Das Bild ist insofern lustig, weil es optisch belegt, wie gleichgeschaltet die Jungs sind. Und wie aktiv die "aktive Fanszene" manchmal aussieht, die ja den Dummerchen rund um sie herum gerne abspricht, "aktiv" zu sein.
Und das Argument "ohne die wäre doch
noch weniger los, kommt auch immer mal an dieser Stelle. Die Frage ist nur: Ist purer Aktionismus wirklich ein Gewinn für die Stimmung? Mir wäre ein Stadion tausendmal lieber, in denen es phasenweise meinethalben richtig still ist, dafür aber in anderen Phasen je nach Situation Jubel oder Wechselrufe oder spontane Gesänge aufbranden.
Das wäre für mich dann wieder "traditionelle Fankultur". Nicht das in den letzten Jahren zur Mode gewordene Dauersingen mit der Vorgabe "Fleiß statt Leidenschaft, Lauststärke statt Stimmung und Stehvermögen statt Enthusiasmus".
Niemand sagt, dass die weggehen sollen (oder gut, jedenfalls nicht
alle sagen das...

). Aber durch ihre Selbstwarnehmung, ihre Abgrenzung, ihre innere Haltung und ihr zur Schau getragenes Um-jeden-Preis-besser-sein-wollen sorgen sie masgeblich für die Spaltung, die wir hier diskutieren. Denn dieses schwarze Loch gibt es auch während des Spiels, nicht bloss vorher. Wenn die "Schwarzen" 35 Minuten lang verquere kaum nachzuvollziehende Fangesänge durchsingen, die nur den einen Vorteil haben, "etwas eigenes" zu sein, dann ist der nichtorganisierte Rest natürlich stumm, denn der kann sie nicht spontan "niedersingen", was ja die einzige Möglichkeit wäre, um wieder echte Stimmung entstehen zu lassen.