. Ich wünsche mir, dass hier mit Thomas Eichin, der bei den Kölner Haien mit kleinem Geld etwas auf die Beine gestellt hat, wieder diese Werder-Denke stärker Einzug hält: Keine Elias aus Turin und keine Ekicis aus München zu holen, sondern dass vielleicht in Ahlen nach den Reus‘ und bei den kleinen Münchenern nach den Benders gesucht wird.

Was die Treue zum Trainer betrifft, sehe ich es zuletzt als Lemkes Aufgabe an, hier Entscheidungen zu treffen. Wer Trainer ist, das ist eine Frage, die man im Team beantworten muss, zuallererst natürlich in der Geschäftsführung. Da können sich Eichin, Filbry, Fischer mit Baumann zusammensetzen und ein Konzept für die nächsten 2-3 Jahre erarbeiten, das sie dann mit einem Trainer umsetzen wollen, der dann Thomas Schaaf heißt oder eben vielleicht auch anders. Wenn aber ein anderer Trainer kommen sollte, dann müsste es einer sein, der eben perfekt zu diesem Konzept passt und kein dem Verein aufgesetzter Sonderling wie de Mos, kein Diktator wie Magath und kein Amateur wie Dörner und kein Kumpel wie Sidka. Sondern der Schuss müsste dann schon sitzen. Da die Person aber mit Eichin, Filbry und Baumann zuvorderst zusammenarbeiten müsste, wäre es an ihnen, das zu entscheiden. Und nicht an Lemke, an Lemke ist es, allen handelnden Personen den Rücken zu stärken, so wie im Doppelpass geschehen.

das hast Du sehr schön auf den Punkt gebracht, mein Bester! :daumen: :beer: :tnx:
 
aber der AR hat doch nicht das recht zu bestimmen wie die GF handeln soll, also ob die GF junge eigene spieler holt oder alte fremde spieler, müsste dem AR egal sein solange das konzept/budget etc stimmt... sprich was sich Lemke wünscht, dürfte es niemanden interessieren, da er nichts zu "wünschen" hat...
 
Diese Fans sind dann aber sicher nicht hier im Forum unterwegs. :confused:

Jepp. Aber das ist mal wieder ein wunderbares Beispiel wie manche hier "diskutieren". Wird Kritik geäußert, kommt punktuell die Retourkutsche einer überzogenen Erwartungshaltung. Und selbst wenn diese Erwartungshaltung ebenso punktuell doch vorhanden sein sollte, dann wird ebenso gerne übersehen, daß diese von den Aussagen von Offiziellen von Werder Bremen geschürt werden, denn der inzwischen ehemalige Sportdirektor Allofs verkündete zu Saisonbeginn, daß man um Platz 6 mitspielen möchte*






* oder bezog er diese Aussage schon auf die Radkappen? ;)
 
Es wird zwar nichts nützen, aber ich gebe jetzt nochmal den Märchenonkel und erzähle es erneut ausführlicher, worum es bei Vereinen wie Werder Bremen geht.

Beispiel Ailton: Assauer hat seinerzeit das Gehalt, das Ailton bei Werder verdient hat, schlicht verdoppelt und ihn gedrängt, sofort zu unterschreiben. Natürlich hätte Werder hier höher bieten können, aber wenn man es sachlich betrachtet, war es genau richtig, hier in einen alternden Topstürmer nicht Gelder reinzubuttern, die man niemals wieder erlöst hätte. Damals hat Werder es sogar geschafft, zwischen 2004 und 06/07 die Kaderqualität weiter zu verbessern, gute und sinnvolle Transfers zu tätigen und auf teure Vertragsverlängerungen (Ailton, Ernst, Krstajic) zu verzichten, gleichzeitig wurde sinnvoll investiert, es wurden Spieler teuer verkauft etc. pp.

Wie es bei Klose war, wurde nun dargelegt. Werder stand Ende Februar nach einem 2:0 gegen Dortmund auf dem 1. Tabellenplatz, 12 Punkte vor dem 3. und 15 Punkte vor dem Vierten, spielte sensationell. Nach menschlichem Ermessen konnte der Europapokal und selbst die CL nicht mehr verpasst werden, Werder war auf dem Weg zur Meisterschaft. In dieser Situation wurde dann von allen gesagt, dass Werder investieren könne und müsse und es wurde Klose geholt, der ja damals für Werder wirklich eine ganz neue Dimension war, man darf nicht vergessen, mit welch bescheidenen Mitteln die Meistermannschaft zusammengestellt wurde. Was damals angemahnt wurde vom Aufsichtsrat und von Lemke, war zweierlei: Erstens eine solide Finanzierung und zweitens eine ÜBerschaubarkeit des Risikos.

