Bei normalen Arbeitnehmern mögen solche Faktoren gelten, aber nicht bei Fußballprofis, die zum Teil mit Jahresgehältern im höheren siebstelligen Bereich entlohnt werden. Die Spieler haben immer mit unbedingtem Willen vollen Einsatz zu zeigen und dafür Sorge zu tragen, dass sie topfit sind, mental und körperlich. Angesichts der hohen Gehälter gibt es einfach null Spielraum für Nachlässigkeiten.
Da blendest Du meiner Meinung nach aber ganz klar den Faktor Mensch aus.
Verunsicherung nach Fehlern oder allgemein schwankende Form sind menschliche Dinge, und bei Blessuren oder körperlichen Ermüdungserscheinungen steckt man oft nicht drin.
Auch ein Millionengehalt macht einen Spieler nicht zur Maschine.
Und wenn es so einfach wäre, dass ein Spieler aufgrund seines Gehalts alles so leicht steuern könnte - dann bräuchte ein Profi-Team wohl kaum einen so großen Betreuerstab. Auch der zunehmende Einsatz von Sportpsychologen zeugt wohl eher davon, dass zumindest ein Teil Deiner Aussagen zu hinterfragen ist.
Zitat von ÖSTERREICHER:
Im Vertrieb hast du nicht lange Zeit deine "Leistung" zu zeigen.
Entweder du erreichst das vereinbarte Ziel oder du kannst dir einen neuen Arbeitgeber suchen.
Hat sich in Österreich etwa schon "Hire and fire" durchgesetzt?
Hierzulande wird man wohl kaum einen unbefristet angestellten Vertriebler wegen schwacher Zahlen vor die Tür setzen können, es sei denn man muss ohnehin betriebsbedingt kündigen und sucht erste Kandidaten für die Streichliste.
Da leistungsabhängige Vergütung hier immer mehr auf dem Vormarsch ist, sortiert sich der Arbeitsmarkt hier immer mehr selbst. Die guten können sich wunderbar selbst motivieren, die schwächeren resignieren immer häufiger, da sie dem Druck nicht mehr standhalten.
Der Unterschied zu den Profis ist leider, das dies zwar ähnlich funktioniert, aber leider in anderen Dimensionen. Selbst wenn der variable Teil des Gehalts wegen grottiger Leistungen nicht ausgezahlt wird, reicht das Grundgehalt immer noch aus, um in Saus und Braus zu leben. Vielleicht sollte die Schere hier noch weiter auseinandergehen.
Ansonsten bleibe ich dabei, dass man solche Diskussionen differenziert führen muss und nur Spieler an den Pranger stellen sollte, bei denen man offensichtlich von einem Einstellungsproblem sprechen kann.
Wenn ein Spieler mentale Probleme hat oder durch regelmäßige Blessuren aus dem Rythmus gebracht wird, dann sollte man eher sehen mit welcher Hilfestellung man ihn wieder in die Spur bringen kann.