Thomas Schaaf (verlässt Werder Bremen mit sofortiger Wirkung!)

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Der Umbruch läuft - wie ist Eure aktuelle Meinung zu unserem Trainer?

  • TS genießt auch weit über die Saison hinaus weiterhin mein uneingeschränktes Vertrauen

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  • Wenn in der kommenden Saison kein internationaler Wettbewerb erreicht wird, sollte TS gehen

    Votes: 94 9,9%
  • Wenn in dieser Saison kein internationaler Wettberwerb erreicht wird, sollte TS gehen

    Votes: 67 7,1%
  • TS wird mit diesem Verein keinen Erfolg mehr haben und sollte spätestens im Sommer gehen

    Votes: 266 28,1%
  • TS sollte sofort gehen, um einen möglichen Abstiegskampf diese Saison zu vermeiden

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Immer dann, wenn das Spiel ins Rollen kommt und Junu immer mehr ganz weit vorne rumturnt und der Gegner dann schnell umschaltet ist unser Herz vor der Abwehr unbesetzt. Es gab in der 1. HZ ein zwei Szenen, in denen dann de Bruyne zwar noch irgendwie mit zurückläuft, aber den Gegner nicht stellen kann. Da muss man sich etwas überlegen, dass das nicht mehr vorkommt.

Der Gewinn war jedoch, dass es jemand, in diesem Falle dB, zumindest versucht hat - anders als gegen Augsburg. Der Zweikampf an sich wurde verloren, aber er wurde angenommen und das hat es dem Gegner zumindest erschwert.
 
:zweifeln:
Er kam nicht in den Zweikampf. Das ist mE zu nachlässig, wie Werder bisweilen da das Zentrum dem Gegner überlässt.

Zumindest kam er in den Raum. Und auch alleine das ist schon ein Mehrwert.

Eine Spielbeherrschung über die kompletten 90 Minuten + Nachspielzeit, in der zu jeder Sekunde alles perfekt abgestimmt, zugeordnet, kontrolliert wird, ist mMn utopisch - gottseidank! Was wäre das denn für eine langweilige Sportart!
 
Was ich mich immer noch frage, wenn ich all diese Beiträge lese, die auf diese markante Manko hinweisen:

Wie kann Werder es bewerkstelligen, Vorne Druck aufzubauen indem Pressing gespielt wird, ohne Gefahr zu laufen diese Räume zu bieten?
1. Pressing effektiver. Seit Jahren kesselt Werder die Gegner auf 5m² ein und lässt sie sich trotzdem noch befreien. Das ist eine Sache von viel Übung, wie man ja aus Berichten von Barcelona weiß.
2. Abstände zwischen den Spielern analysieren und genau aufzeigen und Üben, wo Korrekturen anzusetzen sind. Eigentlich sollte das gemacht werden, aber Fortschritte sieht man nur wenige.
3. Einen 6er der ähnlich wie Busquets die Position hält und intelligent die Räume schließt um Bälle zu gewinnen. Haben wir im Ansatz mit Trybull. Problem: Man müsste einen Platz in der Mannschaft für ihn finden wenn er fit ist, gezielt sein Stellungsspiel entwickeln und ihn taktisch die richtigen Anweisungen mitgeben. Dass das passiert bezweifel ich bei Schaaf, er würde ihn eher ermutigen das fröhliche aber hoch riskante flexible Rochieren mitzumachen.

Am sonsten müsste man eben um den eminent wichtigen 6er-Raum zu schließen die naheliegenste Variante in Betracht ziehen: Eine Doppelsechs. Mit eben Trybull und Junuzovic, wobei zweiterer sich am Ball orientierend vorne einschaltet. Vorteil dabei wäre ein Spieler in Ballnähe bei Ballverlust, dessen enorme Umschaltstärke aber durch die defensive Grundposition erhalten bleibt.
Bei uns geht es auf der neuralgischen Position 6er seit Jahren viel zu "körperlos" zu.
Nach Jahren voller Frings und Bargfrede, die mehr mit Körper und weniger mit Verstand spielten ist das nun eine eher seltsame Aussage.

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Ich habe mir das Spiel gerade nochmal genauer angesehen und kann zu meinem Beitrag sowie einigen sehr guten auf den letzten Seiten (:tnx: Mick) noch was ergänzen.

