Unterwegs... mit dem Flugzeug

Es könnte in diesem Fall aber wirklich eine spontane Kurzschlussreaktion gewesen sein. Einen Sinkflug einzuleiten, sollte ein Pilot im Schlaf können und wie man die Kabinentür geschlossen hält, ist ja auch nicht so schwer zu wissen. Insofern könnte der Co wirklich die "Gunst" der Stunde genutzt haben, als er alleine war.
 
Würde ich mir zumindest nicht anmaßen, weil ich nicht weiß was in dem vorging und letztlich die Motive nicht kenne.

Eben. Kann sein, dass er meinte "ein Zeichen setzen" zu müssen, kann sein, dass er "die anderen" für seine Probleme verantwortlich gemacht hat...

Man kann seine Situation wohl weniger mit der eines "normalen" Selbstmörders vergleichen als mit der eines Amokläufers. Auch der hätte - rein rational - vielleicht besser "nur" sich selber erschießen sollen.
 
Ich wills ja auch gar nicht erklären, nur den Fakt darlegen, dass es bewusste Handlungen sind und keine Kurzschlusshandlungen.

@Norge
Ja, in diesem Fall ist in der Tat beides möglich.
 
Man kann seine Situation wohl weniger mit der eines "normalen" Selbstmörders vergleichen als mit der eines Amokläufers. Auch der hätte - rein rational - vielleicht besser "nur" sich selber erschießen sollen.

Finde ich aber auch nicht ganz vergleichbar. Der Amokläufer geht ja bewusst mit dem Ziel los, sich für sein Leiden an anderen zu rächen oder um irgendwelchen Mordgelüsten nachzugehen. Das kann man bei solchen Selbstmorden wohl ausschließen.
 
Wieso kann man das in diesem Fall ausschließen? :confused:

Jetzt nicht explizit in diesem Fall, aber ich würde das generell bei solchen Selbstmorden erstmal nicht vermuten. Nimm dir mal den Familienvater als Beispiel, der aus purer Verzweiflung sich und seine Frau samt Kinder umbringt. Warum? Da könnte man dann eher vermuten, dass er ihnen Leid ersparen will oder dergleichen. Ähnliche Gedanken vermute ich auch hier.
 
Ich glaube nicht, dass man die Beziehung eines Co-Piloten zu den anderen Insassen mit einem Familienvater vergleichen kann. Außer der Mann hat einen totalen Knacks, wovon ich nicht ausgehe.
 
Ich würde eher mal überprüfen, ob der Co-Pilot zu einem oder mehreren der Passagiere (oder der Crew) in einem Verhältnis stand, das über den Job hinaus ging.
 
Das Leid der Passagiere, hätte er sich nach der Landung umgebracht? :unfassbar: Verstehe die Argumentation nicht so recht.

Was ist denn an "ähnlich" so schwer zu verstehen? Damit war schlichtweg gemeint, dass er sich wohl was dabei gedacht hat in Form von "Sie sterben dann zwar auch, aber dann müssen sie diese Welt wenigstens nicht mehr ertragen" oder dergleichen. Ich sehe jedenfalls da eher "gute" Absichten bei solchen Leuten und daher keinen Vergleich zu Amokläufern.
 
Über das Seelenleben des Co-Piloten zu fachsimpeln ist doch sowieso rein spekulativ. Ich befürchte, dass die Beweggründe nie ans Tageslicht kommen werden, sofern er sich nicht jemandem anvertraut oder einen Abschiedsbrief verfasst hat.
 
Allerdings hat mich zum Ende gestört, dass er sofort ausgeschlossen hat, dass die LH die amerikanische Regel übernimmt, dass nie eine Person alleine in einem Cockpit sein darf. Das war mir etwas zu vorschnell. Zumal man so schnell und wohl einfach eine Reaktion zeigen würde.

Es geht auch anders:
Die Fluggesellschaft Norwegian will nach dem vermutlich vorsätzlich herbeigeführten Absturz des Germanwings-Airbus keine Piloten mehr allein im Cockpit erlauben. "Ab sofort müssen immer zwei Leute im Cockpit sein", sagte eine Sprecherin der norwegischen Fluglinie am Donnerstag der dpa. "Das bedeutet, dass wenn einer der Piloten das Cockpit verlässt, etwa um auf Toilette zu gehen, eines der Crewmitglieder ins Cockpit gehen muss."
(Spiegel-Ticker)
 
nun ja, ich kann schon verstehen, dass spohr in diesem zustand da jetzt nicht vorschnell über irgendwelche änderungen entscheiden möchte, sondern dass sich lh erstmal in ruhe mit dem thema beschäftigen will.

@tobbi: bei us-airlines wird das wohl so gehandhabt. bei manchen europäischen meine ich auch.
 
guter Ansatz den ich mir auch als Pflicht durch die Flugaufsichtsbehörde wünsche!
Aber kann der Purser mit seinen Kenntnissen im Cockpit verhindern das z.B wie bei MH270, der Transponder ausgestellt wird?! Eher nein. Da muss noch viel drüber nachgedacht werden und es gibt eigentlich nur die Möglichkeit für jeden Flug einen zusätzlichen Piloten / Copiloten oder einen ausgereiften Azubi einzustellen der dadurch seine Praxis zum Copiloten erhält. ( Es gibt doch seit einigen Jahren eh die Beschwerde das man zu schnell den Status offizieller Copilot ohne ausreichende Flugstunden erhält. )
 
Ich glaube, man wird keine Sicherung finden, die alle (teilweise noch undenkbaren) Fälle einschließt. Nach 9/11 wollte man verhindern, dass der Attentäter ungehindert ins Cockpit kommt, jetzt saß der Attentäter bereits beim Start dort. Und selbst mit zwei Personen im Cockpit ist nicht ausgeschlossen, dass die eine Person die andere in ihre Gewalt bekommt (oder ausschaltet) und dann wieder alleinige Gewalt über das Flugzeug hat.
 
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