Ich habe beim DFB mal nachgefragt, wo man denn das unsportliche Verhalten gesehen hat... Hier die Antwort:
On 3/31/2010 2:15 PM, Mail-Pressestelle wrote:
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> Hallo,
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> die Hand von Herrn Frings war im Gesicht seines Gegenspielers = unsportliches Verhalten. Nicht anderes wurde geahndet.
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> Mit freundlichen Grüßen
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> DFB-Pressestelle
Damit habe ich mich nicht ganz zufrieden gegeben, habe mir die DFB Regeln mal runtergeladen und dem DFB folgende Antwort geschrieben:
Hallo!
Regel 12 der DFB Fußballregeln 2009/2010 besagt:
"Ein Spieler erhält eine Gelbe Karte und wird verwarnt, wenn er eines der folgenden sieben Vergehen begeht:
- unsportliches Betragen
- ..."
Es handelt sich nach Ihrer Darstellung um unsportliches Verhalten (oder "Betragen", wie es in den DFB Regeln heißt). Dieser Verstoß wird aber laut der DFB Fußballregeln (Seite 82 oben) mit einer gelben Karte bestraft, und nicht mit Rot (ebenfalls auf Seite 82 finden Sie die feldverweiswürdigen Vergehen, "unsportliches Betragen" ist dort nicht aufgeführt). Wie kann man also einen Spieler sperren, der sich eines Vergehens schuldig gemacht hat, welches laut Regelbuch lediglich mit einer Gelben Karte geahndet wird? Der Fehler lag also eindeutig beim Schiedsrichter, der die Regel 12 nicht beachtet hat, nämlich das ein unsportliches Betragen nur mit einer Gelben Karte zu ahnden ist. Wieso bestraft man trotzdem den Spieler???
Dieses juristische Vorgehen würde im "wahren Leben" folgendem Beispiel entsprechen: wenn ich 10 km/h zu schnell fahre, bekomme ich i.d.R. eine Geldbuße, dies ist aber kein Vergehen, um mir den Führerschein abzunehmen. Man entzieht mir aber trotzdem den Führerschein und brummt mir ein vierwöchiges Fahrverbot auf, und begründet dies damit, dass der Polizist eine (zwar falsche) Entscheidung getroffen hat, mir den Führerschein zu entziehen, aber um die Entscheidung des Polizisten zu schützen, bekomme ich trotzdem ein Fahrverbot, obwohl ich nur 20,- Euro Geldstrafe zahlen müsste. Ziemlich abstrus, oder? Aber genau so wird hier geurteilt.
Bitte teilen Sie mir noch mit, warum ein Spieler gesperrt wird, der ein Vergehen begangen hat, dass nach Regel 12 der DFB Fußballregeln nur mit einer Gelben Karte geahndet wird. Dies würde mich nun wirklich noch interessieren. Der DFB führt nicht nur das allgemeine Fair Play ad absurdum, sondern hält sich noch nicht mal an die eigenen Regeln.
Mit freundlichen Grüßen
...
Wenn sie die Eier hätten zuzugeben, dass Lutscher nichts gemacht hat und man ihn wegen der FIFA-Anordnung sperren muss, dann wäre das absolut nachvollziehbar, aber eine derart hahnebüchene Urteilsbegründung ist wirklich skandalös. Der DFB hält sich nicht mal an die eigenen Regeln, und das ist wirklich ein starkes Stück. Fair Play? Nicht beim DFB!