Zitat von [svwbadener];64194:
Meine Güte, nur weil die gegen Cottbus 3-0 gewonnen haben, sind die noch lange kein Meisterschaftskandidat.
Kein einziger Kritiger sieht Hoffenheim als Meisterschaftskandidaten. Weiß nicht, wo du das rausgelesen haben willst. Völliger Quatsch.
Und natürlich geht es beim Profifußball um viel Geld und Chancengleichheit ist nicht gegeben.
Ich will auch keinen Fußballkommunismus, aber was Hoffenheim betreibt ist ein Engagement im Geschäft mit doppeltem Boden und dreifacher Sicherung.
Ein Verein wie Energie Cottbus hat diese Möglichkeiten nicht. Eine Sauerei, dass deren harte Arbeit mit einem 0:3 gegen Mogelpackung 1899 bestraft wird.
Bei Hoffenheim ist einfach die Grenze "normaler" Sportförderung überschritten. Es fällt schwer, bzw. ist unmöglich, den exakten Punkt zu benennen, wo diese Überschreitung passiert.
Auch der FC Chelsea geht mir gegen den Strich. Wolfsburg nervt diese Saison auch. Vielleicht bin ich naiv, vielleicht sentimental, verblendet oder linkslastig. Aber ich wünsche mir, dass man erhält, was man verdient, je nachdem, was man leistet. Gerade hier im Werderforum sollte diese Ansicht doch auf Sympathien stoßen.
Der Sport war lange Zeit eine letzte Bastion dieser Leistungsromantik. Während sich in der Politik und in der Gesellschaft immer mehr eine Finanz-, Macht- und Wirtschaftsoligarchie ausbildet, die einem dann die WM-Karten wegschnappt o.ä., konnte man beim Fußball noch einen "ehrlichen" Wettstreit zwischen Sportlern erleben. Gerade diese Ehrlichkeit, die Möglichkeit Erfolge zu feiern und Niederlagen zu erleiden, dies alles schürt Emotionen. Nimmt man dem Fußball diese Emotionen, macht man ihn zum Spielball der Wirtschaft und entscheidet nicht die Arbeit, die erledigt wird, sondern das Bankkonto - wofür brauche ich dann noch den Fußball?
Die vielen negativen Reaktionen auf den Hoffenheimer Aufschwung unterstützen doch meine These. Allein das Aufkommen dieser massiven Kritik spricht doch dafür, dass etwas mit diesem Verein nicht stimmt.
Denn bei Hoffenheim handelt es sich nicht um ein "interessantes Experiment", sondern um eine gefährliche Entwicklung, die unseren Sport kaputt macht. Wer sich mit Werder identifiziert, der identifiziert sich mit einem Traditionsverein, mit einem Elfmeterschuss an den Pfosten, der die Meisterschaft verspielte, mit Otto Rehhagel, der Charisma und Arbeit vereinte. Man identifiziert sich mit seriösem Wirtschaften, mit neuer offensiver Spielkultur, mit der Rolle des kleineren Vereins, der größeren, wirtschaftlich stärkeren Clubs die Stirn bietet und vielem vielem mehr.
Wer sich mit Hoffenheim identifiziert, identifiziert sich allein mit erkauftem Erfolg.
Verzeiht, dass ich das zum Kotzen finde.