M
Mick_666
Guest
Nun haben wir wieder einmal die Quittung bekommen.
Das liebe, stille, harmonierende Werder Bremen hat den üblichen Rückrundenstart hingelegt. Zu meinem Leidwesen hatte ich nach dem Dortmund-Spiel an anderer Stelle erstmals seit langem das Wörtchen ,, Zuversicht" geäussert. Was wurde im Forum nicht alles diskutiert? Ich glaube, über die Hälfte der User hatten Bedenken vor der Rückrunde, nur unsere Verantwortlichen nicht. Warum wohl?
Im Spieltagsthread kamen in den Beiträgen die typischen Attribute wie ,,lethargisch", ,,emotionslos", ,,leidenschaftslos" nur allzu oft zum Tragen, die Du da nach solchen Spielen regelmäßig lesen kannst. Es ist die Schablone X, nach der schließlich das Spiel gegen Bielefeld verloren ging. Ähnlich verliefen die Partien in Gladbach, in Stuttgart, gegen Athen, in Karlsruhe. Wie letzte Saison gegen Duisburg, gegen Wolfsburg, in Stuttgart, in Frankfurt, gegen Piräus, in Rom. Oder 2007 gegen Schalke, gegen HSV, in Bielefeld, gegen Frankfurt. Keines der genannten Teams war uns fussballerisch überlegen, aber sie hatten uns alle eines entscheidend vorraus:,, Leidenschaft!" Sie wussten zum richtigen Zeitpunkt, um was es ging.
Bielefeld wusste, geht das Spiel verloren, wird`s enorm eng, zumal Hannover gewonnen hatte und/oder KSC, Bochum punkten würden. Und ob der Möglichkeit, sich durch die Niederlagen von Cottbus, Gladbach absetzen zu können.
Werder wusste nur, dass sich alle irgendwas vorgenommen hatten, dass in Dortmund gewonnen wurde. Aber sie wussten auch - oder war`s im Hinterkopf - dass unabhängig vom Spielausgang sich im Grunde für die Spieler nichts ändern würde. Presse und Umfeld bleiben ruhig. Konsequenzen werden angekündigt - egal - passiert eh nichts. Werden die am Anfang ausgegebenen Saisonziele verfehlt - egal. Am Ende wird es heissen - wir haben eine gute Saison gespielt. So haben wir, wenn der Gegner, der unbedingt muss und daher 15% mehr draufpackt, wenig entgegenzusetzen. Auch die roten Karten von Diego, Pizarro, Mertesacker oder Mertesacker, Diego letzte Saison sind kein Zeichen von unbändigem Einsatz oder Ehrgeiz, sondern viel mehr von angestautem Frust.
Jedoch alles an der Einstellung der Spieler festzumachen, halte ich trotzdem für falsch. Denn es ist keinesfalls so, dass die Mannschaft in einem Spiel charakterlos zusammenbricht und nicht alles versucht. Allein - ihr fällt nichts ein! Sie bekommt nichts anderes vorgegeben, ausser dass es nur nach vorne gehen kann, Kurzpass- und Direktspiel, Pressing und frühes Stören sind die Mittel. Das Dumme nur, dass die Spieler dafür und für das favorisierte System und Spielweise fehlen. Und etwas anderes kennen sie entweder überhaupt nicht oder dürfen es nicht spielen. Anpassen an des Gegners Spielweise, Scheinpassivität zum Zwecke des Lösens eines massierten Deckungsverbundes (Rauslocken), gegnerorientiertes Verschieben ohne Ballbesitz, Reagieren statt agieren, wenn nötig, das alles sind - wie es aussieht - für Werder undenkbare Möglichkeiten. Am Ende findet die Mannschaft selbst keine Mittel und wird mit simplen Mitteln geschlagen.
Ich nehme mir einfach mal heraus, dass jeder Bezirksligist wüsste, wie Werder zu schlagen ist, wenn die individuellen Unterschiede nicht so groß wären. Nur Werder weiss scheinbar nicht, wie es anders gehen kann.