Zunächst aber zu den Reaktionen auf u.A. meinen Beitrag, die Werders eigenen Anteil am Sieg verteidigt haben. Natürlich hat sich Werder diesen Sieg selber verdient. Man hat gerade technisch wieder sehr gut gespielt, mit viel Einsatz und nach dem Tor einerseits mit unglaublichem Schwung, andererseits aber tatsächlich auch der nötigen Ruhe. Nur sind solche Leistungen gerade im Bereich der Kombinationen kein Wunder, wenn man auf eine so technisch starke Mannschaft zurückgreifen kann. Das Problem war, dass die Spielanlage mitsamt systematisch- und taktisch bedingten Fehlern sich um kein Bisschen verbessert hat. Aber der Reihe nach:

In der ersten Halbzeit war Gladbach, wie Mick richtig angemerkt hat, sehr gut organisiert. Zwei Viererketten, hoch vorm eigenen Tor, ein Stürmer hilft mit - stark. Praktisch kein durchkommen. Werders Spielaufbau war dabei besonders schlimm. Die Innenverteidiger entweder ohne Anspielstation oder auf der Suche nach einem "besonderen" Pass. Die Bewegungen im Mittelfeld waren nicht unbedingt geeignet, um sich mit genügenden Anspielstationen souverän herausspielen zu können. Die vielen langen Bälle sprechen da eine klare Sprache.
Im weiteren Angriffsspiel konnte man sich wenn überhaut auf den Außen durchspielen, und das auch vor allem dann wenn man die entsprechende Seite überladen hat. Auffällig hier neben den passstarken Offensivspielern: Schmitz. Sehr wichtig als Element.

Defensiv war Werder in dieser Phase etwa mäßig. Das Loch im DM, genauer den Halbräumen (welches es ja sogar schon zum eigenen SV-Artikel gebracht hat) ist noch da, aber Gladbach hat es ähnlich wie z.B. der HSV seinerzeit nicht ausgenutzt. Zur Gladbacher offensive aber gleich mehr. Auffällig auch, dass z.T. die AVs in diesem Loch helfen mussten und das wiederum die Flügelstürmer zum Einrücken gezwungen hat. Das defensive Stellungsspiel der 3 zentralen im Mittelfeld scheint auf Intuition ausgerichtet und produziert dadurch einige Fehler. Ein spezieller Sechser könnte Abhilfe schaffen, siehe oben. Darüber hinaus konnte man in einigen Situationen wieder das werdertypische Pressing sehen, bei dem v.A. Hunt neben Petersen rückt und zwei Spieler im Mittelfeld blieben. Durch das 4-4-2 der Gladbacher entstand in dieser Zone Ausgeglichenheit und wurde dem entsprechend nicht so sehr bestraft wie z.B. gegen Dortmund.

Der Gladbacher Angriff war wie Mick bereits erwähnte schwach. Die ganze Partie über fehlte ein Überzahlschaffen durch die Sechser während die Außen komplett auf der Strecke blieben, obwohl sich gerade da Räume auftaten. Die Außenverteidiger rückten eher selten zum Doppeln auf, was im nächsten Absatz noch eine Rolle spielen wird. Hätten sie auch nur ein wenig Konsequenter gespielt wäre das Spiel womöglich ganz anders verlaufen.

Der nächste Aspekt ist ja die Manndeckung unserer Flügelspieler auf die Außenverteidiger der Gegner. Dies ist seit der Vorbereitung zu sehen und hätte eigentlich längst mal über Bord geworfen werden müssen. Den Spielern fehlt dadurch nach eigenen Angaben in der Offensive die Kraft und Konter werden dadurch auch nicht leichter. Hat man gestern gesehen: befanden sich die Außen bei Ballgewinn tief in der eigenen Hälfte, musste der Angriff abgebrochen werden, standen sie hoch, führte das z.B. zum 2:0. Dies war gestern aber ein Grund, dass die Spielweise der Gegner Werder entgegenkam, da die AVs von Gladbach grundsätzlich seltener hoch standen. Ich erwarte trotzdem von Schaaf, dass er für diese Problematik eine Lösung findet, die auf u.A. auf Stärkung des Zentrums beruht, damit die Außenverteidiger sich wieder mehr auf ihre Zone konzentrieren können. Ein 4-3-3 mit zwei dichten, statischeren 3er Reihen wäre eine Lösung, oder auch eine Doppelsechs.

