Ja, und ca. die Hälfte davon gilt mittlerweile als geheilt, sodass aktuell 60.000 infizierte bzw. nein, positiv getestete!, Personen leben.
Die Geheilten werden nämlich vom RKI nicht rausgerechnet.
Ich kanns verstehen, das die Leute langsam nervös werden, geiles Wetter draußen und kein klarer Plan der Politik bzw. keine klare Kommunikation in Richtung der Bevölkerung, so es denn einen nPlan gibt.
Und das nervt mich derzeit...
Meiner bescheidenen Ansicht nach wurde nun oft genug kommuniziert, was derzeit der Plan ist, das will nur (leider) ein signifikanter Teil der Bevölkerung nicht hören.
Hat allerdings denke ich weniger etwas mit Berlin oder sonstwo zu tun. Hier in Köln erlebe ich das genauso. Sei es beim Einkaufen, wenn sich unnötig Menschen vordrängeln oder sich sogar einen Spaß daraus machen andere Menschen quasi in die Enge zu treiben. Sei es beim Spazierengehen, wenn Menschen extra die Straßenseite wechseln und unmittelbar auf Dich zulaufen, obwohl es null Anlässe dafür gibt. Sogar hier im eigenen Haus, wo man einfach weiter permanent Grillparties schmeißt, an denen Menschen mit früher schon extrem unstetigem Lebenswandel direkt und auch indirekt (über deren Mitbewohner, die genauso verantwortungslos sind) beteiligt sind (und somit kilometerlange, völlig undurchsichtige Kontaktketten bilden), obwohl bekannt ist, dass es hier vor Ort und auch in Kontaktketten, die sich definitiv bekannterweise auf KEINEN FALL unterbrechen lassen (pflegebedürftige alte Menschen) unter anderem auch potentielle Hochrisikopatienten gibt, die eine Infektion mit recht hoher Wahrscheinlichkeit nicht überleben würden.
Es gibt nach wie vor einen (kleinen) Anteil völlig ignoranter Idioten und einen (leider immer größer werdenden) Anteil deren Stärke nicht unbedingt die Disziplin ist und die leider langsam wieder anfangen das Risiko zu erhöhen - auch auf Kosten anderer Menschen. Das ist nichts weiter als völlig egozentrisch und das finde ich offen gesagt traurig. Die Situation ist wie sie ist, so ist dies leider im Moment. Niemand findet sie toll und am liebsten möchten wir alle sie gestern hinter uns lassen. Mir persönlich macht dies auch gerade eine MENGE kaputt - und da rede ich von wirklich wichtigen Dingen, nicht meinem persönlichem Spaß. Aber man muss sich eben einfach immer wieder veranschaulichen, dass niemand diese Krise aktiv herbeigeführt hat oder sie nun einfach so abstellen kann. Auch die Politik nicht. Man mag zurecht kritisieren, dass man nicht optimal vorbereitet gewesen ist, aber das aktuelle Krisenmanagement kann ich persönlich angesichts der Tragweite und der Umstände der Krise hier in Deutschland nun nicht als schwerwiegend fehlerhaft bezeichnen. Vielleicht anfänglich etwas zu zögerllich, aber genau darum geht es hier ja nun, dass man konsequent die Linie fortführt und nicht zu früh einknickt, nur weil ein signifikanter Teil der Bevölkerung nicht die nötige Disziplin mitbringt. Und die politischen Signale, die man diesbezüglich eigentlich immer wieder seit Beginn des Lockdowns von allen relevanten Beteiligten hört, finde ich persönlich jedenfalls deutlich ermutigender als jene aus Teilen der Bevölkerung. Denn nun ungeduldig zu werden und auf eigene Faust um jeden Preis den eigenen Willen durchzusetzen ist ein extrem schlechter Ratgeber. Macht dies jeder (und jeder Mensch hätte das gleiche Recht dazu) rennen wir ungebremst und dann wahrscheinlich ohne einen Weg zurück in die Katastrophe. Ich finde, es hat einfach verdammt nochmal jeder Einzelne von uns seinen Anteil an der Gesamtverantwortung zu tragen und dafür zu sorgen, dass wir dies nun möglichst gut überstehen.
Dies ist ein Marathon, kein Kurzstreckenlauf, und wir sind gerade einmal vielleicht die ersten 3 oder 4 km gelaufen. Vielleicht auch 7 oder 8, aber wir stehen sicher noch eher am Anfang und wir haben nicht die Option, ihn abzubrechen, nur die Wahl darüber, mit welchem Einsatz wir ihn laufen und wie entsprechend das Ergebnis am Ende ausschaut. Wenn wir jetzt wegen des Wetters oder weil wir keine Lust mehr haben, ein paar Wochen zu früh einknicken oder - noch viel schlimmer - absolut unvorsichtig werden und wieder so leben wie zuvor, dann ist das Risiko eines großen Rückfalls immens und selbiger wird in so vielerlei Hinsicht, vor allem dann auch für jene Unternehmen, die es durch diese Krise vielleicht gerade so noch schaffen würden, fatale Folgen haben. Von den vielen Menschenleben, die dies ohne jede Not kosten würde, ganz zu schweigen. Davon ab sollte man auch einfach mal daran denken, welches Engagement, welche Opfer, welchen Einsatz Ärzte, Pfleger, Krankenschwestern derzeit bringen. Dies nun aus unwichtigen persönlichen Befindlichkeiten heraus mit Ignoranz zu torpedieren und am Ende damit eine Situation zu riskieren, die für eben jene Menschen, die nun solche Leistungen bringen, noch um ein Vielfaches schwieriger wird, finde ich persönlich undankbar und unmöglich.
Einen zweiten vollständigen Lockdown DÜRFEN wir einfach nicht riskieren. Es ist SO VIEL besser nun noch vielleicht 2, 3 Wochen geduldig zu sein und Stück für Stück vorsichtig zurück in ein neues öffentliches Leben mit diversenen Sicherheitsbeschränkungen zu gehen als nun bald wieder von Null auf 100 zu schalten und dann 10 - 12 Tage später zu merken, dass die exponentielle Entwicklung der Fallzahlen wieder begonnen hat - dann aber auf einem anderen Niveau, weil die Basis dann Zehntausende und nicht wie zuvor ein paar Hundert Fälle sind - und dann quasi KEINERLEI sinnvolle Maßnahmen mehr im Petto zu haben um der Situation dann wieder Herr werden zu können (weil die Situation dann gravierend schlimmer wäre als vor dem Lockdown). Schade, dass so viele Menschen (auch wenn es eine Minderheit sein mag, es sind in toto viele Millionen in Deutschland) dies anscheinend nicht sehen (wollen). Dieses "sich selbst über das Gemeinwohl stellen" ist etwas, was mich persönlich schon immer etwas nervt - in diesen Zeiten besonders (und mich sehr traurig macht).