Letztlich laufen nicht erst diese Spiele seit ein paar Jahren regelmäßig gleich. Es ist nämlich so, dass schon 2000 - 2003 Werder in genannten Saisonphasen stets mit selbiger Spielweise, offensiv und ausgekontert (dazu kam damals noch das gravierende Torwartproblem), an einer besseren Saisonplatzierung scheiterte. Die Gründe dafür liegen seit langem auf dem Tisch.
Wenn es nicht so schlimm wäre, könnte manch einer, oder wird manch Außenstehender schmunzeln über die Art und Weise, wie es Werder in schöner Regelmäßigkeit wie kein anderer Verein schafft, Jahr für Jahr die gleichen Fehler zu machen und wie sich dannach alle dennoch lieb haben. Oder die Parallelen, an einem Beispiel aufgezeigt:
2007/2008 1. Spiel in Bochum 2:2, Rückrundenauftakt 1:2 - erster Sieg von Bochum in Bremen
2008/2009 1. Spiel in Bielefeld 2:2, Rückrundenauftakt 1:2 - erster Sieg von Bielefeld in Bremen
Alle Spielverläufe ähnlich.
Vielleicht war das Bielefelder 1 : 0 auch das 80. Kontergegentor - sagen wir seit 99? Weiss ich nicht.
Werder hat eine gute Mannschaft, von den Einzelspielern her mMn sogar besser besetzt als 2004. Nur - wir verfügen nicht mehr über die Spielintelligenz eines Joe Micoud oder die Dynamik wie zweckorientierte Spielweise eines Fabian Ernst - und spielen trotzdem noch so wie damals. Jetzt haben wir excellente Kräfte wie Mertesacker, Naldo, Özil, Diego, Jensen, Pizarro, die wir in dieser Ansammlung und vom Talent her in der Meistersaison nicht hatten. Bloß passen die nicht zum System. Nun könnten wir meinen, die Transferpolitik der letzten Jahre wäre anhand des Umstandes, dass TS Spielweise und System ohnehin nicht variiert, eine Katastrophe. Nein - ist es nicht, weil wir, wenn nur nach dem System eingekauft worden wäre, heute noch ausrechenbarer wären als wir es jetzt schon sind.
In diesem Zusammenhang ist es kein Fehler der Spieler, sondern die klare Handschrift der sportlichen Führung. Klar, die Partien bestreiten immer noch die Spieler und sind entscheidend für Ergebnisse, aber sie befolgen auch nur Anweisungen der sportlichen Leitung und können nur das umsetzen oder eben nicht umsetzen.
Trotz allem bin ich der Meinung, dass Thomas Schaaf/Klaus Allofs & Co. nach wie vor die Richtigen am richtigen Ort sind. Abgesehen von der Tatsache, dass der Verein Werder ohne sie sicher nicht den Status hätte, den er hat, fällt mir auch die Nach-Rehagel-Ära ein, wo es letztlich zwischen 95-99 gefährlich abwärts ging.
Dass Schaaf nichts ändern wird, dass es immer weiter so laufen wird, dürfte mittlerweile unstrittig sein. Ob es aber ein anderer, neuer Trainer besser machen würde, steht in den Sternen und ich glaube, eher nicht. Wir müssen uns damit abfinden, dass es keine wirklichen Alternativen oder eine gesunde Mitte gibt. Was mich freilich selber ziemlich frustet.
Wobei abzuwarten ist, wie sich die sportliche Lage noch entwickelt. Denn leider - Verzeiht mir die Bissigkeit - haben wir (oder sollte ich sagen zum Glück?) diesmal eine bescheidene Hinrunde gespielt, so dass bei üblichem Rückrundenverlauf selbst unsere Verantwortlichen in ihrer endlosen Ignoranz und Problemanalysen-Resistenz an ihre Grenzen stoßen dürften.
