Es gibt ganz zweifellos Erfolgsfans, daran ist leider nicht viel zu rütteln. Das sind die, die in den erfolgreichen Jahren jubeln und anderen Fans die Raute und Grün-Weiß unter die Nase reiben und abspringen, sobald die Gangart mal ein bißchen härter wird. Ich muß gestehen, die stören mich nicht. Viel schlimmer finde ich die echten Fans, die nicht zwischen Kopf und Bauch unterscheiden können und in Diskussionen, die eigentlich am Sachlichen orientiert sein sollten, ihren Frust abarbeiten wollen und mit den Klischees nur so um sich werfen. 'Erreicht die Mannschaft nicht mehr...' - eine abgedroschene Phrase sondergleichen, inhaltsfrei, auf jeden Fall aber nicht sachdienlich. 'Trainer nutzen sich ab...' ist noch solch ein Hammer. Sag das mal Sir Alex Fergusson! Ist Euch denn eigentlich noch nie aufgefallen, daß ein Trainerwechsel zwar einerseits eine Periode mit sich bringt, in der die Spieler ihr Bestes geben, um den neuen Trainer zu beeindrucken, ein solcher Wechsel andererseits aber eine Kapitulation gegenüber den wahren Schuldigen (wenn es denn Schuldige geben muß), nämlich den Spielern gegenüber darstellt? Erst dann, wenn die Spieler endgültig begriffen haben, daß sie jetzt ranmüssen, daß Ausreden nichts bringen, daß alle wissen, wer die Arbeit auf dem Platz macht und Sündenböcke nicht am Spielfeldrand gesucht werden, erst dann wird es auch auf dem Platz wieder klappen. Schaaf schenkt seinen Spielern viel Vertrauen und hält zu ihnen, wenn's mal nicht gut läuft. Es ist an der Zeit, daß die Spieler dieses Vertrauen rechtfertigt und sich die Beine ausreißen, um den Karren wieder aus dem Dreck zu fahren. Nichts anderes hilft, alles andere bringt langfristig auch nicht den erhofften Erfolg.