Unsere Welt ist einfach nur krank

Klingt im ersten Moment natürlich total Banane. Aber wenn man mal genauer drüber nachdenkt ist der technische Aufwand den wir heute betreiben um Menschen möglichst lange - egal in welchem Zustand - leben zu lassen auch nicht mehr normal.

Den Zeitpunkt seines Todes selber zu wählen kann durchaus auch Vorteile haben. Wenn doch nach 80 Jahren ein Mensch mit sich und seinem Leben im Reinen ist und meint alles erlebt zu haben was er erleben wollte, spricht doch nichts dagegen ihm zu ermöglichen sich eigenverantwortlich aus dem Leben zu verabschieden. Auch für die Angehörigen im ersten Moment vlt. unfassbar aber "Hätte ich ihm doch vorher noch sagen können, dass..." Aussagen würden damit zur Vergangenheit gehören. Kein Streit ums Erbe. Lernen den Tod als Teil des Lebens wieder neu kennenzulernen. Wieviele Menschen haben Angst davor, dass ihr Partner nach 60 Jahren Ehe alleine vor die Hunde geht. Keine Angst vor dem allein sein weil man einfach die Möglichkeit hat zusammen zu beenden was man 60 Jahre zusammen erlebt hat.

Der Vorschlag scheint radikal und verabscheungswürdig. Aber der Grundgedanke dahinter könnte mehr Menschlichkeit erzeugen als man auf den ersten Blick meint.
 
Klingt im ersten Moment natürlich total Banane. Aber wenn man mal genauer drüber nachdenkt ist der technische Aufwand den wir heute betreiben um Menschen möglichst lange - egal in welchem Zustand - leben zu lassen auch nicht mehr normal.

Den Zeitpunkt seines Todes selber zu wählen kann durchaus auch Vorteile haben. Wenn doch nach 80 Jahren ein Mensch mit sich und seinem Leben im Reinen ist und meint alles erlebt zu haben was er erleben wollte, spricht doch nichts dagegen ihm zu ermöglichen sich eigenverantwortlich aus dem Leben zu verabschieden. Auch für die Angehörigen im ersten Moment vlt. unfassbar aber "Hätte ich ihm doch vorher noch sagen können, dass..." Aussagen würden damit zur Vergangenheit gehören. Kein Streit ums Erbe. Lernen den Tod als Teil des Lebens wieder neu kennenzulernen. Wieviele Menschen haben Angst davor, dass ihr Partner nach 60 Jahren Ehe alleine vor die Hunde geht. Keine Angst vor dem allein sein weil man einfach die Möglichkeit hat zusammen zu beenden was man 60 Jahre zusammen erlebt hat.

Der Vorschlag scheint radikal und verabscheungswürdig. Aber der Grundgedanke dahinter könnte mehr Menschlichkeit erzeugen als man auf den ersten Blick meint.
Eine Geschichte aus der Schweiz: https://www.welt.de/politik/plus160393826/Herr-Gloor-will-gehen.html
Ist doch eine feine Sache, geordnet aus dem Leben zu scheiden, selbstbestimmt und voll bei Sinnen.
Ich möchte auch nicht so alt werden, das ich der Pflege bedarf.
 
Klingt im ersten Moment natürlich total Banane. Aber wenn man mal genauer drüber nachdenkt ist der technische Aufwand den wir heute betreiben um Menschen möglichst lange - egal in welchem Zustand - leben zu lassen auch nicht mehr normal.

Den Zeitpunkt seines Todes selber zu wählen kann durchaus auch Vorteile haben. Wenn doch nach 80 Jahren ein Mensch mit sich und seinem Leben im Reinen ist und meint alles erlebt zu haben was er erleben wollte, spricht doch nichts dagegen ihm zu ermöglichen sich eigenverantwortlich aus dem Leben zu verabschieden. Auch für die Angehörigen im ersten Moment vlt. unfassbar aber "Hätte ich ihm doch vorher noch sagen können, dass..." Aussagen würden damit zur Vergangenheit gehören. Kein Streit ums Erbe. Lernen den Tod als Teil des Lebens wieder neu kennenzulernen. Wieviele Menschen haben Angst davor, dass ihr Partner nach 60 Jahren Ehe alleine vor die Hunde geht. Keine Angst vor dem allein sein weil man einfach die Möglichkeit hat zusammen zu beenden was man 60 Jahre zusammen erlebt hat.

