Für mich hält sich ein Mäzen aber aus allen Entscheidungen im Verein raus. Dass Hopp das macht glaubst du doch selbst nicht. Oder meinst du bei Hoffenheim läuft irgendwas ohne die Zustimmung von Hopp? Ich glaubs nicht aber ich glaub auch nicht an den Weihnachtsmann.
Oder glaubst du irgendein anderer Mäzen hätte den Zwanziger dazu gebracht, die gegnerischen Fans unter Androhung von Konsequenzen beobachten zu lassen, wenn einer etwas schreit oder schreibt was dem Mäzen nicht gefällt? Oder ist ein Mäzen so präsent in den Memdien wie Hopp?
So abwegig ist das was Watzke sagt nicht. Rechtlich hält das Hoppenheim-Modell ganz sicher allen Überprüfungen stand. Aber Hopp als einflusslosen Allerweltsmäzen darzustellen ist doch ein Witz.
Ich zitiere mal erst dich und dann die allwissende Wikipedia:
"Eine wichtige Funktion des Mäzenatentums ist unter anderem die gezielte Beeinflussung der öffentlichen Meinung durch Förderung geeigneter Vorhaben von sozialer Bedeutung. Beispielhaft konnte durch diese politische Ausprägung des Mäzenatentums die Familie Medici im Florenz des 15. Jahrhunderts ihre eigene Machtposition entwickeln und über mehrere Jahrhunderte halten – wobei in diesem und ähnlichen Fällen umstritten ist, ob man wirklich von uneigennützigem Handeln sprechen kann."
So seh ich das eben auch. Ich habe auch nicht geschrieben, dass Hopp einflusslos daherkommt und ein Allerweltsmäzen ist er, setzt man seine finanzielle Unterstützung in Relation zu anderer Leute Finanzkraft, mitnichten. Und selbstverständlich nimmt Hopp Einfluss auf die Vereinspolitik. Das haben aber andere Mäzene vor ihm auch gemacht (Beispiel Weisener (Präsident), Beispiel Michael A. Roth (Präsident), für den Schreiber über mir: das langjährige finanzielle Engagement von Hartwig Piepenbrock beim VfL Osnabrück (Präsident) etc.). De jure hat das aber mit der 50+1 Regelung, die Watzke hier ins Spiel bringt, nichts zu tun, weil Hopp eben keine Rendite erwartet und das auch immer so kommuniziert hat. Insofern ist auch die von Watzke geforderte Überprüfung unsinnig. In dem vor einer Thread-Seite erwähnten Interview, das Hopp der SZ gegeben hat, hat er zudem nochmals betont, dass ihm daran liegt, den Verein auf eigene finanzielle Füße zu stellen und sich irgendwann aus der Position des Geldgebers zurückzuziehen. Da liegt er wohl vor allem mit Rangnick quer, der stets Geld für neues Material, so kann man das in dem Zusammenhang wohl nennen, fordert. Das wird noch interessant in mittlerer Zukunft, denn irgendwann wird Hoffenheim vor der klassischen Fußballmäzenenkonsequenz stehen: der Geldgeber zieht sich zurück und dann muss der Klub zusehen, wie es weitergeht. Und wie gesagt, für dieses Verhalten gibt es haufenweise Beispiele, angefangen mit kleinen Summen vom örtlichen Holzhändler in der Bezirksliga bis hin zu mittelgroßen Summen vom Teppichhändler in der Bundesliga. Bei Hopp ist es eben eine Riesensumme, aber sie ist und bleibt gönnerhaft und nicht renditeorientiert.
Das wiederum lässt mich auch verstehen, warum Hopp die vielen, zum Teil doch sehr hasserfüllten, Reaktionen gegen sich als Angriffe aufgefasst hat. Er macht nichts anders als viele andere vor ihm, er stellt nur größere Summen zur Verfügung. Und es gibt sicher eine Menge Fans so genannter Traditionsvereine, die jetzt auf diesem finanziellen Engagement, von dem man ja per se halten kann, was man will, rumhacken als sei es das erste, die die Erhaltung ihres Vereins Mäzenen zu verdanken haben. Wie gesagt, mich wundert dieses Verhalten, weil im Prinzip nichts passiert ist. Außer dass Hoffenheim jetzt ein paar Fans mehr hat, was nur logisch ist. Werder Bremen hat auch nicht mit 48.000 Zuschauern angefangen...