Nichts davon hat mit Klassenkampfdenken zu tun, sondern das solide Wirtschaften war bei Werder Resultat eines Lernprozesses, der mit der sogenannten "Millionenelf" Anfang der 70er begann. Nachdem der Verein diese teure Mannschaft holte, die nicht zündete, vegetierte er ca. ein Jahrzehnt am Rande der Pleite und am Rande zum Abstieg vor sich hin, bis die Mannschaft schließlich abstieg.

Nun werden einige sagen: "Das war in den 70ern, heute ist das alles nicht mehr zeitgemäß!" Aber das ist falsch. Fast alle Mittelklassevereine, die sich finanziell überdehnt haben, sind auch in den letzten Jahren den Weg der Millionenelf gegangen, sei es Eintracht Frankfurt, ein Spitzenteam der frühen 90er, der 1. FC Köln, der unter Daum Ende der 80er fast Meister geworden wäre, der 1. FC Kaiserslautern, der sogar noch zweimal Meister in den letzten gut 20 Jahren war, Hertha BSC und 1860 München, die vor ca 10 Jahren noch CL spielten, Borussia Mönchengladbach, die mit Effe etc. den Pokal holten und ganz oben mitmischten und viele weitere Verein zahlten für ihr "Risiko", für ihr expansives, investitionsfreudiges "Wirtschaften" mit dem Abstieg, manche sogar mit mehrfachen Abstiegen und der Degradierung zur Fahrstuhltruppe.

Man kann ja nun sagen, dass Willi Lemke ein Selbstdarsteller ist, nicht sonderlich sympathisch und man kann auch sagen, dass er manchmal die Fußballromantik und das Reiben an den Bayern und insbesondere Hoeneß vollkommen übertreibt. Dem stimme ich zu. Ich brauche Willi Lemke auch nicht haben und ich sehe ihm auch nicht am Liebsten zu, ich finde den Erfolg der Bayern nicht verwerflich und mir ist Uli Hoeneß sympathischer. Nur geht es darum gar nicht.

Wichtig ist, dass die Schreihälse, die nicht wissen, was der Unterschied zwischen Cash Flow und GuV ist, Lemke aber, der seit 30 Jahren in einem mittelständischen Unternehmen Manager und Aufsichtsrat ist, vorwerfen, er habe keinerlei Wirtschaftskompetenz, in diesem Verein keinen Einfluss erhalten. Das sind die, die nach den "Männern aus der Wirtschaft", den Stolbergs mit einem l, krakelen - um sich dann, wenn der Verein finanziell immer schlechter darsteht, so zu äußern wie der zeitlos geniale Hertha-Fan auf der Hauptversammlung, der Präsident Gegenbauer die Gretchenfrage stellte: "Sie sind doch ein Mann aus der Wirtschaft. Warum ist immer noch kein Geld da?" Es ist die Mär vom Wirtschaftskapitän, der durch seine "Wirtschaftskompetenz" auf sonderbare Weise Geld erzeugen könne, die in Fußballvereinen heute virulent ist. Rchtig ist vielmehr: Es sind die Leute, die etwas von ihrem speziellen Geschäft verstehen, die Geld machen, z.B. Hoeneß im Fußball oder Gates bzw. Jobs in Computern.

Ein Verein wie Werder ist finanzielle Mittelklasse, er wird immer scheitern, wenn er sich überdehnt. Nachdem die fetten Jahre vorbei waren, weil man auf teure Altstars wie Pizarro, Borowski und Frings gesetzt hat, die im VErgleich zum Gehalt keinen adäquaten Gegenwert mehr hatten. Hinzu kamen teure Fehlinvestitionen und das Problem, dass die immer weiter steigenden Gehaltskosten sowie der Stadionumbau liquide Mittel benötigten, die nun für Transfers nicht zur Verfügung standen. Der Weg, sich von älteren Spielern mit einem gewissen Gehaltsniveau zu verabschieden (Ailton, Krstajic, Ernst) und auf solche zu setzen, die bei Werder besser reinpassen, wurde nicht fortgesetzt. So kam es, dass ohne internationalen Wettbewerb ein schwerer Einbruch kam, der natürlich primär an den hohen Kosten für den Kader und nicht an irgendwelchen Buchungen lag.

