Stimmung im Stadion

Brauchen wir ein neues speziell auf Werder zugeschnittenes Fankonzept?


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Man spult kein Programm ab. Und ich verstehe nicht warum z.B. längere Gesänge bei Rückstand nichts mit dem Spiel zu tun haben sollen? Warum kann man die Intensität aus Rufen nicht länger in Lieder ziehen, eine emotionale Intensität ist doch zweifellos das ganze Spiel über vorhanden, völlig unabhänhig vom Spielstand.

So kommt das aber leider immer wieder rüber!

Selbsverständlich ist eine emotional Intensität das ganze Spiel über vorhanden, jedoch unterliegt diese auch gewissen Schwankungen, so z. B. wenn es nach 18 Minuten 0:2 steht. Das ist ein Schockzustand, zumal auch keinerlei Ansatz einer Gegenwehr zu sehen war. Was soll ich da singen? Und schon gar nicht längere Gesänge, die - siehe oben stehenden Beitrag von Felissilvestris - nicht unbedingt ein gutes Fußballlied ausmachen.
Nachdem man in einer solchen Situation dann seinen Schockzustand abgelegt hat kann man auch die Mannschaft wieder anfeuern, aber einfach und prägnant, dann helfen nämlich viel mehr Leute dabei mit!!!
Was wiederum der Mannschaft auch viel mehr hilft, als ein langes, unverständliches "Lied", was keiner kennt.
 
Vielleicht doch, weil man dann überhaupt erst einmal wieder WAHRNIMMT, dass danach Stimmung AUFKOMMT. Das Aufkommen von Stimmung haben wir in der Ostkurve atmosphäretechnisch abgeschafft. Zugunsten des Dauerpegels.

50 Ultras sind daran schuld, dass bei 30.000 - 40.000 Leute keine Emotionen mehr gewecket werden.. :lol:
Das Aufkommen von Stimmung kann doch trotzdem kommen, auch wenn da unten 300 Leute singen! Komischerweise geht das ja auch, wenn der Gegner singt! Und die sind doch viel lauter, als die 300 Leute da unten!
 
Wieso muss Stimmung eigentlich aufkommen? Ich verstehs nicht.

Weil man sie dann WAHRNIMMT, vielleicht? Weil ein Fußballspiel so IST?

Wieso ist ein Rockkonzert viel geiler, wenn zwischen den Songs Pausen sind?

Gegenfrage: Weshalb muss man Stimmung BESCHLIESSEN und dann AUSFÜHREN? Oder noch besser: Ist das dann überhaupt noch Stimmung? Oder einfach nur eine geplante Geräuschkulisse?
 
Weil man sie dann WAHRNIMMT, vielleicht? Weil ein Fußballspiel so IST?

Wieso ist ein Rockkonzert viel geiler, wenn zwischen den Songs Pausen sind?

Gegenfrage: Weshalb muss man Stimmung BESCHLIESSEN und dann AUSFÜHREN? Oder noch besser: Ist das dann überhaupt noch Stimmung? Oder einfach nur eine geplante Geräuschkulisse?

Gehst du völlig emotionslos und gelangweilt zum Spiel und wartest dann darauf, dass sich bei dir Stimmung aufbaut?
 
50 Ultras sind daran schuld, dass bei 30.000 - 40.000 Leute keine Emotionen mehr gewecket werden.. :lol:
Das Aufkommen von Stimmung kann doch trotzdem kommen, auch wenn da unten 300 Leute singen! Komischerweise geht das ja auch, wenn der Gegner singt! Und die sind doch viel lauter, als die 300 Leute da unten!

Mein Freund, diese Diskussion hatten wir beide hier schon 500 Mal.

Ich kann hier an meinem Schreibtisch durchaus ein Lied vor mich hinsingen, obwohl neben mir das Radio läuft. Ich kann ja einfach lauter singen und das Radio übertönen. Mache ich aber nicht, weil es nervt. Deshalb lasse ich das Radio laufen und singe nicht vor mich hin.

By the way: Wenn man Dir zu einem anderen Thema vorhält, dass es letztlich nur um "50 Ultras" geht, gehst Du an die Decke, empfindest das als Frechheit und betonst, dass es viel mehr sind.

Dass "keine Emotionen geweckt werden", habe ich nirgendwo geshrieben. Die Emotionen sind da. Man kommt nur nicht auf die Idee, sie (noch dazu ohne Organisation, sondern impulsiv) zu artikulieren, solange man dafür erst einmal einen allgegenwärtigen Galeerengesang übertönen müsste, was man natürlich zahlenmäßig könnte, wenn man an einem Strang ziehen würde. Und an einem Strang zieht man dann, wenn man sich von Stimmung anstecken lässt, die aufkommt. Das alles findet bei uns nicht statt. Viele finden das schade, Du nicht. Ist legitim, aber man muss das diskutieren dürfen.
 
