(...)Die Anlage funktionierte demnach über eine Fernbedingung, gesteuert von einer Person, die das gesamte Spiel über zwischen Tor und Gästeblock-Kurve saß. Sobald diese Person einen Schmähgesang vernommen hatte, betätigte sie die Anlage, um die Fans zu übertönen. Ob es sich dabei um den Mann handelt, den die TSG Hoffenheim gestern als Haupttäter deklarierte, ist bislang nicht geklärt.
Auch die Einbindung der Polizei und des Ordnungsdienstes in die Vorkommnisse wirkt dubios: "Da standen ungefähr 50 Sicherheitsleute drum herum und keiner hat etwas dagegen unternommen. So etwas muss doch vom Verein bezahlt worden sein", mutmaßt Thilo Danielsmeyer, der seit knapp 20 Jahren im "Dortmunder Fanprojekt" tätig ist. Die Polizei habe ihm erklärt, "dass der Lautsprecher von jemandem bedient wird, der hinter dem Tor sitzt. Wenn diese Person Schmähgesänge wahrnimmt, wird der Piepston über den Lautsprecher aktiviert."
Dass eine solche Anzahl an Personen involviert gewesen sein soll, mindert die Wahrscheinlichkeit, dass tatsächlich nur eine Einzelperson für die Benutzung und Einführung der Anlage verantwortlich sein soll. Bisher war aus Hoffenheim lediglich zu hören gewesen, dass durch die von Dortmunder Fans gestellten Anzeigen ein mögliches juristisches Verfahren bevorstehe und man dementsprechend mit "Auskünften vorsichtig ist, solange der gesamte Fall nicht abschließend recherchiert wurde."(...)