Damit Investiotionsfähigkeit gegeben bleibt, muss aber in möglichst jedem Geschäftsjahr, wichtig aber mittelfristig, d.h. über ca. 5 Geschäftsjahre, erstens der Cash Flow zumindest nicht negativ sein und es muss auch möglichst zumindest die schwarze Null stehen - es sei denn Werder findet einen Sugar Daddy wie Hopp oder auch, in kleinerem Maßstab, Clemens Tönnies oder Michael A. Roth. Wenn von außen aber kein Geld zugeschossen wird, muss Werder im Rahmen seiner Möglichkeiten, seines Umsatzes agieren. Das ist Mittelfeld. Und entweder es gelingt, die jungen, talentierten Spieler selbst auszubilden bzw. von Werder zu überzeugen, bevor sie groß sind, entweder es gelingt, auf dem Transfermarkt besonders kluge Dinge zu machen - oder aber wir befinden uns auf Augenhöhe mit den anderen Mittelklassevereinen von Frankfurt bis Nürnberg.

Diesem Problem kann Werder nicht durch Investitionen und "Männer aus der Wirtschaft" entkommen, sondern dann läuft man, wie Herr Stolberg, mit dem Tanker Werder früher oder später auf Grund. Darum unterstütze ich auch, und zwar nur auf der inhaltlichen, sachlichen Ebene, die Vereinspolitik, für die Fischer, Lemke und Böhmert seit den 80ern stehen und standen. Risikoavers, sparsam, seriös und auf Sicherheit bedacht, in Kenntnis der finanziellen Möglichkeiten das ausgeben, was man ausgeben kann, aber auch für schlechtere Zeiten vorsorgend, so dass man im Ersntfall auch noch handlungsfähig ist.

Meinen Respekt! :daumen:

Die Brunnenvergifter werden sich dem aber wohl nix von annehmen. Passt schließlich nicht in die zurechtgelgete Neidphrasendrescherei!
 
Warum kannst du nicht begreifen das nicht immer die Sonne über Bremen scheinen kann? Egal wer Trainer ist.
In Bremen wird es immer auch schlechte Zeiten geben.

Wie passt diese Aussage eigentlich zu deiner Angewohnheit, gegen User zu wettern, die auf eine Niederlage Werders im nächsten Spiel tippen?

Es ist nun mal so das die meisten Fans, Werder in der Position 1-4 sehen und
einfach viel zu viel erwarten.

Wo sind diese? Hier gibt es aber genügend Fans, die meinen, dass Werder auf einem annehmbaren Platz am Ende einer Buli - Saison einlaufen sollte, ca. um die 50 Punkte, mit Kontakt nach oben. Das Ganze möglichst mit einem halbwegs ansehnlichen aber auch mal cleverem Fußball. Nicht mehr und nicht weniger wird hier gefordert. Als graue Maus um den Klassenerhalt strampelnd - bei aller Liebe - das bekäme selbst Neururer mit dieser Mannschaft hin.

@Sofatester, Bremen und Norway: Tolle Beiträge bzw. 100% Zustimmung.
 
Bilanzen gerade bei Fussballclubs sind aber etwas schwierig einzuschätzen. Grundlage der Bewertung des Spielermaterials (imm. Vermögensgegenstände) sind ja die fortgeführten Anschaffungskosten es können aber keine Zuschreibungen bei Wertsteigerungen erfolgen daher ist der in der Bilanz ausgewiesene Wert eigentlich immer unter Wert und es bestehen erhebliche stille Reserven das ist der Grund warum der ein oder andere Club trotz formeller Überschuldung (negatives Eigenkapital) durchaus solvent sein kann und nicht zwangsläufig vor dem Konkurs steht.
Bei einer höheren Bewertung des Kaders anhand so etwas wie Marktwerten wäre die Vermögensseite erheblich stärker als zuvor und damit auch das Eigenkapital.