Nach dem Tor passierten dann zunächst zwei Dinge: Werder tankte Selbstvertrauen und Leichtigkeit - ein Phänomen welches diese Mannschaft seit der Vorbereitung prägt. Und Gladbach machte hinten unfassbare Fehler. Werder hatte darauf wenig Einfluss. Man presste zwar, aber nicht besonders mehr als zuvor, als der Gegner sich noch leicht befreien konnte. Der Unterschied bestand in der mangelnden Konzentration.

Zudem bot Gladbach zusehend mehr Räume an, da die Stürmer weiter nach vorne gingen und die Abwehr tendenziell eher sogar tiefer wurde. Konzentrationsmängel in der Raumdeckung kamen dazu, genau wie eine grundsätzlich höhere Risikobereitschaft. All diese Faktoren führten dann dazu, dass die langen Bälle Werders, die vorher noch sinn- und erfolglos waren, nun auf einmal auf größere Räume kamen. So wurde das 2:0 von einem langen Ball Mielitz' eingeleitet, der eigentlich mehr Befreiung aus dem Pressing war.

Nach der Pause trat Gladbach dann zunehmend harmloser auf, ohne Biss und mit einer furchtbaren Körpersprache. Werder hingegen nutzte gerade die Räume im eigenen DM und das Spiel ruhig unter Kontrolle zu haben. In diesem Fall spielte wieder der Gegner mit der Taktik in die Karten, da das 4-4-2 in der zentralen Zone ohne Mitarbeit der Stürmer einfach in Unterzahl ist.

Insgesamt war es natürlich eine sehr gute Leistung der Bremer: engagiert, leidenschaftlich und spielstark. Der Sieg in der Höhe verdient. Taktisch einige positive Aspekte: Außenstürmer nicht mehr mit Verbot, die Seitenlinie zu verlassen; Abwehrreihe auch beim Verteidigen in der eigenen Hälfte höher als noch letzte Saison (dadurch mehr Kompaktheit, :tnx: Sofatester); Überzahlbilden auf den Flügeln.

Nur die Schwächen bleiben. Die Schwächen, die man seit drei Monaten kristallklar sehen und identifizieren kann: das Loch im DM; Außenstürmer nicht ausbalanciert; Spielaufbau schwach und zu einfach kontrollierbar; Zentrales Mittelfeld zu selten unter Kontrolle, wenn nicht gerade offen ist wie gestern.

Und diese Punkte sehe ich einfach nicht verbessert. Die Mannschaft hat riesiges Potenzial, braucht aber diese taktische Weiterentwicklung um es auch auszuschöpfen. Deswegen bin ich skeptisch wenn Mick schreibt:
nun geht`s darum, die Ordnung in unserem Spiel weiter zu verbessern

Frage an dich selbst, Mick: Du hast ja scheinbar einige Male beim Training zugesehen. Wird an den genannten Punkten gearbeitet?
 
[...]
Der Gladbacher Angriff war wie Mick bereits erwähnte schwach. Die ganze Partie über fehlte ein Überzahlschaffen durch die Sechser während die Außen komplett auf der Strecke blieben, obwohl sich gerade da Räume auftaten. Die Außenverteidiger rückten eher selten zum Schaffen einer Überzahl auf, was im nächsten Absatz noch eine Rolle spielen wird. Hätten sie auch nur ein wenig Konsequenter gespielt wäre das Spiel womöglich ganz anders verlaufen.
[...]

Ich habe keine Lust auf eine Diskussion nach Art "Was war zuerst da - Huhn oder Ei?", doch möchte ich mal anmerken, dass eben das zitierte a) als Schwäche Gladbachs interpretiert werden kann und auch als b) Konsequenz aus der Spielweise Werders.

