Unwort des Jahres

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Euer Unwort des Jahres


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Zum X-ten Male zur Verdeutlichung: Wer den Begriff "Gutmensch" in negativem, pejorativem Sinne verwendet und sich somit deutlich von dessen eigentlichem Bedeutungsgehalt distanziert, müsste sich selbst logischerweise als das Gegenteil ansehen. Also als Schlechtmensch.

Ich weiß nicht, warum du seit Monaten die gleiche Platte auflegst.
Zwischen Gutmenschen und Schlechtmenschen gibt es noch die Normalos.

Gutmenschen sind die Menschen, die ihr Gutsein unbedingt überall präsentieren müssen, und lassen sich dafür gerne auf die Schulter Klopfen.

Dabei übersehen diese aber die nicht selten schlechten Konsequenzen aus ihrem Handeln.

Ich fühle mich als Normalmensch, der hin- und wieder mal spendet, Kinder liebt, noch nie mit dem Gesetz in Konflikt geraten ist, sich seit der Kindheit noch nie geprügelt hat und jeden Tag brav zur Arbeit geht, um in das solziale Netz einzuzahlen. Ich benöte relativ lange, bis ich zu fremden Menschen einen Draht bekomme. Muss nicht schlecht sein.

Warum ich aber gleich ein Schlechtmensch sein soll, nur weil ich vor dem Ausführen guter Taten über die Konsequenzen nachdenke, erschließt sich mir nicht.

Von Schlechtmenschen brauchen wir wohl gar nicht anfangen. Beispiele gibt es in den Nachrichten zu Genüge.
 
Ist sicherlich Geschmackssache, aber "Gutmensch" ist für mich schon immer ein negativ behafteter Begriff gewesen. Es geht darum einen Mensch stark ironisch auf "gut" zu vereinfachen, was wohl bei kaum jemandem so zustimmt (vielleicht Ghandi oder so :p). Sowas würde niemand ernsthaft als Kompliment sagen bzw es würde auch keiner so auffassen. Von daher ist es für mich ein Begriff, der vorn vornherein zur Abwertung "erfunden" wurde und niemals positiv behaftet war.
 
:lol:

Unsere Eliten wieder... Können gar nicht oft genug darstellen, wie herzensgut der gemeine Deutsche doch ist... oder zumindest sein sollte. Man gut, dass solche Wahlen für mich eine ähnliche Bedeutung wie Mahnwachen, Lichter- oder Menschenketten haben.
 
Da es um Anglizismen geht, die besonder häufig gebraucht werden, finde ich die Wahl durchaus passend.


Nominierte Wörter müssen folgende Bedingugen erfüllen:

sie müssen (ganz oder in Teilen) aus dem Englischen stammen;
sie müssen im laufenden Jahr zum ersten Mal ins Bewusstsein und den Sprachgebrauch einer breiten Öffentlichkeit gelangt sein;
sie sollten eine interessante Lücke im deutschen Wortschatz füllen, entweder, indem sie eine vorhandene Wortbedeutung weiter ausdifferenzieren oder indem sie ein Wort für etwas bereitstellen, was es vorher nicht gab oder was vorher nur mühsam umschrieben werden konnte;
es darf sich nicht um einen Produktnamen handeln.
 
Nominierte Wörter müssen folgende Bedingugen erfüllen:

sie müssen (ganz oder in Teilen) aus dem Englischen stammen;
sie müssen im laufenden Jahr zum ersten Mal ins Bewusstsein und den Sprachgebrauch einer breiten Öffentlichkeit gelangt sein;
sie sollten eine interessante Lücke im deutschen Wortschatz füllen, entweder, indem sie eine vorhandene Wortbedeutung weiter ausdifferenzieren oder indem sie ein Wort für etwas bereitstellen, was es vorher nicht gab oder was vorher nur mühsam umschrieben werden konnte;
es darf sich nicht um einen Produktnamen handeln.

Refugees Welcome war auch schon vor 2015 ein bekannter Slogan, der diverse Jutebeutel usw. geziert hat. :ugly:

Und das Fettgedruckte trifft ja nicht mal ansatzweise zu.
 
"Der ursprünglich in flüchtlingsaktivistischen Kreisen entstandene Slogan breitete sich seit 2013 im Zusammenhang mit sich intensivierenden medialen Debatten um Flucht und Flüchtlinge zunehmend im öffentlichen Sprachgebrauch aus. Er erlebte 2015 seinen endgültigen Durchbruch, als er sich aus seinem ursprünglichen aktivistischen Zusammenhang löste und auf breiter gesellschaftlicher Ebene zu einem sprachlichen Ausdruck gelebter Willkommenskultur wurde.

Die Jury begründete ihre Wahl damit, dass der Slogan Refugees Welcome eine zentrale Rolle in der das Jahr 2015 bestimmenden gesellschaftlichen Diskussion um das deutsche Selbstverständnis im Umgang mit Flüchtlingen gespielt habe. Sprachwissenschaftlich interessant sei er darüber hinaus deshalb, weil mit ihm nicht nur ein einzelnes Wort, sondern gleich eine ganze Aussage entlehnt worden sei. Während Firmen häufig mit englischsprachigen Slogans werben, um eine globale Rolle des eigenen Unternehmens zu signalisieren, sei es sehr selten, dass die Sprachgemeinschaft von sich aus einen solchen Slogan entdecke und übernehme. Mit einem englischsprachigen Slogan habe man hier spontan die Sprachbarriere zu den Flüchtlingen überwunden und gleichzeitig ein weltoffenes Selbstverständnis signalisiert."
 
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