:stirn: "Gehts noch? Was issn das für 'ne Ansage? Boa da könnt ich mich grad viel mehr drüber aufregen, als über gestern Abend.
Entschuldigung -- DAS wollte ich mit meiner Srna Kritik hier heute nicht auslösen -- Kroatien ist nicht "erbärmlich" - ganz im Gegenteil! Da liegst du falsch!

Ok - Olic ist auch Kroate, er hat uns den Merte-Ausfall beschert...
Eher ging es mir darum, dass Donetz als Verein keine Identität hat, sondern eine aalglatte, blutleere Designer-Mannschaft (nun mit UEFA Pokal) repräsentiert, die von einem anti-europäischen, Russland-freundlichen Mafia-Oligarchen zusammengekauft wurde. Das pro-westliche Lager der Ukraine, vertreten durch Präsidenten Juschtschenko, der 2004 den dem. Umschwung bewirkt hat, durfte heute in der ukrainischen, pro-russischen Presse von der erfolgreichen "Orangenen Revolution" in Istanbul lesen!
Eine klare Spitze gegen seine Bewegung, die auch zeigt, wie eng Sport und Politik verzahnt sind und auch der Sport ein Instrument der Mobilisierung u. Ideologisierung sein kann. Nichts besonderes, also, wie bei Berlusconi? Doch. In diesem Fall geschieht dies recht schamlos, wie ich meine.
Was das mit Srna zu tun hat? Nun, - gewiss war er auf der sicheren Seite, sich mit seiner Heimat zu identifizieren, als mit der Flagge eines tief-gespaltenen Landes, in deren Mitte auch der Fußball, an dem er teilhat und den er mit seinem erfolgreichen Spiel unterstützt, instrumentalisiert wird. Das Gefühl, hier nicht mit dem Herz dabei zu sein, mag ihn wohl beschlichen haben. Aber vielleicht lege ich auch zuviel Gewicht auf die Geste.
Hiermit sei keinesfalls die Tatsache kritisiert, dass in vielen nationalen Teams, wie eben auch in Donezk, wenig nationale Spieler auflaufen oder evt. Spieler aus Brasilien "gekauft" werden. Das ist Alltag. Eher, dass diese Entwicklung auch eine gewisse Leere hinterlassen kann und nicht immer team-bildend sein muss, weil man sich ab und an gekauft fühlt von einem dubiosen Gönner, der neben der sportlichen auch eine politische Agenda verfolgt.
Die Ironie nun will es, das Achmetov, der Präs. von Donezk, der aktiv gegen den Europa Beitritt seines Landes kämpft und eine enge Russland-Bindung vertritt, obwohl bestens bewandert im Kapitalismus,
nun in Europa-League auflaufen darf!
Als Gegenspieler des Präsidenten der Ukraine, Juschtschenko, ist es genau
dieser Achmetov, der mit seinem Investment in die Mannschaft (500.000.000 Euro angeblich)und den Bau eines neuen Stadions (für die Euro-Bewerbung 2012), die Menschen emotional bindet und sich als Gönner aufspielt und nebenbei profotiert durch seine exzellenten Verbindungen zum russenfreundlichen Janukowytsch und umgekehrt. Auch werden ihm Ambitionen in der Politik nachgesagt...
Dazu passt der Besuch Janukowytsch in der neuen Arena!
http://donbass-arena.com/en/news/?id=9474
Oder das hier:
http://donbass-arena.com/en/news/?id=9476
Nochmal zu Srna. Diese kleine Geste zeigt, jedenfalls für mich, wie seelenlos und korrupt Sport
sein kann und wie Identifikation mit dem Verein dort hauptsächlich über Premienausschüttungen funktioniert. Und wie wenig sich manche Fußballer informieren, woher das Geld auf ihren Konten wirklich stammt. Und für wen sie spielen wollen. Das Wort Moral ist manchmal ausgelutscht wie ein oller Drops und wird häufig von den Falschen im Munde geführt, aber dennoch würde ich mir manchmal etwas mehr davon im Sport wünschen.
Damit will ich nicht gesagt haben, dass ich etwa gegen osteuropäische oder postkommunistische Vereine bin. Auch sind dubiose Mäzene nicht einzig ein Problem des Ostens. Dann hättet ihr mich falsch verstanden! Jedoch was Donezk betrifft, habe ich einen anderen Eindruck gewinnen können. Auch, dass Donezk gestern unverdient gewonnen habe, will ich nicht behaupten -- sie waren eindeutig das bessere Team. Aber gut zu wissen, dass es mit unlauteren Mitteln erlangt wurde.
Bitte entschuldigt meinen langen politischen Exkurs hier im Thread --- aber das wollte ich mal loswerden.