@ Sofatester
Bei allem Respekt, aber so langsam habe ich den Eindruck, dass Du Dich hier massiv verrennst.
Du versuchst hier, Werder als einen vollkommen unstrukturierten, chaotischen Verein darzustellen und bedienst Dich dabei einiger oberflächlicher und stark vereinfachter Beschreibungen, die die tatsächlichen Aufgabenschwerpunkte weitestgehend außer Betracht lassen.
Erstens:
Es ist in jedem Verein der dt. Profiligen üblich, dass bei der Sichtung und Auswahl von Spielern auch der Cheftrainer und der Manager bzw. Sportdirektor bzw. Geschäftsführer Profifußball beteiligt sind.
Diese schauen sich vor allem dann Spieler an, wenn dies bereits durch die Scouts nach mehrfacher Beobachtung in die engere Auswahl gezogen worden sind.
Im Übrigen beschäftigt Werder auch noch weitere Scouts, außer Frank Baumann. Dessen Hauptaufgabe als Direktor ist es im Übrigen, die Abläufe zu koordinieren, die Informationen und Bewertungsergebnisse der einzelnen Sichtungen zu sammeln und zu einem Gesamtbild zusammenzufügen etc. Das sind jetzt nicht unbedingt Dinge, die in den Medien berichtete werden – bei keinem Verein dieser Welt. Außerdem hat sich Frank Baumann im Rahmen der Umstrukturierungen nach dem Allofs-Abgang mehrfach dahingehend geäußert, nicht im Mittelpunkt bzw. im Fokus der Öffentlichkeit stehen zu wollen
Es liegt in der Natur der Sache, dass die Medien hauptsächlich über die Aktivitäten der „Frontleute“ statt über die Aktivitäten von Stabsmitgliedern, deren Namen der Öffentlichkeit weitestgehend unbekannt sind, berichten.
Schließlich ist es auch absolut notwendig, dass Spieler von mehreren Personen unabhängig von einander beobachtet werden, um ein möglichst vollständiges Bild zu bekommen und Risiken zu minimieren. Auch das ist ein Vorgehen, das jeder gut strukturierte Verein im Profifußball praktiziert und auch schon unter Allofs bei Werder praktiziert wurde – zumindest bis zum Abschied Borns.
Zweites:
Daran anknüpfend ist es ein absolut normaler Vorgang, dass die beiden Hauptverantwortlichen für den Profifußball (Schaaf + Eichin) Vorgehensweisen, Eindrücke von Spielersichtungen unsw. besprechen und sich abstimmen.
Darüber hinaus kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass es einen guten Vorgesetzten ausmacht, sich in einem funktionierenden Arbeitsumfeld zuerst ein Bild von den Arbeitsabläufen und den handelenden Personen zu machen und anschließend ggf. notwendige Veränderungen gemeinsam und im Abstimmung mit diesen Personen vorzunehmen. Natürlich müssen auch manchmal Entscheidungen gefällt werden, die machen dieser Personen nicht gefallen, aber ein sofortiges „den Vorgesetzten raushängen lassen“ macht zumeist mehr kaputt als es nützt.
Und auch diese immer wieder aufgegriffene Geschichte mit dem „weißen Rauch aus Österreich“ und der daraus resultierenden Wertung, Eichin sei „Geschäftsführer von Schaafs Gnaden“ für überspitzt.
M. E. ist es vollkommen selbstverständlich, dass man bei der Besetzung einer solchen Funktion darauf achtet, dass die Hauptverantwortlichen möglichst auf einer Wellenlänge liegen, damit die Zusammenarbeit dann auch funktioniert und es nicht in einem Zustand endet, den Du in Deinem vorletzten Beitrag beschreibst.
Drittens:
Das Gerade Lemke und Fischer, die über Jahrzehnte Werder Bremen geprägt haben und deshalb vor allem für die Öffentlichkeit von besonderer Bedeutung sind, zu der aktuellen Situation von den Medien befragt werden, halte ich für nachvollziehbar. Für die meisten Menschen sind diese beiden mehr Werder Bremen, als es bspw. Filbry ist – unabhängig von den tatsächlichen Positionen bzw. Einflussbereichen.
Das Lemke im Übrigen seine Meinung zum Thema Schaaf kundtut, kann ihm wohl niemand verbieten. Ich sehe da keine Kompetenzverwirrung, da die Entscheidung letztlich nach wie vor bei der Geschäftsführung und nicht beim Aufsichtsrat liegt.
Es kann nämlich durchaus sein, dass die Meinung der Geschäftsführung zu diesem Thema mit der Meinung des Aufsichtsratens und dessen Vorsitzenden übereinstimmt. Soll vorkommen.
Werder wird in dieser Besetzung im AR und in der GF und auf dem Trainerposten in die neue Saison gehen. Jetzt einen Trainerwechsel zur neuen Saison vorzunehmen, wäre unglücklich, da dieser dann kaum noch Zeit hätte, sein Vorstellungen bei der Planung des Kaders etc. einzubringen.
Allerdings bin auch ich mittlerweile dafür, die Zusammenarbeit nicht über den 30.06.2014 hinaus fortzusetzen und sich schon einmal mit einem Nachfolger zu befassen. Und letzteres möglichst bald.
Edit:
Ach, und die von Dir geforderte Veränderung auf dem Trainerposten der U23 wird nun ja auch zur neuen Saison vollzogen. Finde ich gut bzw. eigentlich schon überfällig. Ich hätte dies direkt nach dem Abstieg getan.