Der Vorschlag scheint radikal und verabscheungswürdig. Aber der Grundgedanke dahinter könnte mehr Menschlichkeit erzeugen als man auf den ersten Blick meint.
:tnx: Da geht es allerdings längst nicht nur um Paare... Wie viele Menschen, gerade Singles ohne Kinder oder generell Menschen ohne funktionierendes soziales Netzwerk, haben Angst davor, alleine in einem Heim vor sich hin zu vegetieren, bis es irgendwann vorbei ist...? Und unberechtigt ist diese Angst bei Pflegekräftemangel etc. beileibe nicht.

Das Thema wird immer mehr Menschen betreffen, da wir zunehmend individueller leben. Es muss daher dringend enttabuisiert, schonungslos gedacht und gesetzlich deutlich liberaler geregelt werden.

Und, ja, ich weiss dass das Thema historisch belastet ist und dass eine Liberalisierung Missbrauch zur Folge haben kann. Für mich überwiegt jedoch die Notwendigkeit, denjenigen, die es möchten, würdige Möglichkeiten zu geben - hier in Deutschland.

@Lübecker - das ist ein Bezahl-Artikel, daher komme ich nicht weit ...
 
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Das Thema wird immer mehr Menschen betreffen, da wir zunehmend individueller leben. Es muss daher dringend enttabuisiert, schonungslos gedacht und gesetzlich deutlich liberaler geregelt werden. Und, ja, ich weiss dass das Thema historisch belastet ist und Liberalisierung Missbrauch zur Folge haben kann. Für mich überwiegt jedoch die Notwendigkeit, denjenigen, die es möchten, würdige Möglichkeiten zu geben - hier in Deutschland.
Die gesetzliche Liberalisierung ist bereits im Gange. Wenn auch leider sehr schleppend. Denn 2020 erklärte das Bundesverfassungsgericht den 2015 verabschiedeten §217 Strafgesetzbuch der die Geschäftsmäßige Förderung der Selbsttötung unter Strafe stellte, für nichtig. Denn dieser §217 StGB machte es de facto unmöglich, sich mit professioneller Hilfe das Leben zu nehmen und schränkte somit das Recht auf selbst bestimmtes Sterben, welches aus aus dem verfassungsmäßigen allgemeinen Persönlichkeitsrecht erwächst, massiv ein.
 
:tnx: Da geht es allerdings längst nicht nur um Paare... Wie viele Menschen, gerade Singles ohne Kinder oder generell Menschen ohne funktionierendes soziales Netzwerk, haben Angst davor, alleine in einem Heim vor sich hin zu vegetieren, bis es irgendwann vorbei ist...? Und unberechtigt ist diese Angst bei Pflegekräftemangel etc. beileibe nicht.

Das Thema wird immer mehr Menschen betreffen, da wir zunehmend individueller leben. Es muss daher dringend enttabuisiert, schonungslos gedacht und gesetzlich deutlich liberaler geregelt werden.

Und, ja, ich weiss dass das Thema historisch belastet ist und dass eine Liberalisierung Missbrauch zur Folge haben kann. Für mich überwiegt jedoch die Notwendigkeit, denjenigen, die es möchten, würdige Möglichkeiten zu geben - hier in Deutschland.

@Lübecker - das ist ein Bezahl-Artikel, daher komme ich nicht weit ...
Wenn ich wüsste wie es funktioniert, bekämst Du eine PDF-Datei davon :denk:
 
...und schon vor dem 'gesellschaftlich akzeptierten Freitod' kann jede/r sich bewusst entscheiden:
Beispielsweise in einer Patientenverfügung Wiederbelebungsmaßnahmen und (technisch aufwändige) lebenserhaltende Maßnahmen abzulehnen und lediglich Schmerzversorgung (-> Palliativmedizin) zuzulassen.
Da muss noch niemand über Digitalis, Insulin oder anderes nachdenken.
 
