Tja Paul, leider bist du nicht auf die Frage eingegangen,
Klar bin ich das - lies einfach nochmal den Anfang meines Posts. Aber - ich bin derzeit weder arbeitslos noch im Ruhestand und habe durchaus noch mehr zu bewegen. Und da kann ich eine "drei Jahres Analyse" einfach nicht mal eben "auf Knopfdruck" abspulen.
Wenn ich sowas könnte, hieße ich z.B. playmaker oder Henne. Ich mag es aber eben etwas differenzierter (auch wenn das manche dann nicht verstehen können). Und das erfordert ein wenig mehr Zeit (die ich ganz aktuell einfach nicht habe). Kommt aber noch - die Aufzählung, inwieweit ich TS für mit verantwortlich dafür halte, dass man von dem Sockel abrutschte, den er einst wesentlich mit errichtete (der Fluch der guten Tat ...).
Das wäre dann übrigens mal eine (Gegen)Frage an dich:
Stell doch mal dar, welchen Anteil die Arbeit von Schaaf am Aufstieg des SV Werder aus der holprigen Phase nach dem Abgang Rehagels (und ein paar "Zwischentrainern") zum Doublesieger 2004, zu sechs CL-Teilnahmen in Folge und zur klaren Nr. 2 in der Bundesliga aus deiner Sicht gehabt hat. Inwieweit lag dieser Aufstieg, lag dieser für den SV Werder herausragende sportliche Erfolg ggf. auch in der Arbeit des Trainers Schaaf begründet ?
Das würde mich dann auch mal interessieren. Nur der isolierte Blick von der Gegenwart zurück in die (abgeschlossene) Vergangenheit auf den Teil der Kurve vom Höhepunkt (bzw. von ansehnlichen Ergebnissen) hin zum Abstiegskampf ist wohl allenfalls die halbe Wahrheit und dürfte die Fragen - so isoliert betrachtet - auch nicht unbedingt sinnvoll beantworten.
In der Gesamtbewertung der im letzten Mai gecancelten Ära Schaaf ist der entscheidende Punkt wohl, ob wir es einfach mit einem erfolgreichen Trainer zu tun haben, der irgendwann "den Zenit seines Erfolges" überschritten hatte (dessen Methoden zunehmend "veraltet" waren) und deswegen mit seiner Mannschaft immer kleinere Brötchen gebacken hat oder ob der Trainer Schaaf relativ durchgängig engagiert und kompetent gearbeitet hat und es eher anderen Faktoren zuzuschreiben ist, dass man den großen Erfolg - bei aller Kompetenz und allem Engagement - nicht "konservieren" konnte.
Nehmen wir mal z.B. Jupp Heynkes. Der war doch als Trainerkandidat schon lange "durch" (eigentlich auch in München), bevor er seinen dritten Frühling erlebte und auf einmal als mega-kompetent zum Welttrainer ausgerufen wurde. Zu Zeiten, als er in späten Jahren bei Bayer Leverkusen angeheuert hat, hat hier ja wohl niemand irgendeinen Cent auf eine halbwegs erfolgreiche oder gar "moderne" Arbeit von Jupp Heynkes - incl. eines weiteren erfolgreichen Engagements beim FC Bayern - gesetzt.
Thomas Schaaf hat eindrucksvoll gezeigt, dass er mit relativ begrenzten Mitteln Großes erreichen kann. Und mit "Großes" meine ich dabei nicht, einen Verein auf der Schwelle zwischen erster und zweiter Liga in der ersten Liga zu halten. "Großes" sind für einen Bundesliga-Verein mit der Tradition des SV Werder Titel und CL-Teilnahmen. Unabhängig von der noch folgenden Darstellung der Fehler auch von TS in der Phase des Rückschritts, bin ich relativ sicher, dass wir es hier im Ergebnis jedenfalls nicht mit einem Trainer zu tun haben, dessen "beste Jahre vorbei" sind (odergar einer, der eigentlich nur zufällig Erfolg hatte) und der in diesem Geschäft nie wieder auf einen grünen Zweig kommt. Ich mag mich da natürlich täuschen, aber ich erwarte, dass man ihn in der Zukunft wieder als Trainer erlebt und ich denke auch, dass er erfolgreich arbeiten wird.