Vergabe WM-/EM-Turniere

Ich werde die WM schauen. Das ist doch klar, weil es WM ist.

Natürlich war es ein Fehler, die WM dahin zu geben, weil eine WM im Sommer stattfinden sollte und wir im November leider keine sommerlichen Temperaturen haben.
Aber damit kann man sich abfinden. Wo ist das Problem?
Ich mein ... sorry. Ich will dich da gar nicht angreifen und widerlege vielleicht hiermit selbst was ich eben geschrieben habe. Ich will dir nicht verbieten das zu schauen. Gar nicht. Aber wenn du fragst "Wo ist das Problem?" wobei das was Dich am meisten umtreibt, was du aber großzügig auch mal erdulden kannst anscheinend ist, dass die WM (für uns hier in DE) nicht im Sommer bei angenehmen Grilltemperaturen stattfindet, dann frage ich mich ob du überhaupt weißt wieso einige diese WM boykottieren möchten.
 
Doch, natürlich weiß ich, warum einige diese WM boykottieren möchten, und es steht ihnen ja auch frei.
Natürlich geht es nicht in erster Linie um Grillwetter, das wir nicht haben werden.

Aber der Fußball ist ein weltumspannendes Geschäft.
Bis 1990 fanden Turniere ausschließlich in Europa oder Südamerika statt.
Dann kam das erste Turnier in den USA, die keine Fußballnation waren. Dennoch war die Vergabe nachvollziehbar.
Es folgten Turniere in Fernost, Afrika und Russland. Und nun in der arabischen Welt, die auch fußballbegeistert ist.
Gegen ein Turnier in der arabischen Welt hat hoffentlich niemand grundsätzlich etwas.
Die Kritikpunkte an Katar sind ja auch klar.
Aber wer soll denn eigentlich verbindlich Kriterien festlegen, welche Standards ein Land erfüllen muss, damit es würdig ist, eine WM austragen zu dürfen?
Soll Deutschland die Kriterien festlegen?
Sollen die 211 Verbände der FIFA die Kriterien festlegen?
Da gibt es aber sehr viele Verbände, die nicht einmal die Kriterien von Katar erfüllen.
 
Doch, natürlich weiß ich, warum einige diese WM boykottieren möchten, und es steht ihnen ja auch frei.
Natürlich geht es nicht in erster Linie um Grillwetter, das wir nicht haben werden.
Wirkt bei deinen Äußerungen nicht so.

Aber der Fußball ist ein weltumspannendes Geschäft.
Stimmt.
Bis 1990 fanden Turniere ausschließlich in Europa oder Südamerika statt.
Stimmt so nicht! 1986 fand das Turnier in Mexico statt.
Dann kam das erste Turnier in den USA, die keine Fußballnation waren. Dennoch war die Vergabe nachvollziehbar.
Es folgten Turniere in Fernost, Afrika und Russland. Und nun in der arabischen Welt, die auch fußballbegeistert ist.
Gegen ein Turnier in der arabischen Welt hat hoffentlich niemand grundsätzlich etwas.
Ja, nachvollziehbar, dass man sich da ausweitete, die konkrete Vergabe war aber mMn nicht immer nachvollziehbar.
Die Kritikpunkte an Katar sind ja auch klar.
Welche siehst du denn? Also außer den Winter? Mehr hast du ja bisher nicht kundgetan und anhand deiner Äußerungen bisher (außer oben weiter im Beitrag), kann man das Gefühl gewinnen, dass du auch nicht mehr hast.

Aber wer soll denn eigentlich verbindlich Kriterien festlegen, welche Standards ein Land erfüllen muss, damit es würdig ist, eine WM austragen zu dürfen?
Soll Deutschland die Kriterien festlegen?
Sollen die 211 Verbände der FIFA die Kriterien festlegen?
Da gibt es aber sehr viele Verbände, die nicht einmal die Kriterien von Katar erfüllen.
Das ist tatsächlich schwierig. MMn müssten es die Verbände in einer gewissen Gewichtung nach "Mitgliederzahlen" tuen. Es gibt aber aus meiner Sicht auch ganz klar Ausschlusskriterien. Und die Menschenrechte sind dabei schon recht relevant. Dies könnte man bei den Auflagen der Vergabe auch berücksichtigen. Gibt ja auch schon jetzt einiges an Auflagen.
 
Oh, ein Fehler!
Ja, ich weiß auch, dass Mexiko nicht in Südamerika liegt. Ich hätte besser Lateinamerika schreiben sollen.
Ändert aber nicht viel. Darum geht es ja gar nicht.

