Nord-West-Media und in der OV.
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Lohne (ru) - Das Treffen nach dem Telefongespräch endete tödlich: Der 50-jährige Lohner Anton D. wird verdächtigt, am Montag gegen 21 Uhr in der Nähe eines Parkplatzes in Lohne am Luchsweg seine 44-jährige Ex-Ehefrau getötet zu haben. Die Polizei nahm ihn noch am gleichen Abend vorläufig fest.
Nach Informationen dieser Zeitung waren Nachbarn in der Wohnsiedlung auf dem Vossberg zur Tatzeit auf einen heftigen Streit in der Nähe des Parkplatzes aufmerksam geworden. Sie eilten zur Hilfe - doch alle Rettungsversuche blieben vergeblich: Die Lohnerin starb im Rettungswagen auf dem Weg in das Quakenbrücker Krankenhaus.
Die Staatsanwaltschaft konnte gestern noch keine Angaben zur Todesursache geben. "Um zu klären, ob der Beschuldigte Waffen einsetzte oder wie er sie verletzte, müssen wir das Ergebnis der Obduktion abwarten", so Dr. Rainer du Mesnil de Rochemont. Über den blutigen Schraubenzieher, der in der Nähe des Tatortes gefunden wurde, habe er keine Kenntnis, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft.
Er habe zunächst an einen Familienstreit gedacht, berichtete ein Augenzeuge gegenüber der OV. "Doch dann hörte ich, wie eine Frau rief: Pamagite! Pamagite!" Diesen verzweifelten Hilferuf auf russisch nahm der junge Lohner sofort ernst. Er rannte in Richtung Parkplatz. Dort sah er die auf einem Rasenstück liegende verletzte Frau. Sie habe vor einem Auto gelegen, in der Nähe sei der Ehemann auf und ab gelaufen. Kurz darauf trafen Polizei und Malteser-Hilfsdienst ein, der Notarzt musste aus Vechta alarmiert werden. Der Tod der Lohnerin ist die Fortsetzung eines Familiendramas. Anton D. war erst seit dem 8. Januar wieder auf freiem Fuß: Nachdem er im Juli 2005 seine Schwiegereltern mit einer Axt angegriffen und niedergeschlagen hatte, verurteilte die Schwurgerichtskammer des Oldenburger Landgerichts ihn wegen "gefährlicher Körperverletzung" zu einer Haftstrafe von dreieinhalb Jahren. Hintergrund des Angriffs waren Familienstreitigkeiten, nachdem die Schwiegereltern in einen Anbau des Einfamilienhauses gezogen waren. Während seiner Haftzeit, die er vollständig in der Justizvollzugsanstalt in Meppen verbüßte, habe sich der jetzt Beschuldigte geweigert, "an Therapiegesprächen konstruktiv mitzuarbeiten", so gestern Staatsanwalt du Mesnil de Rochemont. Es sei nicht gelungen, "den Hass gegen seine geschiedene Ehefrau und deren Eltern abzubauen". Deshalb sei durch die Strafvollstreckungskammer in Oldenburg eine sogenannte "Führungsaufsicht" angeordnet worden. Damit war Anton D. jegliche Kontaktaufnahme zu seiner Familie - die Frau wohnte mit dem etwa zehnjährigen Sohn in Lohne, eine etwas ältere Tochter lebt in einem Internat - verboten.
Auch das Grundstück am Eichhornweg durfte er nicht mehr betreten. Der 50-Jährige habe sich an sämtliche Auflagen gehalten; es habe keine Anzeichen von Gewalttätigkeit oder Aggressivität gegeben. Bis zum Montagabend: Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er mit Elena D. telefoniert und sie um ein Treffen bat.
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