...und schon vor dem 'gesellschaftlich akzeptierten Freitod' kann jede/r sich bewusst entscheiden:
Beispielsweise in einer Patientenverfügung Wiederbelebungsmaßnahmen und (technisch aufwändige) lebenserhaltende Maßnahmen abzulehnen und lediglich Schmerzversorgung (-> Palliativmedizin) zuzulassen.
Da muss noch niemand über Digitalis, Insulin oder anderes nachdenken.
Wenn man so weit ist, befindet man sich schon im Stadium der Wehrlosigkeit. Es geht ab hier nur noch darum sein Leiden nicht zu verlängern.
Was fraglich ist, was mache ich in Kenntnis einer unheilbaren Erkrankung, z.B. Krebs. Ein Beispiel aus der Familie lässt mich noch heute nur mit grausen erinnern. In dem Zustand möchte ich gerne selber entscheiden, so meine jetzige Vorstellung. Ob ich dann auch die nötige Kraft dazu finde, steht auf einem anderen Blatt.
 
...und schon vor dem 'gesellschaftlich akzeptierten Freitod' kann jede/r sich bewusst entscheiden:
Beispielsweise in einer Patientenverfügung Wiederbelebungsmaßnahmen und (technisch aufwändige) lebenserhaltende Maßnahmen abzulehnen und lediglich Schmerzversorgung (-> Palliativmedizin) zuzulassen.
Da muss noch niemand über Digitalis, Insulin oder anderes nachdenken.

Grundsätzlich richtig, aber praktisch häufiger nicht anwendbar.

Beispiel aus der eigenen Familie: Papa hatte alles notariell verfügt und "wasserdicht" vorbereitet. Liegt dann nach OP auf Intensiv, wird unterstützend beatmet (eigentlich schon fast drüber). Am nächsten Tag kommen wir hin und er liegt sediert an der ECMO. Arzt sagt uns, er hätte es nachts selbst so entschieden und zeigt uns eine vollkommen verwaschene Unterschrift. Ende vom Lied: knapp 10 Tage ECMO, Rechnung über 150k Euro für den Aufenthalt (Privatversichert) und am Ende eh keine Chance gehabt.

Das war 2019 kurz vor Corona Gott sei Dank und kenne noch einige Beispiele aus dem Bekanntenkreis wo die Patientenverfügung nicht oder nur durch massiven Druck der Angehörigen durchgesetzt wurde. Auch hier regiert leider (so mein Eindruck) das Geld und die Gewinnorientierung der Krankenhäuser.
 
Eine Geschichte aus der Schweiz: https://www.welt.de/politik/plus160393826/Herr-Gloor-will-gehen.html
Ist doch eine feine Sache, geordnet aus dem Leben zu scheiden, selbstbestimmt und voll bei Sinnen.
Ich möchte auch nicht so alt werden, das ich der Pflege bedarf.
In der Schweiz ist auch diese Sarco=Kapsel entwickelt:
https://www.swissinfo.ch/ger/wissen...-in-der-schweiz-rechtlich-zugelassen/47156258
Der Patient erstickt ganz ohne den Einsatz von Kohlenstoffmonoxid bzw. Blausäure, etc. Es wird einfach nur der Sauerstoffgehalt herabgesetzt.
Leider ist es jedoch etwas teuer. Reiche Geschäftsleute wie Zuckerberg/Bloomberg/Page könnten sich das sicherlich problemlos leisten.
Für den Durchschnitts=Deutschen müsste es erst genug Zugverbindungen geben, und es müsste größere Lager von Sarkophagen geben, um sich auch großtechnisch ersticken lassen zu können :ugly:
 
Das ist in unserer Stammkneipe 1988 schon passiert, aber da gab es noch dieses Internet nicht, nur Internat, hatte einige Schulkameraden die im Internat waren (arme Teufel).

