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DR AKR
Guest
Ich wollte auch nicht ausdrücken, daß dies eine Mehrheitsmeinung sei. Aber ich wurde damit schon mehr als einmal konfrontiert und ich kann den Argumenten auch folgen. Im Erfolgsfall stellt man sich positiv heraus, als Verein der aus vermeintlich wenig viel macht. Und im Mißerfolgsfall versteckt man sich hinter dem angeblich so schlechten Standort, sieht man ja auch hier. Wenn ich mich nicht täusche, hat sich auch Uli Hoeneß mal diesbezüglich geäußert, in der Zeit als Allofs immer meinte wie schwierig das in Bremen sei, wo man seit Jahren direkter Konkurrent von Bayern war, gespickt mit Nationalspielern, den 2. meisten TV-Geldern, CL-Prämien und starken Sponsoren. Mir hat dieses "kleiner machen als man ist" schon damals nicht gefallen und ich mache das mitverantwortlich für unseren Absturz. Entweder glaubt man wirklich daran, daß man so klein ist, dann bleibt man -wie der DR gestern schon sagte- bei seinen Leisten. Oder man akzeptiert, daß man im Konzert der großen angekommen ist, dann muss man die Klaviatur auch spielen. Allofs' Weg war nicht Fisch nicht Fleisch. Aber das wird jetzt im Skripnik-Thread zu sehr offtopic.
Gut, dass Du Hoeneß nennst, Tony. Ich kann mich sehr gut an mehrere Interviews seinerzeit erinnern, in denen er seinen Respekt für Werder und sein absolutes Unverständnis für größere Vereine zum Ausdruck brachte.
Fast wörtlich sagte er damals, dass die Konkurrenten der Bayern eigentlich aus anderen Millionenstadten wie insbesondere Hamburg, Köln und Berlin kommen müssten., was imho absolut richtig war und ist.
Hoeneß verpackte sein Lob an Werder also gleichzeitig mit Kritik am HxV, am 1. FC Köln und an Hertha Bsc, die ihre hervorragenden Standortvorteile völlig unzureichend ausnutzen.
Damit waren nicht nur die Einwohnerzahlen und das Potenzial an Vrreinsmitgliedern gemeint, sondern auch die bessere Infrastruktur und selbstverständlich die wesentlich höhere Dichte an möglichen Sponsoren und Investoren im Vergleich zu Städten wie Bremen.
Daimler hat in Bremen einen Zweitsitz, keine Zentrale. Werder kann froh sein, dass Volkswagen sein Sponsoring relativ weit streut und (noch) nicht am Standort Wolfsburg zentriert.
Selbstverständlich ist der Standort Bremen im Vergleich zu anderen benachteiligt. Umso wichtiger ist an solchen Orten die Auswahl des geeigneten Personals. Hoeneß und Bayern München hatten in den späten 80er und frühen 90er Jahren katastrophale Transferbilanzen zu verzeichnen. Mehr Fehleinkaufe als Hoeneß hatte damals niemand zu verantworten. Beispielhaft seien Namen wie McInally, Mihailovic, Valencia und Co genannt. Man stelle sich nur vor, Rehhagel oder Heynckes, bzw. die entsprechenden Manager hätten sich an den Standorten Bremen und Gladbach derart verhoben.




