Ich glaube kaum, dass man zwischen diesen beiden Lagern unterscheiden kann. Vielmehr muss man jeden Akteur einzeln betrachten.
Während es bei KATS zuletzt völlig offensichtlich war, dass einem Allofs die Aufgaben und Vorhaben immer stärker aus den Händen glitten (Finanzen, Scouting, Spielereinkäufe, gescheiterte Einkäufe wegen "überhitzter Märkte", Überlastung durch Übernahme des Born-Postens usw.), musste ein Schaaf eben auch mit den Folgen daraus fertig werden. Diesen dadurch zu verzeichnenden stetigen Qualitätsverlust hat er beeindruckend ruhig, sachlich, besonnen hingenommen, mit aller Macht gegen die Abstiegsspirale gekämpft, junge Spieler unterstützt (aktuellstes Beispiel das heutige Miele-Interview), sich der Herausforderung gestellt.
Im Fall TERD sehe ich es eher umgekehrt. Eichin kümmert sich emsig, hat Ideen, trifft überfällige Entscheidungen, auch wenn er sich gelegentlich ein wenig unüberlegt und voreilig in den Medien äußert. Dutt dagegen wirkt eher unsicher, schmeißt ständig Konzepte bzw. Ideen um, redet den Kader "klein", lässt Anti-Fußball spielen. Nachdem ich noch bis zur Winterpause für Geduld mit ihm eingetreten bin, glaube ich spätestens nach dem desaströsen Rückrundenbeginn kaum noch an ihn. Die letzten beiden Spiele sahen plötzlich ganz gut aus? Hat er tatsächlich endlich umgedacht? Durch die zuletzt erzielten Punkte wird er uns vermutlich auch in der Folgesaison erhalten bleiben. Schaun`mer mal, ob er doch noch zu überraschen weiß?!
Ein Duo aus Eichin und Schaaf hätte ich für Werder am geeignetsten gehalten. Das war offensichtlich aus Eichins Sicht nicht möglich. Eichin wird sich an seinen Entscheidungen messen lassen müssen, was man derzeit noch nicht abschließend tun kann. Die Vielzahl seiner Maßnahmen sind ja mittelfristig angelegt. Eines kann man aber mMn jetzt schon sagen: Der Trainerwechsel war kurzfristig völlig unnötig! Für Werder, wohlgemerkt! Schaaf hat er angesichts der vorherigen Belastung vermutlich eher gut getan.