Die Gladbacher 6er konnten nicht aufrücken, weil sie dann selber dem Trio Juno-dB-Hunt sämtlichen Raum bei Ballverlust überlassen hätten. Gerade bei der gestern gebotenen Laufleistung wäre sie wohl, wie @FatTony schon schrieb, gegen eine 3er-Wand gelaufen und bei erwartetem Ballverlust hätten eben diese drei schnell umgeschaltet.
Die Gladbacher AVs rückten selten mit auf, weil Elia und Arnautovic konsequent über beinahe die gesamte Spielzeit Pressing auf diese ausübten, mit der Unterstützung durch TGS und vor allem Schmitz. Ich erinnere mich beispielhaft an eine Szene, wo der Gladbacher RV in Höhe der Mittellinie den Ball an den pressenden Elia verlor. Danach fand er (Jantschke glaub ich) nicht mehr statt.
 
Eher weniger. Dafür wurde viel auf defensives Stellungsspiel und ähnliche DINGE hingeweisen und Wert gelegt, und das ist ja schon mal ein guter Anfang.
 
@ToB

Zwei Viererketten, hoch vorm eigenen Tor, ein Stürmer hilft mit - stark. Praktisch kein durchkommen. Werders Spielaufbau war dabei besonders schlimm. Die Innenverteidiger entweder ohne Anspielstation oder auf der Suche nach einem "besonderen" Pass. Die Bewegungen im Mittelfeld waren nicht unbedingt geeignet, um sich mit genügenden Anspielstationen souverän herausspielen zu können. Die vielen langen Bälle sprechen da eine klare Sprache.
Im weiteren Angriffsspiel konnte man sich wenn überhaut auf den Außen durchspielen, und das auch vor allem dann wenn man die entsprechende Seite überladen hat. Auffällig hier neben den passstarken Offensivspielern: Schmitz. Sehr wichtig als Element.

Zwei Anmerkungen: "Praktisch kein durchkommen" ist faktisch eine falsche Aussage! Werder hatte schon nach 10 oder 15 Minuten sechs Eckbälle. Die bekommt man nicht, wenn es der eigene Spielaufbau nicht in die Nähe des Strafraumes schafft. Die Führung später ist dann ja eben auch aus einem ebensolchen Eckball entstanden. Ich frage mich bei diesen Analysen so ein wenig was eigentlich die Erwartungshaltung ist?

Zur zweiten Aussage mit den Flügeln: Was heißt "wenn überhaupt"? Die Flügel wurden konsequent gesucht, diese Spielweise war schon in der Vorbereitung erkennbar und im folgenden auch in der Bundesliga, mal besser, mal schlechter. Gegen Gladbach konnte man dann auch gut sehen, dass die einrückenden Flügelspieler den erfolgreichen Pass zurück in die Mitte spielen konnten. Nicht immer so, dass es auch gefährlich wurde, aber die Ansätze sind klar. Es wäre auch ein brutaler taktischer Fehler gegen einen Gegner mit zwei flachen Viererketten und mit nur drei eigenen Spielern im Mittelfeld den Weg durch die Mitte gegen zwei 6er zu suchen. Was unsere drei Mittelfeldspieler mit ihrer ständigen Rotation versucht haben war eindeutig die Ordnung beim Gegner zu stören. Das hat am Anfang nicht funktioniert, wie schon gesagt ist Gladbach kein Fallobst und Favre weiß seine Mannschaft auch einzustellen. Als diese Ordnung bei Gladbach nach der Führung verloren ging was es um die Borussia geschehen, in der Form von Werder hätte das auch locker höher als 4:0 ausgehen können.

edit: Was mir noch einfällt:

Das Schließen der sog. Löcher im defensiven Mittelfeld obliegt den AV oder je nach Situation den IV. Viele langen Bälle wurden, auch gestern, insbesondere von TGS (da oft über seine Seite) abgelaufen indem er antizipiert und zur richtigen Zeit den Schritt weg vom Flügel hin zur Mitte macht.
 
