Eine solche Aussage wirts nicht geben, da sowas bei SVW nunmal als interna abgehakt, nicht für die Öffentlicchkeit bestimmt und damit nicht kommentiert wird.
Richtig. Von Schaaf und Allofs wird es dazu niemals eine Aussage geben. Es reicht ja schon, wenn ein Spieler meint, Kabinen-Internas bei seinen "Freunden" von der BILD-Zeitung ausplaudern zu müssen. Es ist ja nicht das erste Mal, das die Springerpresse im Nachhinein erfahren hat, was in der Kabine besprochen worden ist.
1) weil es den Aussagen TS´s widerspricht, der sagt man sei mit diesem ausgedünnten Kader leistungstechnisch am Limit - wenn die Spieler aber am leistungs- limit spielen warum bestraft man sie dann?
Diese Aussage gilt für das Leverkusen-Spiel. Da hat die Mannschaft tatsächlich am Limit gespielt, wie übrigens auch über weite Strecken gegen Hamburg. Und das Mailand-Spiel sehe ich auch nicht so kritisch, weil Werder in einer Not-Besetzung gegen dieses Star-Ensemble fußballerisch unterlegen war. Zumindest das Bemühen war gegen Inter da.
Die (angebliche) Maßnahme wurde aber am Tag nach dem Hannover-Spiel besprochen. Was Werder gegen Mainz und Hannover in Sachen Teamgeist, taktische Disziplin, Einsatz- und Siegeswille gezeigt hat, war nicht mehr zu unterbieten. So fragwürdig ich diese angebliche Aktion insgesamt auch finde: In den nachfolgenden Spielen gegen Leverkusen und Hamburg waren Teamgeist, taktische Disziplin, Einsatz- und Siegeswille wieder da. Wenn die Kabinenansprache nach dem Hannover-Spiel einen Effekt hatte, dann war der positiv.
Vielleicht hat der Sportpsychologe doch Recht:
In der Tat müssen die Spieler - darin sind sich Arbeitsrechtler einig - ihr Geld irgendwann bekommen. Die vertraglichen Verpflichtungen sind einzuhalten. Dennoch hält der Sportpsychologe Bernd Strauß die Maßnahme keinesfalls für abwegig. "Das ist sicher eine ungewöhnliche Aktion, aber gerade solche eignen sich, um wirklich aufzurütteln", sagt der Professor der Uni Münster und ehemalige Präsident der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft. "Das kann eine gute Maßnahme sein."
Die Gefahr zusätzlicher Verstimmungen sieht er nicht. "Unruhe ist eh schon da. Sonst hätte der Verein nicht zu solch einer Maßnahme gegriffen", sagt Strauß im Gespräch mit sport.zdf.de, "ich finde es positiv, dass hier nicht einzelne Spieler oder der Trainer als Sündenböcke herausgepickt werden. Hier geht es um die Symbolik. Es wurde ein ganz klares Zeichen an die Mannschaft gesetzt: Es ist ernst, und ihr als Spieler seid gefordert, Verantwortung zu übernehmen. Natürlich ist das nicht ohne Risiko, aber das kann positive Gruppenprozesse in Gang setzen."
http://fussball.zdf.de/ZDFsport/inhalt/14/0,5676,8120654,00.html?dr=1
Man kann so eine Maßnahme aus verschiedenen Gründen kritisch sehen, aber das Argument Unruhe gehört sicher nicht dazu. Es wäre schlimm, wenn es nach solchen "Arbeitsverweigerungen" wie gegen Mainz und Hannover ruhig bliebe. Bequemlichkeit und Selbstzufriedenheit sind bei Werder viel größere Gefahren als Unruhe. Unruhe kann auch leistungsfördernd sein.
2) weil es glaube ich in Deutschland unüblich ist Gehälter (auch bei Arbeitsverweigerung) einzufrieren und ich bezweifle dass das der Verein im Arbeitsvertrag eine solche Maßnahme explizit aufgenommen hat und der Gang vor ein Gericht für unsere Profis erfolgversprechend sein durfte - will man sie gegen sich (den Verein) aufbringen oder provozieren?
Was macht man wenn der erfolg ausbleibt? - irgendwie halbherzig
Kein Spieler wird wegen der paar Hundert Euro Verzugszinsen klagen. Dann läuft der Spieler Gefahr, dass sein Gehalt bekannt wird. Ihm droht eine Debatte über sein Gehalt und ein Imageschaden. Außerdem wäre der Spieler beim Trainer unten durch, mit dem diese angebliche Maßnahme sicher abgestimmt gewesen ist. Und schließlich bliebe er in erster Instanz wegen der Besonderkeiten des Arbeitsgerichtsverfahrens auch auf seinen Anwaltskosten sitzen, wenn dafür keine Rechtsschutzversicherung aufkommt.
Was sonst noch von der Spielergewerkschaft behauptet wird, ist rechtlich Unsinn. Wegen einer etwas verzögerten Gehaltsauszahlung hat kein Spieler ein Zurückbehaltungs-, geschweige denn ein Kündigungsrecht. Ein Anwalt, der dazu raten würde, müsste schon eine gute Haftpflichtversicherung haben.
ICh hab den tieferen pädagogischen zweck der MAßnahme noch nicht so ganz gerafft, aber das heißt ja nicht das es ihn nicht gibt...
Ich kann mir nur vorstellen, das man den Bremer Profis mal dokumentieren wollte, wie gut es ihnen bei Werder eigentlich geht und wie es bei anderen Vereinen laufen würde. Gerade bei ausländischen Vereinen ist es eher die Regel als die Ausnahme, dass das Gehalt nicht pünktlich gezahlt wird. Darüber und über die Frage, ob die zuletzt gezeigten Darbietungen wirklich 100 Prozent Gehalt rechtfertigen, sollten die Spieler mal nachdenken. Das ist die einzige Erklärung, die ich habe.
Wie gesagt: Ich sehe die angebliche Einfrierung des Gehalts auch eher kritisch, aber man kann wie der Sportpsychologe auch anderer Ansicht sein.