Ich habe mir das gestern ganz wertneutral angeschaut und muss sagen, dass ich zum ersten Mal seit langer Zeit das Gefühl hatte, echte Fußballatmosphäre mitzubekommen. Zwischendurch Phasen der Stille, manchmal zaghafte Anfeuerungen und manchmal, je nach Verlauf, massive Unterstützung der Mannschaft. Kein Dauerteppich sondern eine Entwicklung von Stimmungen, Begeisterung, Enttäuschung, ruhige Phasen, laute Phasen. Ich wusste gar nicht mehr, wie sowas früher war. Und ich fand es sehr angenehm.

Es war ein Auf und Ab, wie ein Spiel nun mal so ist. Wenn man sich angewöhnt, bei Support wieder die Qualität und nicht alleine die Dauer von Gesängen zu schätzen, dann könnte ich mit so etwas wie gestern sehr gut leben - wenn man mal berücksichtigt, dass sich da natürlich manches noch entwickeln muss.

Und nun drescht los.

Es kommt wohl drauf an, von wo man sich das anschaut. Aus der Westkurve hab ich gefühlt 70% Engländer gehört, 20% Stille und 10% Anfeuerungen für Werder. Wirklich toll fand ich das leider nicht.
 
Das ist wohl richtig. Nur man wird mit der Gesangsauswahl nicht mehr Leute zum Mitmachen bekommen. Denke, dass kann ziemlich sicher feststellen, da wir das "Problem" ja nun schon einige Zeit haben.
Ums mal platt und ein bisschen überspitzt auszudürcken: Ein gutes Fussballlied muss man auch noch mit 3,0 Promille mitsingen und klatschen können.

Richtig! hab ich noch nicht im Stadion gehabt aber ok, manche haben es bestimmt. :p

hast ja schon recht aber es muss auch sogenannte "Lückenfüller" geben.
 
Gehst du völlig emotionslos und gelangweilt zum Spiel und wartest dann darauf, dass sich bei dir Stimmung aufbaut?

Nein. Ich gehe heiß zum Spiel und freue mich auf meine eigene Stimmung, auf Emotionen, auf aufbrandende Sprechchöre, zwischendurch auf gebanntes Auch-mal-nur-dem-Spiel-folgen. Dann darauf, dass man nach Phasen der Ruhe merkt, dass plötzlich ein Ruck durch Fans und Mannschaft geht, dass man mit einem Spiel MITGEHT. Hast Du Dich schon mal gefragt, woher das Wort "mitgehen" kommt? Daher, dass man sich vom Spielgeschehen packen lassen kann, getragen wird, etwas zurückgibt, manchmal aber auch ein Spiel genießt und dabei durchaus auch mal 5 Minuten stumm zuschaut.

Ich werde nie verstehen, wie man einerseits vollmundig dafür eintreten kann, traditionelle Werte im Stadion ganz hoch zu halten, wenn man andererseits die traditionellste Stimmung überhaupt durchkreuzt (nämlich die, die ENTSTEHT, statt sie sich VORZUNEHMEN), indem man sie durch Gewohnheiten aus den 90er Jahren ersetzt.

Aber egal, alles schon tausendfach durchgekaut. Mach einfach weiter Dein Ding. Es ist bestimmt ganz prima für das Aufpeitschen der Mannschaft, wenn Du 35 Minuten am Stück brummelst.
 
Deinem Fazit kann ich in Teilen beipflichten.
Ich verstehe jedoch nicht, dass ausgerechnet Du schreibst, die Stimmung müsse sich neu organisieren, einige Spiele weiter wäre die Stimmung bestimmt wieder besser usw., obgleich Du Dich im "Pro-Stimmung" Fred dahingehend äußerst, es gäbe sozusagen für Dich keinen Grund die Mannschaft anzufeuern, wenn sie 0:2 hinten liegt und nach Deinem Ermessen keinen Einsatz, Kampfgeist o.ä. zeigt.
Sieht so die "Neu-Odnung" der Stimmung für Dich aus, wenn man sich zurückhält, wenn die Mannschaft nicht das Erwartete / Gewünschte leistet?