Das liebe, stille, harmonierende Werder Bremen hat den üblichen Rückrundenstart hingelegt. Zu meinem Leidwesen hatte ich nach dem Dortmund-Spiel an anderer Stelle erstmals seit langem das Wörtchen ,, Zuversicht" geäussert. Was wurde im Forum nicht alles diskutiert? Ich glaube, über die Hälfte der User hatten Bedenken vor der Rückrunde, nur unsere Verantwortlichen nicht. Warum wohl?
Im Spieltagsthread kamen in den Beiträgen die typischen Attribute wie ,,lethargisch", ,,emotionslos", ,,leidenschaftslos" nur allzu oft zum Tragen, die Du da nach solchen Spielen regelmäßig lesen kannst. Es ist die Schablone X, nach der schließlich das Spiel gegen Bielefeld verloren ging. Ähnlich verliefen die Partien in Gladbach, in Stuttgart, gegen Athen, in Karlsruhe. Wie letzte Saison gegen Duisburg, gegen Wolfsburg, in Stuttgart, in Frankfurt, gegen Piräus, in Rom. Oder 2007 gegen Schalke, gegen HSV, in Bielefeld, gegen Frankfurt. Keines der genannten Teams war uns fussballerisch überlegen, aber sie hatten uns alle eines entscheidend vorraus:,, Leidenschaft!" Sie wussten zum richtigen Zeitpunkt, um was es ging.
Bielefeld wusste, geht das Spiel verloren, wird`s enorm eng, zumal Hannover gewonnen hatte und/oder KSC, Bochum punkten würden. Und ob der Möglichkeit, sich durch die Niederlagen von Cottbus, Gladbach absetzen zu können.
Werder wusste nur, dass sich alle irgendwas vorgenommen hatten, dass in Dortmund gewonnen wurde. Aber sie wussten auch - oder war`s im Hinterkopf - dass unabhängig vom Spielausgang sich im Grunde für die Spieler nichts ändern würde. Presse und Umfeld bleiben ruhig. Konsequenzen werden angekündigt - egal - passiert eh nichts. Werden die am Anfang ausgegebenen Saisonziele verfehlt - egal. Am Ende wird es heissen - wir haben eine gute Saison gespielt. So haben wir, wenn der Gegner, der unbedingt muss und daher 15% mehr draufpackt, wenig entgegenzusetzen. Auch die roten Karten von Diego, Pizarro, Mertesacker oder Mertesacker, Diego letzte Saison sind kein Zeichen von unbändigem Einsatz oder Ehrgeiz, sondern viel mehr von angestautem Frust.
Jedoch alles an der Einstellung der Spieler festzumachen, halte ich trotzdem für falsch. Denn es ist keinesfalls so, dass die Mannschaft in einem Spiel charakterlos zusammenbricht und nicht alles versucht. Allein - ihr fällt nichts ein! Sie bekommt nichts anderes vorgegeben, ausser dass es nur nach vorne gehen kann, Kurzpass- und Direktspiel, Pressing und frühes Stören sind die Mittel. Das Dumme nur, dass die Spieler dafür und für das favorisierte System und Spielweise fehlen. Und etwas anderes kennen sie entweder überhaupt nicht oder dürfen es nicht spielen. Anpassen an des Gegners Spielweise, Scheinpassivität zum Zwecke des Lösens eines massierten Deckungsverbundes (Rauslocken), gegnerorientiertes Verschieben ohne Ballbesitz, Reagieren statt agieren, wenn nötig, das alles sind - wie es aussieht - für Werder undenkbare Möglichkeiten. Am Ende findet die Mannschaft selbst keine Mittel und wird mit simplen Mitteln geschlagen.
Ich nehme mir einfach mal heraus, dass jeder Bezirksligist wüsste, wie Werder zu schlagen ist, wenn die individuellen Unterschiede nicht so groß wären. Nur Werder weiss scheinbar nicht, wie es anders gehen kann.