Es ist sicherlich richtig das gerade ein Verein wie Werder vorsichtig sein sollte und seine Ausgaben generell an den Einnahmen orientieren sollte. Es ist aber eben nicht richtig das man sich einfach ein Team aus jungen Spielern zusammenbastelt und dann sagen kann jetzt machen wir Ausbildungsverein. Sicherlich sind Transfereinnahmen gerade für Werder wichtige Gelder aber weitaus wichtiger ist der sportliche Erfolg. Ich warne davor die Schrauben zu sehr anzuziehen. Tritt man mit einem sehr günstigen Kader auf besteht die Gefahr das man seine sportlichen Ziele weit verfehlt und damit die Einnahmebasis weiter senkt.

Dann bringt es nicht viel wenn man ein oder zwei Millionen Gewinn gemacht hat aber gleichzeitig aufgrund des schwachen Abschneidens im nächsten Jahr mit weniger Fernsehgeldern, weniger Sponsorengelder etc. plötzlich dann wieder sparen muss weil dann der laufende Etat schon wieder zu hoch ist für die neue Einnahmesituation. Und dann ist man iwann kein attraktiver Verein mehr als graue Maus, dann kommen die Symphatiesanten nicht mehr dann werden weniger Marketingartikel (Spieler wie Pizarro oder Arnautovic sind auch deswegen wichtig) verkauft und es sind weniger Zuschauer beim Spiel. Diese langfristigen negativen Folgen darf man auch nicht aussen vor lassen.

Deswegen sparen ja natürlich muss man, aber man muss einen konkurrenzfähigen Kader erhalten und da kann es auch besser sein einen niedrigen Verlust in Kauf zu nehmen als auf Teufel komm raus Gewinn zu erzielen

Bei Lemke hat man manchmal den Eindruck das er nur das Sparen im Auge hält auch wenn das sicherlich so nicht stimmt.
 
Ich möchte nochmal zurück kommen auf das "naja und wenn wir für 5 Jahre im Mittelfeld verschwinden, kommen wir dann plötzlich wieder wie Phoenix aus der Asche........"

Solche Äußerungen sind gefährlich, gerade weil Werder das 2x geschafft hat. Das erste Mal ab 1982 nach dem Wiederaufstieg mit einem Jahrzehnt an der Spitze.

Und dann 2004, nachdem man 5 Jahre wieder graue Maus und 4 Jahre hellgraue Maus gewesen und 5 Jahre obenauf war.

Was man nicht übersehen darf ist, dass sich seitdem das ganze Drumherum um den Fussball wesentlich professionalisiert hat. Gutes Management, das Werder gerade in der Zeit 2003/2004 und den 2 Aufbaujahren davor nach oben brachte, kann heute nicht mehr so leicht so erfolgreich sein, weil das die anderen Clubs mittlerweile auch machen.

Die Leistungsdichte ist nicht nur auf dem Platz, sondern auch im Mangement mittlerweile enorm. Und das bedeutet eben, dass eine Mannschaft, die abgerutscht ist, gerade wenn sie Standortnachteile oder finanzielle Nachteile hat, einen sportlichen Niedergang viel schwerer auffangen kann, als vor ca. 10-15 Jahren.

Und Werder hat Standortnachteile: Das kleine Stadion, relativ schwache Wirtschaftskraft in der Region, relativ geringe Anzahl an Jugendspielern in der engeren Region, keine hochpotent engagierten Dauersponsoren.

Man kann sich da nicht erlauben, einfach mal 5 Jahre im unteren Mittelfeld zu dümpeln. Weil der Schuß viel schlimmer nach hinten los gehen kann, als 1980 oder 1995.
 
Ich möchte nochmal zurück kommen auf das "naja und wenn wir für 5 Jahre im Mittelfeld verschwinden, kommen wir dann plötzlich wieder wie Phoenix aus der Asche........"


Und Werder hat Standortnachteile: Das kleine Stadion, relativ schwache Wirtschaftskraft in der Region, relativ geringe Anzahl an Jugendspielern in der engeren Region, keine hochpotent engagierten Dauersponsoren.

Man kann sich da nicht erlauben, einfach mal 5 Jahre im unteren Mittelfeld zu dümpeln. Weil der Schuß viel schlimmer nach hinten los gehen kann, als 1980 oder 1995.