Stimmung ist bei einem Fussballspiel nun einmal emotionsabhängig. Und bei einem 0:2 ist sie einfach mal im Keller. Und wenn ich zu dem Zeitpunkt der Meinung bin, dass mir gewisse Attribute im Spiel der Mannschaft fehlen, dann unterstütze ich sie doch nicht auch noch dabei. Nachher denken die noch, sie machen ja alles richtig... ;)
Außerdem bin ich nicht der Meinung die Stimmung müsse sich neu organisieren, dann kann ja alles so bleiben mit der organisierten Stimmung, die wir derzeit haben. Meine Meinung ist eher, Stimmung organisiert sich von alleine, und zwar dem Spielverlauf entsprechend. Ich will sie nicht neu ordnen, sondern einfach nur die Emotionen, die im Verlaufe eines Spieles ja durchaus in unterschiedlicher Form auftreten, hören. Und dazu gehört auch Schweigen, wenn ich der Meinung bin - und das ja offensichtlich nicht alleine, denn sonst wäre ja richtig was los gewesen auf den Rängen - dass ich mit der gezeigten Leistung, für die ich viel Geld bezahlt habe, nicht einverstanden bin.
Grundsätzlich gilt: Stimmung kann man nicht vorgeben!
 
Vielleicht doch, weil man dann überhaupt erst einmal wieder WAHRNIMMT, dass danach Stimmung AUFKOMMT. Das Aufkommen von Stimmung haben wir in der Ostkurve atmosphäretechnisch abgeschafft. Zugunsten des Dauerpegels.

Vielleicht ;) Aber ich denke, kurze Pausen, wie du selbst schon geschrieben hast, reichen dafür aus. Ich bin mir relativ sicher, dass du auch gestern gerne mehr Stimmung gehabt hättest. Ab und zu lief es ja, aber es war schon recht dürftig. Wie gesagt, es gibt Lösungen. Wie die aussehen könnten, hab ich selbst auch schon geschrieben!
 
hast ja schon recht aber es muss auch sogenannte "Lückenfüller" geben.

Wenn sich die kreativen und damit komplizierten Gesänge nur Lückenfüller sind, dann ist das auch ok. Zudem müssen bestimmte Lieder eben nicht ewig gezogen werden. Das ist auch ne Stimmkonditionsfrage. Viele Leute verlieren die Lust irgendwie gefühlte 5 Stunden am Stück "oh SVW" zu singen.
Ziel sollte doch auf Dauer sein, dass die Ost zur ner richtigen Wand wird, die unsere Mannschaft nach vorne peitscht. Und wie gesagt das wird man nur schaffen, wenn man zusammensteht. Kritik von beiden Seiten ernst nimmt und sich überlegt, was man selbst ändern kann. Ich stelle mich regelmäßig hin und singe mit. Aber eben auch nicht dauerhaft, weil das Spiel mich schlicht auch mal davon abhält. Es wird nichts bringen, wenn man nur 500 Daueraktive in der Kurve hat und der Rest irgendwann keine Lust mehr hat.
 
Wenn sich die kreativen und damit komplizierten Gesänge nur Lückenfüller sind, dann ist das auch ok. Zudem müssen bestimmte Lieder eben nicht ewig gezogen werden. Das ist auch ne Stimmkonditionsfrage. Viele Leute verlieren die Lust irgendwie gefühlte 5 Stunden am Stück "oh SVW" zu singen.
Ziel sollte doch auf Dauer sein, dass die Ost zur ner richtigen Wand wird, die unsere Mannschaft nach vorne peitscht. Und wie gesagt das wird man nur schaffen, wenn man zusammensteht. Kritik von beiden Seiten ernst nimmt und sich überlegt, was man selbst ändern kann. Ich stelle mich regelmäßig hin und singe mit. Aber eben auch nicht dauerhaft, weil das Spiel mich schlicht auch mal davon abhält. Es wird nichts bringen, wenn man nur 500 Daueraktive in der Kurve hat und der Rest irgendwann keine Lust mehr hat.

kann ich nix mehr zu sagen... :D
stimmt:tnx:
 
Wenn sich die kreativen und damit komplizierten Gesänge nur Lückenfüller sind, dann ist das auch ok. Zudem müssen bestimmte Lieder eben nicht ewig gezogen werden. Das ist auch ne Stimmkonditionsfrage. Viele Leute verlieren die Lust irgendwie gefühlte 5 Stunden am Stück "oh SVW" zu singen.
Ziel sollte doch auf Dauer sein, dass die Ost zur ner richtigen Wand wird, die unsere Mannschaft nach vorne peitscht. Und wie gesagt das wird man nur schaffen, wenn man zusammensteht. Kritik von beiden Seiten ernst nimmt und sich überlegt, was man selbst ändern kann. Ich stelle mich regelmäßig hin und singe mit. Aber eben auch nicht dauerhaft, weil das Spiel mich schlicht auch mal davon abhält. Es wird nichts bringen, wenn man nur 500 Daueraktive in der Kurve hat und der Rest irgendwann keine Lust mehr hat.