Ich habe keine Lust auf eine Diskussion nach Art "Was war zuerst da - Huhn oder Ei?", doch möchte ich mal anmerken, dass eben das zitierte a) als Schwäche Gladbachs interpretiert werden kann und auch als b) Konsequenz aus der Spielweise Werders.
Naja, beides. Bei vielen Angriffen hatten die Gladbacher den Platz, sind aber an der Bärenstarken Innenverteidigung gescheitert. Bei anderen hatten sie noch mehr Platz und haben diesen nicht Ansatzweise genutzt.
Die Gladbacher 6er konnten nicht aufrücken, weil sie dann selber dem Trio Juno-dB-Hunt sämtlichen Raum bei Ballverlust überlassen hätten. Gerade bei der gestern gebotenen Laufleistung wäre sie wohl, wie @FatTony schon schrieb, gegen eine 3er-Wand gelaufen und bei erwartetem Ballverlust hätten eben diese drei schnell umgeschaltet.
Ok, das Risiko war da, allerdings wurde es ja nicht mal in der zweiten Halbzeit eingegangen. Und obwohl ich gerade auf die Bewegungen im Mittelfeld geachtet habe konnte ich eine "Wand" da nun eher nicht erkennen.
Die Gladbacher AVs rückten selten mit auf, weil Elia und Arnautovic konsequent über beinahe die gesamte Spielzeit Pressing auf diese ausübten, mit der Unterstützung durch TGS und vor allem Schmitz. Ich erinnere mich beispielhaft an eine Szene, wo der Gladbacher RV in Höhe der Mittellinie den Ball an den pressenden Elia verlor. Danach fand er (Jantschke glaub ich) nicht mehr statt.
Es geht ja aber auch darum, dass die Außenverteidiger dann aufrücken, wenn die Mannschaft nach Spielaufbau durch die Mitte in das letzte Angriffdrittel kommt und es darum geht, den Ball dahin zu bringen, wo der Raum ist -gestern bei uns ganz klar außen. Das haben die Gladbacher nicht gemacht. Die Außen sind entweder nach innen, standen zu tief oder wurden nicht angespielt. Und dazu kam dann eben noch das Fehlende Aufrücken der AVs, die schon durch ihre offensive Präsenz und u.U. Anspielbarkeit Druck aufgebaut hätten und ihre Bewacher vom Kontern hätten abhalten können.



@ToB
Zwei Anmerkungen: "Praktisch kein durchkommen" ist faktisch eine falsche Aussage! Werder hatte schon nach 10 oder 15 Minuten sechs Eckbälle. Die bekommt man nicht, wenn es der eigene Spielaufbau nicht in die Nähe des Strafraumes schafft. Die Führung später ist dann ja eben auch aus einem ebensolchen Eckball entstanden. Ich frage mich bei diesen Analysen so ein wenig was eigentlich die Erwartungshaltung ist?
Es geht ja auch um zwingende Chancen. Die sind bis zum 1:0 kaum entstanden, da die Gladbacher aus dem Spiel heraus durch ihre Ordnung einfach die Kontrolle hatten. Das ist nicht mal ein Vorwurf an Werder, da man gegen so gut organisierte Mannschaften im Normalfall einfach nicht durchkommt.
Zur zweiten Aussage mit den Flügeln: Was heißt "wenn überhaupt"? Die Flügel wurden konsequent gesucht, diese Spielweise war schon in der Vorbereitung erkennbar und im folgenden auch in der Bundesliga, mal besser, mal schlechter. Gegen Gladbach konnte man dann auch gut sehen, dass die einrückenden Flügelspieler den erfolgreichen Pass zurück in die Mitte spielen konnten. Nicht immer so, dass es auch gefährlich wurde, aber die Ansätze sind klar. Es wäre auch ein brutaler taktischer Fehler gegen einen Gegner mit zwei flachen Viererketten und mit nur drei eigenen Spielern im Mittelfeld den Weg durch die Mitte gegen zwei 6er zu suchen. Was unsere drei Mittelfeldspieler mit ihrer ständigen Rotation versucht haben war eindeutig die Ordnung beim Gegner zu stören. Das hat am Anfang nicht funktioniert, wie schon gesagt ist Gladbach kein Fallobst und Favre weiß seine Mannschaft auch einzustellen. Als diese Ordnung bei Gladbach nach der Führung verloren ging was es um die Borussia geschehen, in der Form von Werder hätte das auch locker höher als 4:0 ausgehen können.
Also die Formulierung "wenn überhaupt" ist unglücklich, da sie tatsächlich als Kritik aufgefasst werden kann. Mir ist klar, dass Werder das Flügelspiel sucht und auch im letzten Drittel auch suchen sollte, gerade wenn der Gegner kompakt steht. Isofern war der zweite Absatz den du zitiert hast keine Wertung sondern eine Beschreibung. Die Zentrale muss aber die Hauptlast des Aufbaus bis dahin tragen, weil man sonst schneller unter Druck gerät. Siehe die Spiele gegen Augsburg oder Hamburg.
edit: Was mir noch einfällt:

