Viktor Skripnik (Trainer Metalist Kharkiv/Ukraine)

Kleines Zwischenfazit weil es ja immer hieß, die Leistung von Dutt und Skripnik sei nicht vergleichbar weil Skripnik am Ende die leichten Gegner hatte. Skripnik: Zwei Spiele, 6 Punkte. Dutt: 9 Spiele, 4 Punkte. Den Wettbewerb hat Skrippa also bereits nach 22% der Vergleichsmenge gewonnen :cool:
 
aber ist doch eigentlich alles gar nicht soooo gut. :O
trainergott, weltklasse einwechslungen. :tnx:
 
Ich find das ja zur Zeit fast ein wenig unheimlich mit Werder. :unfassbar:



.... und das darf gerne so unheimlch weiter gehen :daumen:
 
Unglaublich, da kommt der Mal so daher mit seiner "putzigen Art" (Sky-Kommentator beim Spiel) und sammelte in nun zehn Partien unglaubliche 19 Punkte.
Da konnte ein T.S. nur von träumen!
Wo soll das nur noch hinführen?
Wenn ich ehrlich bin, habe ich aber schon das Spiel in Bielefeld im Hinterkopf und hoffe, dass die Truppe sich da nicht überraschen lässt!

Aber, bei dem Trainer mache ich mir da eigentlich doch keine großen Sorgen.
Im Gegenteil, mit ein bisschen Losglück (Heimspiel) gegen Zweitligisten, könnte es zu Berlin reichen, dass wäre doch was!
 
Egal wie das jetzt ausgeht und mit Sicherheit wird das zweite Jahr schwerer, aber ein Fazit der Arbeit Skripnik`s nach nur drei Monaten(!) könnte sich besser kaum lesen:

1. taktische und spielerische Entwicklung
Nur knapp 6 Wochen dauerte es, da hatte VS ein Spielsystem installiert, welches gegen Dortmund erstmals seine volle Blüte zeigte. Und zwar eines, was sowohl Eigenschaften eines vernünftigen Passpiels, kombiniert mit Abstimmung und Laufwegen, sowie koordiniertes Pressing zeigt, als auch gewisse Mittel in der Rückwärtsbewegung beinhaltet. Das ist besonders bemerkenswert, da in den letzten knapp 10 Jahren Werder mindestens entweder das eine oder eben das andere ein fatales, uns fast unlösbar erscheinendes Problem darstellte und letztlich den dramatischen Niedergang Werder einleitete bzw. zementierte.

Natürlich haben wir noch lange nicht die Qualität in unseren Reihen für DIE Balance, mit der wir souverän gewinnen könnten, wenn wir gewinnen müssen, gegen keinen Gegner der Liga. Aber mir gefällt sehr gut, dass trotz der ein oder anderen individuellen Schwäche im Mf in Bezug auf Umkehrspiel, welche mangelnde Raumaufteilung der Mannschaft nach sich zieht, Du jederzeit den Willen erkennen kannst, in schwierigen Situationen mit vielen Leuten immer wieder hinter den Ball zu kommen und dass ein diszipliniertes Positionsspiel unverkennbar ist.
So holst Du dann eben trotz gewisser Schwächen in Sachen Spiel- und Raumverständnis immer mal wieder Bälle zurück, bringst die nötige Ruhe rein, um eine Führung zu sichern und - noch wichtiger - die eigene Leistung zu stabilisieren. Statt dass es uns selbst widerfährt, lassen wir den Gegner zunehmend verkrampfen. Und zur Not wird wie gegen Hertha auch mal ein taktisches Foul ausgepackt, wenn es gar nicht anders geht, um einen möglicherweise spielentscheidenden Konter zu unterbinden.
Auf die Weise haben wir Mannschaften wie Mainz, Stuttgart, BVB, Hertha und gestern Hoffenheim taktisch sauber "seziert" und auch in Frankfurt hätten wir gewonnen, wenn nicht zwei irreguläre Tore das Spiel entscheiden. Gerade das komplette Fehlen eigentlich einfacher Aspekte strategischer Spielführung hat uns früher überlegen geführte Spiele (manchmal mit Halbzeitführung) öfter noch entgleiten lassen und einen manchmal fast wahnsinnig gemacht.