:tnx:
Danke, so etwas hab ich auch schonmal geschrieben. Wenn man sich die aktuelle Seite anschaut, hat man das Gefühl, es wird langsam :) Nicht jeder gegen jeden, sondern alle zusammen, dann sind wir ne Wand!!!
 
Ultras hin oder her, ich führe die seit langem schlechte Stimmung auf etwas ganz anderes zurück.

Wir haben jetzt seit Jahren mit festen Dauerkarten kaum noch wechselndes Publikum. Die selben Leute haben fast alles erlebt in Bremen, was Fußball ausmacht. Und gehen heute anders, mit anderen Vorstellungen, ins Stadion.

Ich zähle mich zu einem der letzten einer in Bremen aussterbenden Spezies. Emotion, Patriotismus, Lautstärke, aufspringen, auch mal Elfer fordern bei einem lächerlichen Rempler. Gleich zu Spielbeginn dem Gegner klar machen, wo er hier spielt. DAS ist für mich ein Heimspiel.

Schauen wir doch etwas zurück: Meisterjahr 2004, Lebenslang grünweiß kam raus, Gänsehaut bei Heimspielen schon vor dem Spiel und bei der Aufstellung. Kurvenshows sowieso, da war man in Bremen sogar einer der Vorreiter in Deutschand. All diese Dinge sind heute nur noch ein laues Lüftchen oder nicht mehr vorhanden.

Ich denke gerade mal an die ersten CL-Heimspiele gegen Valencia und Anderlecht. Gerade gegen die Belgier (okay, war auch ein 5-1) von Anfang bis Ende richtge Fußball-Atmosphäre, und damit meine ich wahrlich nicht alleine die Ostkurve. Auch nach Rückständen wurde nicht lamentiert, sondern das Publikum hatte das Gespür, wann die Mannschaft Unterstützung benötigt. Wenn ich auswärtige Gäste mit im Stadion hatte, hörte ich öfter Sätze wie "was habt ihr denn für eine tolle Stimmung hier."

Nichts mehr davon ist übrig, die meisten gehen schon ins Stadion mit zu hoher Erwartung frei nach dem Motto "die Truppe muss erstmal richtig geil spielen, bis ich aus der Reserve zu locken bin."

Fakt ist für mich: bei aller Meckerei, die es auch damals immer wieder gab in puncto Stimmung... es war mal richtig geil und wir mussten Vergleiche zu anderen Stadien nicht scheuen. Mittlerweile aber macht es mir kaum noch Spaß, ins Stadion zu gehen, man kann sich das getrost auch vorm TV angucken. Denn ins Stadion geht man, um Atmosphäre zu erleben und die Mannschaft zu unterstützen. Womit man jetzt auf verlorenem Posten steht.

Meine letzte Hoffnung ist die endgültige Fertigstellung des Stadions und ein "Ruck" im Publikum. Daran glauben kann ich nicht. Es hilft wohl nur, uns allen die Dauerkarten zu entziehen und mal andere ran zu lassen. ;)

Zusammenfassung: das Erlebnis Weserstadion kommt oft genug und weiterhin durch die tolle Mannschaft auf dem Platz. Fußball-Atmosphäre bietet dieses tolle Stadion kaum noch mal... Da sollten sich alle mal an die eigene Nase fassen, auch die, die meinen, sie würden ja so emotional und engagiert für tolle Stimmung sorgen. Ich schließe mich da selbstverständlich ein.

Leider lesen hier aus der Masse viele zu wenige mit, um da etwas Neues realisieren zu können.
 
Hoffe es wurde noch nicht gepostet. Das schreibt die Kreiszeitung:

Zitat von Kreiszeitung:
Vielleicht lag’s auch an der Totengräberstimmung in der Ostkurve. Die Fans, die dort und damit auch im Stadion normalerweise den Ton angeben, waren in den Streik getreten. Ein Spruchband mit dem Aufdruck „Soziale Verantwortung auch bei Ticketpreisen?“ deutete die Problematik an. Und vor dem Stadion hatte ein Banner darauf hingewiesen, dass den Fans das Geld für die sonst übliche Kurven-Choreographie fehlt.
Die 2 000 lautstarken Tottenham-Fans mussten sich wie bei einem Heimspiel vorgekommen sein.


Die Meinung der Engläder sieht nicht viel anders aus: "your support is fucking shit!".
 
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