Ich kann nicht nachvollziehen, was hier einige Leute von diesem Spiel gegen RB erwartet haben. O.k., mehr Kampf, mehr Entgegenstemmen - das kann ich noch nachvollziehen. Aber doch nicht wirklich die Chance auf einen Punktgewinn. Das ist in der momentanen Situation schlichtweg unrealistisch.
Diese "Trainer-Raus"-Phrasen wiederholen sich von Woche zu Woche - nur Alternativen werden kaum angeboten - und die Frage nach dem "Was-dann?" bleibt unbeantwortet.
Ich stehe weiterhin auf dem Standpunkt, dass ein Trainerwechsel viel früher hätte erfolgen müssen. Zum jetzigen Zeitpunkt bringt dies nur mehr Unruhe in die Mannschaft (und kostet unnötig Geld). Tore schießen und verteidigen müssen die Spieler - und da habe ich am Samstag nur einen bundesligareifen Spieler gesehen, der sich nun auch noch schwerer verletzt hat.
Die anderen "Kandidaten" scheinen nur noch das Ende der Saison herbeizusehnen; versuchen, sich nicht zu verletzen und einen lukrativen Vertrag bei einem anderen Verein zu erhalten. Die werden sich in keiner Weise zusammen- bzw. den Ups, ich muss meine Wortwahl ändern

aufreißen. Ich gehe fest davon aus, dass fast sämtliche Spieler jegliche Zuversicht, Hoffnung und Perspektive, den Turn-around noch zu schaffen, verloren haben - und sich von Spieltag zu Spieltag nur noch über das Feld schleppen werden und sich mal mehr oder weniger "abschlachten" lassen. ("Bitte lass' es endlich vorbei sein").
Und das hat nichts mit "Söldner-Truppe" zu tun, denn welche Mannschaft ist das heutzutage nicht? Profi-Sport ist ein Geschäft, in dem es, zumindest im Fußball, um sehr, sehr viel Geld geht. Und keine Mannschaft (nein, auch Freiburg nicht) kann in der BuLi ohne zugekaufte Spieler bestehen. Die Zeiten, in denen die Spieler aus der eigenen Jugend kommen, sich mit dem Verein und der jeweiligen Stadt und deren Fans identifizieren und später erfolgreiche Profis in der ersten Mannschaft werden, sind doch seit Jahrzehnten vorbei.
Das Management wird weiterhin ruhig bleiben, nicht in Hektik verfallen und bis zuletzt an "die Wende" glauben und darauf hoffen. Ansonsten geht man ganz nüchtern und sachlich mit Herrn Kohfeldt in die 2. Liga, versucht möglicherweise den einen oder anderen Spieler zu halten und hofft, mit ein wenig mehr Glück (weniger Verletzte, bessere Transfers), wieder aufzusteigen. Weder Trainer noch Manager werden den Ast, auf dem sie sitzen und (noch) gut verdienen, zum jetzigen Zeitpunkt absägen. Man nimmt mit, was man (noch) bekommen kann.
Profi-Fußball ist ein Geschäft. Leidenschaft ist da eher bei den Fans zu verorten als bei den Spielern.