Wir geraten unter Druck, bewahren aber die Linie. Lassen uns immer seltener davon abbringen, auch nicht durch Gegentore zu eigentlich ungünstigen Zeitpunkten. Es wird selbst unter Druck eher selten notbehelfsmäßig raus und rumgebolzt, das Team findet über fussballerische Facetten den Faden wieder. In der Folge kontrollieren wir Spiele mit einer klugen Mischung aus Dominanz und Kalkül. Speziell letzteres hab ich schon sehr, sehr lange nicht mehr in dieser Form bei Werder gesehen. Gefühlt seit 20 Jahren, seit Otto, mindestens aber seit Micoud.

Zudem lernt Skrippa sichtlich hinzu, was das Reagieren auf Gegner und Spielverläufe betrifft. In Hamburg, gegen Hannover oder Gladbach hat er noch Lehrgeld gezahlt, inzwischen ist mir das nicht mehr so aufgefallen.
Halbzeitansprachen erzielen mittlerweise regelmäßig und sofort danach Wirkung auf dem Spielfeld. Hier deutet für mich vieles auf eine feine Mixtur in der Zusammenstellung des Trainerstabs hin.

2. individuelle Entwicklung
Ich habe den Eindruck, dass Spieler wie zum Beispiel Bargfrede, Selassie, Junuzovic erstmals seit sie bei Werder BL spielen was taktische Disziplin angeht entscheidend dazulernen und nicht zuletzt dadurch ihre richtige Rolle im Mannschaftsgefüge finden. Ein Selke, früher bekannt dafür viele "schöpferische Pausen" einzulegen und unfähig seine Konzentration fokussieren zu können, ist mittlerweile 70-80 Minuten aktiv im Geschehen. Laufbereitschaft und Miteinander auf dem Rasen stimmen, wodurch jeder einzelne ein paar Prozent für sich drauflegen kann.
Neuankömmlinge wie Vestergaard oder Ötztunali, die zuletzt nicht mehr oder noch gar nicht BL-Spielpraxis hatten, wirken nach kürzester Eingewöhnungszeit sofort integriert. di Santo ist direkt nach der Verletzung schnell wieder in alter Verfassung.

3. Werders Fans und die Wahrnehmung
Skrippa hat den grausamen Murks der letzten 5 Jahre innerhalb von nur drei Monaten fast vergessen lassen, die Anhänger geeint und Werder schon jetzt eine andere öffentliche Wahrnehmung verpasst. Jedenfalls ist das der Eindruck aus meinem erweiterten Umfeld. Und ganz nebenbei gelang es VS klammheimlich, Eichin inklusive dessen Transfers vorerst aus der Schusslinie zu nehmen.


Seit der Hinrunde 2009/2010 hat mir Werder nicht mehr so viel Spass gemacht wie in den letzten neun Wochen.
Danke. :schal: :schal: :schal: :daumen: :daumen: :daumen: :bier:
 
Das war gestern ganz großes Coaching. Die Wechsel kamen perfekt zur Spielsitiuation und sind völlig aufgegangen. Dazu der Mannschaft, die im Laufe der ersten Hälfte völlig den Faden verloren hatte, in der Halbzeitpause neues Leben eingehaucht.

Chapeau!:applaus::schal::applaus:
 
Ergänzen möchte ich noch, dass die Mannschaft sich auch vom Schiedsrichter, der unseren für jeden Pups gelb gegeben hat und Hoppelheim viele härtere Fouls und Meckern durchgehen ließ und im Zweifel lieber für Hoppelheim gepfiffen hat, nicht aus dem Konzept hat bringen lassen. Das war wirklich eine konzentrierte, sachliche Vorstellung.
 
mal ganz unabhängig vom Sieg gestern.