Das Schließen der sog. Löcher im defensiven Mittelfeld obliegt den AV oder je nach Situation den IV. Viele langen Bälle wurden, auch gestern, insbesondere von TGS (da oft über seine Seite) abgelaufen indem er antizipiert und zur richtigen Zeit den Schritt weg vom Flügel hin zur Mitte macht.
Das scheint der Plan zu sein, aber ich bin aus den angeführten Gründen weniger damit zufrieden.
 
@ToB: Es bleibt diese Huhn-Ei Geschichte, insbesondere das mit den Gladbacher AVs. Und deshalb stimme ich auch unbedingt zu, dass sowohl a) als auch b) zutreffen und daher kein Grund für überbordende Euphorie sein sollte.

Zu der 3er-Wand: Was Werder geschafft hat, so meine Wahrnehmung, den beiden Gladbacher 6er deutlich aufzuzeigen: Wenn ihr Euch ins offensive Spiel einbringt, nehmen wir Euch den Ball weg und ihr fangt den Konter. Ob das nun durch das besagte Trio oder dann eben durch die eigene Viererkette kam, egal. Ähnlich die subtile Botschaft an die AVs: Schließt ihr auf, gehen wir aggressiv drauf, nehmen Euch den Ball weg und ihr fangt Euch den Konter.

@FatTony: :tnx: Sehe ich genauso.
 
. Die Zentrale muss aber die Hauptlast des Aufbaus bis dahin tragen, weil man sonst schneller unter Druck gerät.
.

Ganz klar! Je früher der eigene Angriff auf den einen oder anderen Flügel verlagert wird, umso früher weiß der Gegner zu welcher Seite hin er verdichten muss. Deswegen ist es auch ein Fehler den Ball vom Torwart direkt auf den AV zu spielen der dann damit nach vorne geht. Werder hat genau das gestern sehr oft erfolgreich vermieden, im defensiven Bereich haben die AV direkt die Mitte gesucht und auch Lukimya und Sokratis haben den Pass ins defensive Mittelfeld dem Sicherheitspass auf den AV sehr oft vorgezogen. Der Gegner wird damit gezwungen sehr breit zu stehen und genau das gibt dann Räume in die die AV schlussendlich vorstoßen können um dann den Angriff von der Mitte auf die Flügel zu verlagern. Was gestern leider nicht geklappt hat (gegen Dortmund z.B. war das noch anders) ist die Spielverlagerung von einem Flügel auf den anderen. Wenn Gladbach die Seite erfolgreich dicht machen konnte dann, dies liegt in der Natur der Sache, ist der andere Flügel mehr oder minder blank. Genau in dem Moment ist ein langer Seitenwechsel brandgefährlich und gegen Dortmund haben Arno und Elia dies auch ein ums andere mal gut hinbekommen. Gegen Gladbach leider nicht so, da stimmte die Länge nicht.
 
Was Werder geschafft hat, so meine Wahrnehmung, den beiden Gladbacher 6er deutlich aufzuzeigen: Wenn ihr Euch ins offensive Spiel einbringt, nehmen wir Euch den Ball weg und ihr fangt den Konter. Ob das nun durch das besagte Trio oder dann eben durch die eigene Viererkette kam, egal. Ähnlich die subtile Botschaft an die AVs: Schließt ihr auf, gehen wir aggressiv drauf, nehmen Euch den Ball weg und ihr fangt Euch den Konter.
Nur hat Werder das letzte Saison in Gladbach genauso versucht. Da hatten die aber eine bessere Form, Neustädter als "Raumdenker" und teils Spieleröffner sowie einen selbstbewussten Hanke und Reus als Konterspieler. Gestern ist es sehr gut gegangen, seinerzeit brachial schief. Und genau darum drehen sich gerade die Diskussion hier, wenn ich das richtig verstanden hab, im Hinblick auf die womögliche, weitere Zukunft Werder`s.
 
War nicht Gegenstand der Aussage. Deshalb musst Du da auch gar nichts "nicht teilen".

