Wenn man einige Einträge hier liest meint man Mainz hätte uns an die Wand gespielt und der Sieg wäre so glücklich wie beispielsweise Lev. in München.
Dem war aber nicht so und das möchte ich mal mit Fakten untermalen:
Werder hatte mit 19:15 fast 1/4 mehr Torschüsse.
Sie hatten mehr Bellbesitz und eine deutlich höhere Passquote (83:76,5%)
also, angekommene Pässe und auch die Fehlpassquote von Werder war deutlich geringer, als die der Mainzer!
Und das ganze bei schwierigen Bedingungen, wer schon mal Fussball gespielt hat weiß, wie schwierig es ist auf so nassem und tiefen Boden möglichst direkt zu spielen.
Also, so völlig unverdient war der Sieg nun nicht !
Was unser Spiel so gefährlich macht ist m.M.n. das Zweikampfverhalten im Mittelfeld in der Rückwärtsbewegung. Läuferisch ist das alles in Ordnung, heißt, wir sind meist in der Lage die Räume zuzulaufen, dann aber nicht eng genug am Mann. KdB, AH, EE und eigentlich auch ZJ haben ihre Stärken eben eher im Offensivspiel, was uns fehlt ist ein echter 6er, Marke Jones, Rolfes, Gustavo (das sind Beispiele für Spieler auf der Position, und soll nicht heißen, dass sie verpflichtet werden sollen), der noch hinter Juno spielt und wirklich "abräumt" und das Bindeglied zwischen Abwehr und Mittelfeld darstellt, denn genau hier fehlt oftmals jemand, sodass die Räume zwischen 4er-Kette und def. Mittelfeld zu groß sind.
Mainz hat Gestern versucht durch frühes Pressing mit Müller und Szalai die 4er-Kette tief zu drücken und die angesprochenen Abstände zu reißen, Ivanschitz auf der klassischen 10 hatte dann speziell in der 1. HZ oftmals den Raum. Werder hatte Anfangs große Probleme mit diesem agressiven Pressing, hat dann aber die 4er-Kette höher geschoben und Juno hat fast einen klassischen 6er gegen Invanschitz gespielt wodurch Werder das Spielfeld enger gemacht hat und das Spiel besser in den Griff bekam.
Leider schaffen sie es nicht individuelle Fehler abzustellen und ermöglichen dem Gegner dadurch Möglichkeiten (Luki beim Gegentor, Prödls missglückter Rückpass 1. Hz.). Insgesamt sehe ich aber, dass die Mannschaft auf die taktische Ausrichtung des Gegners reagiert, sich darauf einstellt und trotzdem dem Gegner noch ihr Spiel aufdrücken kann und da hat auch der Trainer einen gehörigen Anteil dran !!!
Noch 2 Fussnoten zu Hunt:
Tor 1 war von daher bemerkenswert, weil er ihn mit rechts (seinem schwächeren) macht, und den Ball einen Tick in den Rücken bekommt, technisch brilliant.
Tor 2 war sein erstes direkt verwandeltes Freistoßtor für Werder (ok, vielleicht etwas begünstigt durch die unglückliche Figur, die Wetklo da macht... war wohl nicht ganz unhaltbar ;-))
Ich habe fertig
