Die Zahl der Gegentore sowie das gestörte Verhältnis zu Teilen der Mannschaft scheint zumindest nicht zu den nachweisbaren Fakten zu gehören. Aber vielleicht kannst Du mich ja dahingehend erleuchten. Ich bin gespannt.
Nicht zu vergessen, dass er sich taktisch nicht weiterentwickelt hat. Ich kann da jeden verstehen, weil es hier zuletzt nicht anders war. Stur an Spielern festhalten, viel zu späte Wechsel, keine Balance zwischen Defensive und Offensive, eintönige und teilweise pampige Interviews mit immer denselben Phrasen: "Dinge..." etc.
Liest man Berichte von damals, lag da so einiges im Argen:
"Aber war es am Main nicht eher ein Missverständnis mit einem Mann, der mit der Mentalität in diesem Verein nicht wirklich warm wurde, zumal er alle ehemaligen Bremer Assistenten um sich scharte?"
"Auch die vielen unterhaltsamen Spiele der Hinrunde konnten nicht darüber hinwegtäuschen, dass Schaaf allmählich den Draht zu seinen Führungsspielern verlor. Allen voran Alex Meier, am Ende Torschützenkönig, aber am Anfang wegen Fitnessrückstand nicht berücksichtigte, ging schnell auf Distanz. Später klagten Leistungsträger hinter vorgehaltener Hand wiederholt die Kommunikationsdefizite an."
"Wie es heißt, habe der in dieser Hinsicht extrem dünnhäutige Übungsleiter zuletzt hinter jeder Anschuldigung eine Kampagne gewittert."
"Lieber hätte er sich fragen sollen, ob er alles getan hat, um bei der Mannschaft anzukommen", wird gesagt."
"Unzufriedene Profis fanden zudem Gehör bei Teilen des Aufsichtsrats, den latente Zweifel überkamen, ob Schaaf wirklich noch eine Aufbruchsstimmung für die nächste Spielzeit erzeugen könne."
"Das Unbehagen um Trainer Schaaf besteht ja nicht erst seit den letzten Wochen, schon sehr früh in der Saison haben Führungsspieler ihre Bedenken in der Chefetage hinterlegt. Die atmosphärischen Störungen waren unübersehbar."
"Der versöhnliche Abschluss dieser Achterbahn-Saison ist in erster Linie der Mannschaft zu verdanken, die sich für die letzten drei Spiele „noch mal zusammenreißen“ (Kapitän Trapp) wollte."
"Und man hätte die Schwierigkeiten mit Sicherheit in die neue Saison genommen. Dass sich ein alter Fahrensmann wie Schaaf gravierend ändert, dass er sich öffnet und einen anderen Zugang zu den Spieler sucht und findet, war nicht zu erwarten. Über kurz oder lang wäre es ohnehin zum Knall gekommen."
"Thomas Schaaf hat spät, drei Wochen vor Saisonende, überhaupt erst realisiert, dass er allein auf weiter Flur steht. Die öffentliche Erklärung der Mannschaft, in der sein Name kein einziges Mal fiel, hat ihm zu denken gegeben. Seitdem wirkte er noch verschlossener, noch reservierter.
Dass der Mann, der 14 Jahre bei Werder Bremen mit Erfolg gearbeitet hat und die Usancen der Branche kennt wie kaum ein Zweiter, allerdings als Grund für die Trennung, „die unglaublichen und nicht nachvollziehbaren Anschuldigungen und Unterstellungen“ zu seiner Person in den Medien vorgibt, ist geradezu absurd. Die Berichte in der FR, die der jetzt davonziehende Schaaf unter anderen meinte, sind nicht erfunden worden, sondern basieren auf sauberer Recherche, Hintergrundwissen und Informationen von Beteiligten und Spielern. Es ist keine Kampagne gefahren worden gegen einen gutwilligen Trainer. Man konnte aber sehen, spüren und hören, dass etwas nicht stimmte im Binnenverhältnis. Dass Schaaf wegen unbotmäßiger Presseartikel hinwirft, ist ein vorgeschobenes Argument. Es wäre auch nahezu lachhaft. Er ist vielmehr in Frankfurt nie richtig angekommen."