Dem äußeren Anschein nach ist es bei Schaaf so, dass das absolute Leistungsprinzip nicht gilt. Das gilt für Stammspieler, die immer wieder spielen relativ unabhängig von Ergebnissen oder auch für Spieler, die draussen sind und wenig Chancen bekommen. Dazu gehört Vranjes, der meiner Meinung nach gerade in Situationen wie jetzt, wo wieder mal die Defensive das problem ist, mehr Einsätze verdient hätte.
- Zu einem Großteil ist das wahrscheinlich fast überall so, dass es bestimmte Spieler gibt, die gesetzt sind.
- Bei Schaaf scheint es tatsächlich, dass er bei bestimmten Spielern sehr weit geht mit seinem Vertrauen. Das geht sicherlich so weit, dass viele Fans, auch ich, manchmal verwundert sind über die Aufstellung und sich fragen, warum bestimmte Spieler überhaupt dem Kader angehören bzw. warum andere noch so schlecht spielen können ohne auf der Bank zu landen.
Aber das ist auch ein bisschen Typfrage. Es ist nicht gesagt, dass es bei mehr Wechselei besser liefe (siehe Bayern), nur sucht man halt bei Misserfolg nach Erklärungen. Wäre Schaaf Klinsmann, würde es jetzt wahrscheinlich heißen, dass der Trainer mit der vielen Wechselei alles durcheinander bringt.
Die ausgeprägte Konzinuität hat im Endeffekt Vorteile und Nachteile. Die Nachteile bestehen darin, dass Ersatzspieler möglicherweise demotiviert werden, dass punktuell nicht die "besseren" Spieelr spielen. Aber was heißt "besser"? Es kann ja, wie weiter oen schon geschrieben, durchaus sein, dass ein Spieler "schlechter" ist, was die momentane Form betrifft. Aber dass es trotzdem sinnvoll ist (bis zu einem bestimmten Punkt), ihn aufzustellen, wegen dem Gesamtgebilde.
Schaaf ist ein sehr ausgeprägter Glauben an personelle Kontinuität und an bestimmte Spieler innerhalb des Systems zu eigen. Das wirkt manchmal starrsinnig. Zudem ist er jemand, der im Erfolg auf das "winning team" setzt und im Misserfolg wenigstens zunächst "seinen" Spielern die Chance gibt sich zu rehabilitieren.
Aber ob die Vor- oder die Nachteile überwiegen, bleibt dahingestellt.
- Schließlich ist es aber auch so, auch das wurde glaub ich schon erwähnt, dass man von außen schlecht endgültig beurteilen kann, ob es wirklich so ist, wie es manchmal scheint, also ob Schaaf tatsächlich in bestimmten Situationen und bei bestimmten Spielern das "Leistungsprinzip" außer Kraft setzt. Ich bin wie gesagt ein Freund der Spielweise von Vranjes und würde zumindest dann, wenn die Defensive Probleme hat oder sie zu erwarten sind, ihn gerne in der Mannschaft sehen, so wie in München aber danach nicht mehr. Insofern würde mich schon interessieren, warum er derart außen vor ist, während andere, die offensichtlich nicht in bester Verfassung sind, immer spielen dürfen.
Trotzdem gehe ich natürlich schon davon aus, dass Schaaf (gute) Gründe hat, es so zu machen und er auch besser in der lage ist, solche Entscheidungen zu treffen, da er einfach näher an der Mannschaft ist. Dise Gründe müssen mich nicht überzeugen, und wenn es schief geht, ist die Versuchung groß, sich hinzustellen und zu sagen: Siehste, ich hatte recht.
Aber so von außen würde damit vorsichtig sein, da es ein Unterschied ist, Werder über die Medien oder jedenfalls von außen zu verfolgen oder direkt drinzustecken, die entsprechenden Einblicke zu haben und die Entscheidungen treffen und vertreten zu müssen. Hier im Forum kann man viel schnacken, und wenn man recht hatte, sich feiern und wenn man falsch lag, den Mantel des Schweigens drüberlegen. Das kann Schaaf nicht. Und deshalb ist es aus meiner Sicht unfair, sich an den - scheinbar oder tatsächlich- merkwürdigen Personalentscheidungen festzuhängen und zu übersehen, dass die meisten Aufstellunsentscheidungen so falsch nicht gewesen sein können.
MFG dkbs