Die Kritikpunkte an Katar sind doch klar.
Ich halte nichts davon, sie noch einmal zu wiederholen nach dem Motto "es wurde schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem".
Es ist aber kein Punkt dabei, der mich veranlasst, die WM zu boykottieren.
Ich freue mich sogar auf das Turnier.
 
Das stimmt halt nicht. Bzw. doch für diese WM vielleicht, aber darum geht es nicht. Die findet statt. Ok. Aber es hätte einen immensen Einfluss. Wenn es keiner schauen, keiner hingehen würde... es würde zwar stattfinden, aber eben nur dieses eine Mal noch. Danach nie wieder, da die Einnahmequelle fehlt.

Ich werde nicht in die Stadien gehen. Aber ich sehe mich nicht als Boykotteur. Ich werde das sehen, aber wer erfasst eigentlich, ob ich einschalte oder nicht? Es gibt zwar irgendwo offizielle vermeldete Einschaltquoten, nach denen sich vermutlich auch die Preise für Werbung richten. Aber wie mein persönliches Einschaltverhalten das beeinflusst ist mir unklar.

Ich finde es in dieser Debatte bisher echt moderat und habe sehr wenig von moralischer Überlegenheit zum Selbstzweck gelesen, sondern einfach nur Menschen die für sich entscheiden sich das nicht anzuschauen ohne militant rumzuschreien dass man doch besser sei und diejenigen die es sich anschauen wiederum moralisch unterlegen. Ist mir jedenfalls noch nicht begegnet, dass es mir jemand militant "verbieten" wollte so wie es in anderen Bereichen teilweise vorkommt.

Da stimme ich Dir zu 100 % zu.
Allerdings wird auch niemand zugeben, die WM zu boykottieren, um sich moralisch überlegen zu fühlen.

Am Ende muss es jeder selbst entscheiden.
 
Allerdings wird auch niemand zugeben, die WM zu boykottieren, um sich moralisch überlegen zu fühlen.

1990 wollte sich auch keiner moralisch überlegen fühlen, obwohl dort noch am Eröffnungstag Arbeiter gestorben sind.

Der WM Boykott passt halt gerade super in das angesagte political correctness Schema. Wer eine andere Meinung hat als der Mainstream muss knallhart ausgegrenzt werden.
 
Ich finde es faszinierend wie man sich bei totaler Flaute trotzdem in starkem Gegenwind sehen kann. Wir leben schon in interessanten Zeiten....
 
Da stimme ich Dir zu 100 % zu.
Allerdings wird auch niemand zugeben, die WM zu boykottieren, um sich moralisch überlegen zu fühlen.

Am Ende muss es jeder selbst entscheiden

Ich glaube Menschen mit dem Hang zu moralischer Überlegenheit neigen eher selten zu einem korrupten Event wie Fussball. Insofern halte ich das Gerede um Moral bzw Überlegenheit für ein Scheinargument.
 
Es gibt zwar irgendwo offizielle vermeldete Einschaltquoten, nach denen sich vermutlich auch die Preise für Werbung richten. Aber wie mein persönliches Einschaltverhalten das beeinflusst ist mir unklar.
Die GfK (gegründet als GfK-Nürnberg Gesellschaft für Konsumforschung e. V.) erfasst über ca. 4̶.̶0̶0̶0̶ Korrektur: 5.400 sogenannte Panel-Haushalte das Seh- und Umschalt-Verhalten. Daraus errechnen sich die Einschaltquoten.
 
Zuletzt bearbeitet:
Warum muss man denn Minderheiten ausgrenzen? Warum kann man nicht, trotz unterschiedlicher Meinungen, trotzdem miteinander leben?
:tnx: Diese Option - leben und leben lassen - wird leider immer seltener in Erwägung gezogen, was Diskussionen mMn zunehmend schwierig bis unmöglich macht.

BTW: Ich habe ebenfalls nicht vor, die WM zu verfolgen. Wenn ich irgendwo eingeladen bin, und es läuft ein Fernseher, werde ich die Einladung deshalb nicht ausschlagen. Aber bei mir zu Hause bleibt die Kiste aus, und Kneipe oder Public Viewing gibt's für mich auch nicht.

Allerdings das alles nicht erst seit Katar - ich hatte schon auf die WM in Russland und Olympia in Peking keine Lust. Die WM in Brasilien hatte ich noch verfolgt, aber das fühlte sich schon nicht richtig an. Was andere machen, ist mir dabei egal. Wer gucken möchte, soll gucken. Es geht mir nicht um irgendeine vermeintliche moralische Überlegenheit, sondern um meine persönliche Haltung und die Frage, welche Wege ich habe, diese Haltung zu leben. Und als Otto Normalverbraucher gibt's da mMn keine andere Möglichkeit, als nicht zu gucken.
 
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