Was macht euch gerade traurig?

Samthandschuhe allenthalben. Nur wenn ein Deutscher ohne funktionsfähige Fahrradklingel unterwegs ist, schlägt die Justiz mit voller Härte zu.
 
Schade, aber verständlich, hätte eine interessante Diskussion werden können. Aber Hauptsache es wurde festgestellt, daß DU das Thema erweitert hast.
Ja, aber dann muss schon einiges passiert sein. Mein letzter Fall, dem ich beiwohnte, beinhaltete 6 DIN A4-Seiten Vorstrafenregister bis es letztendlich zur mehrjährigen Haftstrafe reichte.

Das ist die Realität in der Sache Jugendstrafrecht.
Viele Sexualstraftaten geschehen oftmals nach Kontakten in Discotheken/Party wo man später noch auf einen
Kaffee, in gutem Glauben, mit in die Wohnung geht. Das mildert in keinster Weise die Schuld des Täters sondern
hier wurde lediglich von naivem Verhalten gesprochen und nicht von einer Mitschuld.
Die entsprechenden Fraktion hier unterstellt natürlich wieder!!!
 
Naivität wird oftmals mit einer dummen Verhaltensweise in Verbindung gebracht ich sehe es eher als Gutgläubigkeit und das ist ja eigentlich ne relativ mennschliche Eigenschaft , gerade wenn man sich vom sehen her kennt.
Wenn Frauen/Mädchen unter falschen Tatsachen gelockt werden ist der Straftatbestand eindeutig mMn und darf für das Opfer nicht als Dummheit ausgelegt werden.
 
Naivität wird oftmals mit einer dummen Verhaltensweise in Verbindung gebracht ich sehe es eher als Gutgläubigkeit und das ist ja eigentlich ne relativ mennschliche Eigenschaft , gerade wenn man sich vom sehen her kennt.
Wenn Frauen/Mädchen unter falschen Tatsachen gelockt werden ist der Straftatbestand eindeutig mMn und darf für das Opfer nicht als Dummheit ausgelegt werden.

Gutgläubigkeit sind ja eben oft Dinge die man Frauen zuspricht und wie du schon sagst, ist dies grundsätzlich
eine gute Eigenschaft. Diese Gutgläubigkeit spielt eben oft auch in Beziehungstaten (Häusliche Gewalt usw.)
eine Rolle und man wundert sich, dass Frauen zu ihren Peinigern zurückkehren …..
Ich glaube hier hat @Lübecker eher gemeint, dass Frauen sich auch auf solche Situationen einstellen oder
sagen wir sensibilisieren sollten.
 
Für mich war der Meinungsaustausch hier eigentlich zu Ende, aber dieses will ich noch loswerden.
Gestern wurde eine Sondersendung auf RTL über Kriminalität bei Jugendlichen angekündigt (neuerdings poppen solche Meldungen immer rechten Bildschirmrand auf). U.a. wurde auch Mühlheim angesprochen und was mich gestört hat, das Opfer wurde mit keinem Wort erwähnt.
Das Opfer wird benutzt vom Täter
Das Opfer wird benutzt von der Polizei zur Ermittlung
Das Opfer wird benutz vor Gericht zur Zeugenaussage, dann wird es entlassen.
Alles wird beleuchtet: Familie, Schule, Vergangenheit, welche Hilfen hatte der Täter und was könnte ihm jetzt weiterhelfen, aber
Das Opfer muss sich selber helfen, indem es sich Hilfe von außen besorgt.
Mühlheim ist hier nur der Aufhänger, die Ungleichstellung Opfer-Täter ist leider die Regel.
 
Ja, also wirst du eben nicht einfach entlassen, sondern du wirst auf (weiterführende) Hilfe hingewiesen und ggf. weitervermittelt.
 
Ja, also wirst du eben nicht einfach entlassen, sondern du wirst auf (weiterführende) Hilfe hingewiesen und ggf. weitervermittelt.
Nach der Zeugenaussage wirst Du vom Gericht entlassen. Punkt.
Wenn Du Glück hast, hat schon die Polizei auf Opferhilfeorganisationen hingewiesen, die dich ggf. ins Gericht begleiten, evtl. in Zusammenarbeit mit Psychologen, einen Anwalt für die Nebenklage vermitteln und sich darüber hinaus um dich kümmern.
Aber die ersten Schritte musst Du selber machen.
Bei den Tätern sieht das etwas anders aus.
 
Das Hauptproblem ist doch folgendes:

Die Geschädigten (ich verwende bewußt nicht noch das Wort "Opfer", denn das erinnert sofort an spezifischen Jugendjargon und es geht hier ja gerade um Kinder und Jugendliche Täter ... auf weitere Details zu letzterer ganz vorsichtiger Andeutung werde ich im übrigen in keiner Silbe mehr eingehen, weder selbst aktiv, noch als Antwort auf andere Posts)
sind wortwörtlich geschädigt - körperlich und seelisch und in ihrem Grundvertrauen in Mitmenschen. Das ist teilweise irreparabel. Dennoch werden Geschädigte nicht ausreichend begleitet in ihrem weiteren Leben und gestärkt in ihrer Persönlichkeitsentwicklung.

Die Schädiger werden dagegen nicht hinreichend - nach menschlichem Verstand - für diese bewußt herbeigeführte oder in Kauf genommene Schädigung belangt.
Die direkten Konsequenzen sind teilweise lächerlich ... und damit noch zusätzlicher blanker Hohn und Spott für die Geschädigten und deren Situation.

Insbesondere für Familienangehörige der Geschädigten ist dies unerträglich und für die Geschädigten selbst vollkommen unverständlich.


Außerdem:

Da die sehr milde Strafverfolgung bekannt ist, werden eher noch Nachahmer aufgebaut als abgeschreckt. Das ist eine fatale Folge der öffentlichen Diskussion in den Medien hierzu.
Nebenbei ist die öffentliche Diskussion selbst (ohne direkte und angemessene Konsequenzen für die Täter) abermals eine weitere Verletzung der Geschädigten.


Konsequenz:

Die Bewertung von Straftatbeständen gehört nach meinem Ermessen grundsätzlich überdacht.

Warum wird eine Steuersünde jeglicher Art gnadenloser oder eine nicht funktionierende Fahrradklingel ;) konsequenter geahndet
als Schäden - wie im hier diskutierten widerlichen Fall - an Personen (die zudem oft bewußt herbeigeführt wurden UND nicht mal eben behoben werden können).
Das kann eigentlich niemand gutheißen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Nach der Zeugenaussage wirst Du vom Gericht entlassen. Punkt.
Wenn Du Glück hast, hat schon die Polizei auf Opferhilfeorganisationen hingewiesen, die dich ggf. ins Gericht begleiten, evtl. in Zusammenarbeit mit Psychologen, einen Anwalt für die Nebenklage vermitteln und sich darüber hinaus um dich kümmern.
Aber die ersten Schritte musst Du selber machen.
Bei den Tätern sieht das etwas anders aus.
Aber was erwartest du denn? Eine Zwangsmaßnahme für die Opfer im Anschluss oder was?
Es mag ja durchaus sein, dass beim Opferschutz noch Verbesserungsbedarf besteht, aber ich verstehe nicht ganz, worauf du da jetzt hinaus willst.
 
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