:tnx:Dem stimme ich voll zu darauf wollte ich mit meinem Beitrag vor diesem auch letzlich hinaus
 
Bei Lemke hat man manchmal den Eindruck das er nur das Sparen im Auge hält auch wenn das sicherlich so nicht stimmt.

Entscheidend ist doch der Nachsatz: Es stimmt schlicht nicht. Werder hat immer investiert, es immer riskiert, teure Spieler zu holen. Darum kann ich auch das Lemke-Bashing an diesem Punkt nicht nachvollziehen und dem hätte jeder, der den Anspruch erhebt, seriös zu diskutieren, vehementer zu widersprechen und nicht nur mit so einem windelweichen Halbsatz am Ende des Postings.

Man kann sich da nicht erlauben, einfach mal 5 Jahre im unteren Mittelfeld zu dümpeln. Weil der Schuß viel schlimmer nach hinten los gehen kann, als 1980 oder 1995.

Der Punkt ist aber der: Wir sind, mit einem Ausreißer nach oben, seit 5 Jahren ca. wieder dort angekommen: Im Mittelmaß. Und zwar trotz Investitionen. Dass der Verein aber trotzdem noch finanziell gesund ist, gibt uns die Chance, den Verein wieder aufzubauen oder zumindest im Mittelmaß zu konsolidieren.

Die Behauptung, es sei heute viel schwieriger nach oben zu kommen als früher, kann man nur teilweise gelten lassen. Wo gut gearbeitet wird, ob in Mönchengladbach, Hannover, Mainz oder Freiburg, kann man immer noch beachtliche Erfolge erzielen, auch ohne großes Geld.

Viel wichtiger ist für mich die Fehleranalyse: Wo haben wir den Verein, gemessen an seinen Möglichkeiten, überdehnt? Warum sind so viele teure Spieler Flops oder relative Flops gewesen? Wo müssen wir da ansetzen? Wie können wir es besser machen?
 
@Maddin: :tnx:

Die Fehler wurden im operativen Bereich gemacht, nicht im strategischen. Ein Teil des operativen Bereichs hat sich verändert. Jetzt gilt es abzuwarten, ob diese Veränderungen einen Aufschwung bewirken.
 
:tnx:

Ja, diese Schlussfolgerung ist mE folgerichtig. Deshalb tut TS gut daran, alles dem Ziel: Gewinn -> egal in welcher Dimension, unterzuordnen! Werder muss erfolgreich sein und die Zeit der Versuche und Spirenzchen muss nun ein Ende haben!
 
Wir haben aber in diesem Sommer fast alle erfahrenen, guten Spieler abgegeben, deswegen muss Schaaf es jetzt schaffen, bis 2014 eine neue Mannschaft aufzubauen. Zu einem solchen Lernprozess gehören sicherlich auch Spiele wie das gegen Dortmund, weswegen mich die Vehemenz, mit der nach einem Spiel losgeledert wird, überrascht. In Hamburg werden wir ein anderes Spiel sehen.
 
Die Vehemenz ist für mich nicht wirklich verwunderlich. Ich stimme Dir zu, dass zu einem Lernprozess auch Rückschläge dazugehören, aber von diesen Rückschlägen hatten wir in dieser Saison sehr sehr viele und es wurde vollmundig angekündigt, dass man gerade an den defensiven Dingen arbeiten wird. Wenn man dann aber die Leistung gegen Dortmund nimmt, dann haperte es vor allem in der Rückwärtsbewegung, an der fehlenden Absicherung an der mangelnden Abstimmung.

Was man sehen konnte war ein strukturierteres, schnelleres, positionsbezogeneres Angiffsspiel, dass aber mit zunehmender Spieldauer immer verzweifelter wurde.

Dieser Entwicklung MUSS nun endlich mal entgegengewirkt werden und die Mannschaft MUSS stabilisiert werden, so dass endlich mal ETWAS geschaffen wird, was der Mannschaft auch im Spiel das benötigte Rückgrat bietet auf sich selbst und seine Leistung vertrauen zu können. Gerade an diesem Vertrauen mangelt es und damit fehlt dieser Mannschaft ein elementares Element, um erfolgreich spielen zu können.
 
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