Aber hier so aktuell, weil die Welt ja kränkelt, zu kränkeln scheint, meine Empfindung;
ich guck gerade die aktuelle Lanz Sendung, UND berieits nach wenigen Minuten bekomme ich das Gefühl, die bekannte (passende, politische) Satire von Loriot zu sehen.
 
Das ist natürlich auch nicht der passgenau Thread für das Thema, aber irgendwie ist der Thread Titel so gewählt, dass er eine allgemeine Themenauswahl zu lässt.

So @FatTony
Hier ist noch meine Antwort, auf diese Post von dir
(Thema Banner der Cannstatter Fans in Bochum bzw. der Umgang damit)


Ich hatte geschrieben,
"ich würde sagen, da war ein Erbsenzähler am Werk"

Du zitierst,

"Mag schon sein. Ich aber würde sagen, da war ein Haufen Leute die sich selber wichtiger nehmen als das Spiel und 30.000 andere Menschen. Aber in solchen Zeiten leben wir eben."

Nun meine Antwort (die ich hier her verlege)

Ich weiss das wir hier von "Sicherheit" reden, Sicherheit für Bürger (hier Fußballfans), die ein Fussballspiel, eine Grossveranstaltung besuchen, und natürlich ist das wichtig, man soll nicht denken, dass ich die Meinung vertrete, die Fans dürften die Notfallwege komplett dicht machen, aber es geht um 2 cm, und die Tore wären auch dann noch zu öffnen gewesen sein;×wenn es nicht so wäre, hätte man nicht weiter spielen lassen.

Auch weiss ich, was du meinst, mit "wichtig nehmen", und das kann ich gar nicht entkräften, aber ich beobachte in letzter Zeit (seit Corona ganz stark) , dass sich vor allem viele Stastsbedienstete, bis hin zum (und vor allem) Berufspolitiker zu wichtig nehmen.

Und nach meiner Meinung dient der Profifussball dem Staat sehr gut, um die Parameter der Gesetzanwendung und Staatsgewalt auszuloten, und das schon sehr lange (Testballon).

Als Beispiel, Eingriff bei Demonstrationen.,
da werden die Gesetze und die notwendigen Maßnahmen, mittlerweile so flexibel, frei interpretiert, ausgelegt, und deshalb unterschiedlich Maßnahmen angelegt, das es oft schon Paradox wirkt; das erinnert ganz stark an den Umgang und Beschreibung der Handspiel Regel im Fussball.

Reales Beispiel, während die Klimaaktivisten, mit körperlichen Einsatz (teilweise von Privatpersonen gewaltsam runtergeprügelt werden), von der Strasse genommen (gekratzt) werden, sperrt die Polizei eigenhändig die Autobahn, weil 110 Traktoren darauf fahren, ein Traktor darf doch gar nicht auf die Autobahn.
Auch als Juristik Laie würde ich sagen
"gefährlicher Eingriff in den Strasse Verkehr".
Ist das nicht komisch, ist das nicht mit zweierlei Mass messen?!

Und nicht falsch verstehen, der Paragraph 8 Absatz 1
(ganz nah und angelegt an den Artikel 9 Absatz 3) unseres Grundgesetzes, wurde in Deutschland hart erkämpft, und ist einer der wichtigsten Instrumente um Freiheit zu demonstrieren, um die Gesellschaft mit einem legalen Instrument auszustatten, um für oder gegen irgendwelche gesellschaftsrelevanten Dinge zu streiken. Das die rechten Arschgeigen dieses Recht nun auch (miss)brauchen, ist traurig, deshalb dürfen wir dieses Recht, aber so wenig abschaffen (oder doppelt und unterschiedlich anwenden);
und so verhält es sich auch mit der Demokratie, nur weil der Diktator es einfach hat, durch Wahlen in die Demokratie zu dringen, um sie dann abzuschaffen.
Hier ist meine Haltung klar, wenn jemand, eine:r, oder eben eine Partei, gegen unsere demokratische Verfassung steht, dann gehört sie aus dem demokratischen System entfernt, also ganz klar Partei Verbot, schließlich hat diese Partei offensichtlich eine demokratische Grenze überschritten.
 
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