Ich finde auch das die Mannschaft endlich mal ein Gesicht hat. Den Spielern sieht man an, dass sie wieder Spaß haben und ich habe das Gefühl, dass die Kommunikation zum Trainer eine ganz andere ist als unter Dutt. Skrippa wirkt viel authentischer und man kann ihm nicht nur glauben was er sagt, sondern setzt das auch einfach um. Kein Spieler wirkt unzufrieden wenn er auf der Bank sitzt, sondern gibt beim Einwechseln einfach alles. Es scheint so, als wenn die richtigen Ansprachen vor und nach den Spielen getroffen werden. Lange Rede kurzer Sinn:

Werder Bremen verkauft sich meines Erachtens unter Skripnik so gut, dass Werder einem Juno, Di Santo oder auch anderen BuLi-Profis wieder eine Perspektive aufzeigt. Auch bei jungen Spielern, da unser Trainer diese einfach fördert. Das war die letzten Jahre definitiv nicht so. Zudem haben unsere Gegner mittlerweile wieder Respekt vor uns.

:schal::schal::schal: Lebenslang Grün-Weiß :schal::schal::schal:
 
Also ich dachte ja, gegen unsere ersten 9 Gegner konnte man mit dieser Truppe nur 4 Punkte und keinen Sieg holen. Besser sind sie halt nicht und mit dem Trainer hat das alles nichts zu tun.
 
Ein Dreier gegen Leverkusen dazu, wäre natürlich der Hit.

Ich erwarte aber nicht, dass wir jetzt nur noch gewinnen und befürchte dass das Spiel die erste Heimpleite für Skrippo wird. Was dann aber halt mal passieren kann. :bier:
Entwicklung verläuft nie linear.
Blödsinn! Wir gewinnen jetzt die restlichen 15 Spiele und kommen locker in die Championsleage!!!:grinsen:
 
Also ich dachte ja, gegen unsere ersten 9 Gegner konnte man mit dieser Truppe nur 4 Punkte und keinen Sieg holen. Besser sind sie halt nicht und mit dem Trainer hat das alles nichts zu tun.

Denke das hat niemand behauptet bzw. auch gegen Hoffenheim gab es Sequenzen in denen die Führung oder das unentschieden am seidenen Faden hing (Stichwort Patzer von Wolf) - frag mich immer noch wie der nicht rein ging. Aber Latte!

Sieg ist Sieg! Nur personifizieren werde ich erstmal! nicht, deshalb habe ich auch zulange an TS festgehalten. Und Zeit für ein Urteil erlaube ich mir Ende der Saison. Wobei ich zugeben muss, dass es derzeit wieder Spass macht. Wenn ich Frings auf der Ersatzbank vorm Spiel nervös rumrutschen sehe, dann denk ich mir " der ist heiss, der will, lasst ihn von der Kette" :applaus:

Weiter so!:schal::daumen:

Achja und Vestergaard ist aus meiner Sicht das derzeitige Puzzlestück! Ne Macht vom auftreten und von den Werten (in beiden Spielen ~80% 2Kämpfe gewonnen) RESPEKT
 
Wenn ich daran denke, was möglich gewesen wäre, wenn Dutt schon eher beurlaubt worden wäre......

(Ich weiß, hätte, wäre, wenn)

Der beste Zeitpunkt für eine Trainerentlassung liegt vor, wenn die Leistung klar den Erwartungen zurückliegt.
Es hätte für reichlich Kritik gesorgt, wenn RD vor der Sommerpause entlassen worden wäre. Unabhängig von Antifußball&Gegentorflut... wenn punktuell mit ähnlichen Voraussetzungen das Saisonergebnis von Thomas Schaaf verbessert wurde, so wirkt es in der Öffentlichkeit erstmal als Fortschritt.
Erst als im Oktober richtig die Hütte brannte, hat sich die Einigkeit zum Wechsel durchgesetzt.

Ob der Wechsel nun alternativ zwischen den 5..9 Spieltag stattgefunden hätte, spielt für mich keine große Rolle.
Fakt ist:
Wenn ein neuer Trainerstab den schlechtesten Saisonstart seit 44 Jahren wieder auszubügelt, dann führt es auch zu mehr Geschlossenheit innerhalb des Teams.
 
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