Dann musst du das

Das sieht für die Spieler unten auf dem Rasen natürlich ganz anders aus, aber gemessen an dieser Draufsicht fand ich die erste halbe Stunde aus Werder-Sicht phasenweise schlimm. Da blieb oft nur blankes Kopfschütteln.

Ich hatte stellenweise den Eindruck, dass Werder ca. das Doppelte lief und kämpfte als Gladbach, und dennoch im mittleren und letzten Spielfelddrittel - ausgenommen die Außenlinien - kaum Raumgewinn verbuchte. Spielerisch auf keinen Fall, individuell und kämpferisch hin und wieder. Gladbach nahm wenig am Spiel teil, formierte jedoch konsequent zwei Viererketten gegen den Ball, die gut verschoben und somit in der Tiefe enge Abstände und in der Breite drei Viertel des Platzes beackerten. Also von Raumbeherrschung, Aufteilung und Statik her fand ich Gladbach in der ersten halben Stunde wesentlich besser.
Erschwerend für Werder hinzu kam m.E., dass die Bälle nicht selten in den falschen Fuss, in den Rücken, gehoppelt, halbhoch oder ungefähr gespielt wurden. So musste der, der an den Ball kam, sich immer wieder drehen und eine individuelle Idee produzieren, der Angriff musste quasi erst wieder neu aufgenommen werden und das kostet eben – meistens entscheidend – zu viel Zeit und Raum und birgt zu allem Überfluß die Gefahr des leichten Ballverlustes. Das Wechselspiel der drei im Mf-Zentrum, Bsp. wenn Junuzovic vertikal ging, ließen sich de Bruyne und Hunt gezielt hinter ihn fallen, klappte nicht, weil bei aller Bereitschaft, es so zu lösen, die Wege (mit und ohne Ball) viel zu weit und auch generell nicht abgestimmt waren. Es war manchmal erschreckend zu sehen, wenn die IV den DM anspielte und der von zwei oder drei Gegnern angegriffen wurde, wie weit der Weg war, um überhaupt einen anderen Mitspieler im Mf anspielen zu können. Deshalb aus der Position öfter der unbedarfte (Zufalls-) Schlag in den (Zufalls-)Raum.

übersetzen. Wenn ich es nicht besser wüsste, ich würde glauben du beschreibst das Spiel in Augsburg.
 
Du schreibst "wirkungslos" und "ineffektiv", wobei nur letzteres - teilweise!- dort beschrieben wird.

Im Übrigen war das Augsburg-Spiel von der grundsätzlichen Ausrichtung sowie Stärken und Schwächen Werder`s - wenn wir das unabhängig vom Vergleich Gladbach-Ausgburg betrachten - nicht so viel anders, nur dass wir dort früh in Rückstand gerieten und damit das Spiel einen gänzlich anderen Verlauf nahm. Geht Werder da gegen einen verunsicherten Kontrahenten nach ner halben Stunde mit 1:0 in Führung, ist alles möglich. Teils Kopfsache, teils nicht.
 
Natürlich, auch. Ja. Aber nicht als Hauptursache.

Werder braucht ein größeres Repertoire an Spielführung und variablen Mitteln in der Spielgestaltung.
 
Nach gestern würde ich sagen, dass das Team von Werder noch mehr Zuversicht in die eigenen Fähigkeiten braucht (in offensiver Hinsicht) um mit noch mehr Ruhe und Übersicht zu agieren. Vor allem im letzten Drittel muss mehr Ruhe in die Aktionen, dann plätschert eine solche Partie wie gestern auch nicht 40 Minuten vorsich hin, bis dass das Tor per Standard erzielt ist.

Werder hat das Zeug dazu, den Ball permanent in den eigenen Reihen zirkulieren zu lassen, .... das unbarmherzige Zuschlagen, daran fehlts noch.
 
Was ich mich immer noch frage, wenn ich all diese Beiträge lese, die auf diese markante Manko hinweisen:

Wie kann Werder es bewerkstelligen, Vorne Druck aufzubauen indem Pressing gespielt wird, ohne Gefahr zu laufen diese Räume zu bieten?

Indem erst einmal alle mitmachen und alle kluges Pressing spielen. Das heißt, dass man nicht 3 Spieler benötigt um 2 unter Druck zu setzen.
 
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