Letztlich laufen nicht erst diese Spiele seit ein paar Jahren regelmäßig gleich. Es ist nämlich so, dass schon 2000 - 2003 Werder in genannten Saisonphasen stets mit selbiger Spielweise, offensiv und ausgekontert (dazu kam damals noch das gravierende Torwartproblem), an einer besseren Saisonplatzierung scheiterte. Die Gründe dafür liegen seit langem auf dem Tisch.
Wenn es nicht so schlimm wäre, könnte manch einer, oder wird manch Außenstehender schmunzeln über die Art und Weise, wie es Werder in schöner Regelmäßigkeit wie kein anderer Verein schafft, Jahr für Jahr die gleichen Fehler zu machen und wie sich dannach alle dennoch lieb haben. Oder die Parallelen, an einem Beispiel aufgezeigt:
2007/2008 1. Spiel in Bochum 2:2, Rückrundenauftakt 1:2 - erster Sieg von Bochum in Bremen
2008/2009 1. Spiel in Bielefeld 2:2, Rückrundenauftakt 1:2 - erster Sieg von Bielefeld in Bremen
Alle Spielverläufe ähnlich.
Vielleicht war das Bielefelder 1 : 0 auch das 80. Kontergegentor - sagen wir seit 99? Weiss ich nicht.
Werder hat eine gute Mannschaft, von den Einzelspielern her mMn sogar besser besetzt als 2004. Nur - wir verfügen nicht mehr über die Spielintelligenz eines Joe Micoud oder die Dynamik wie zweckorientierte Spielweise eines Fabian Ernst - und spielen trotzdem noch so wie damals. Jetzt haben wir excellente Kräfte wie Mertesacker, Naldo, Özil, Diego, Jensen, Pizarro, die wir in dieser Ansammlung und vom Talent her in der Meistersaison nicht hatten. Bloß passen die nicht zum System. Nun könnten wir meinen, die Transferpolitik der letzten Jahre wäre anhand des Umstandes, dass TS Spielweise und System ohnehin nicht variiert, eine Katastrophe. Nein - ist es nicht, weil wir, wenn nur nach dem System eingekauft worden wäre, heute noch ausrechenbarer wären als wir es jetzt schon sind.
In diesem Zusammenhang ist es kein Fehler der Spieler, sondern die klare Handschrift der sportlichen Führung. Klar, die Partien bestreiten immer noch die Spieler und sind entscheidend für Ergebnisse, aber sie befolgen auch nur Anweisungen der sportlichen Leitung und können nur das umsetzen oder eben nicht umsetzen.
Trotz allem bin ich der Meinung, dass Thomas Schaaf/Klaus Allofs & Co. nach wie vor die Richtigen am richtigen Ort sind. Abgesehen von der Tatsache, dass der Verein Werder ohne sie sicher nicht den Status hätte, den er hat, fällt mir auch die Nach-Rehagel-Ära ein, wo es letztlich zwischen 95-99 gefährlich abwärts ging.
Dass Schaaf nichts ändern wird, dass es immer weiter so laufen wird, dürfte mittlerweile unstrittig sein. Ob es aber ein anderer, neuer Trainer besser machen würde, steht in den Sternen und ich glaube, eher nicht. Wir müssen uns damit abfinden, dass es keine wirklichen Alternativen oder eine gesunde Mitte gibt. Was mich freilich selber ziemlich frustet.
Wobei abzuwarten ist, wie sich die sportliche Lage noch entwickelt. Denn leider - Verzeiht mir die Bissigkeit - haben wir (oder sollte ich sagen zum Glück?) diesmal eine bescheidene Hinrunde gespielt, so dass bei üblichem Rückrundenverlauf selbst unsere Verantwortlichen in ihrer endlosen Ignoranz und Problemanalysen-Resistenz an ihre Grenzen stoßen dürften.


+ :svw_applaus:
Ich kann einfach nur weiter hoffen, dass unsere sportliche Leitung bald etwas unternimmt gegen diesen negativ Trend in der Mannschaft und ich bin mir sicher, dass es dafür noch nicht zu spät ist und unsere beiden Spezis da oben noch das Ruder rum reißen können.
:svw_applaus::svw_schal: