Für nen Freund im Ausland sollte ich ne Spielzusammenfassung schreiben.
Vielleicht wollt ihr ja auch wissen, wie ich die gestrigen 130Minuten gesehen habe:
Die großen Epen unserer Zeit haben 3 Teile.
Star Wars, Der Pate, Matrix oder Der Herr der Ringe.
So nun auch Werder-Hamburg. DFB, Buli, UEFA.
1. Akt.
Werder gestern ganz in schwarz - trauern sollten aber andere. Aber ich greife vor. Schwarz macht schlank, Merte und Naldo sahen im Abwehrzentrum also schlacksiger aus als gewohnt, Fritz und Bönisch auf den Außenverteidigern dafür mit schlanker Leistung.
Das Mittelfeld gewohnt rautisch mit Baumi, Lutscher, Özil und Diego. Vorne nur mit einer Spitze Pizzaro und Azubi Almeida, der sich wohl alles mal aus der Nähe anschauen sollte.
Der HSV hingegen mit 3 defensiven im Mittelfeld und drei offensiven im Sturm. Die Angst war berechtigt, Bremen mit hervorragendem Start. Gute Chancen zu Beginn, Almeida versuchte den Ball allein durch die Kraft der Gedanken im Gehäuse von Frank Rost unerzubringen. Nicht geklappt, nächstes mal doch nen Schritt oder zwei mehr machen.
Wiese sah wieder klasse aus. Sommerlich kohlrabenschwarz gebrannt thematisch perfekt der Hölle im Volkspark-AOL-Nordbank-Stadion angepasst.
Mein Start ins Halbfinale ebenfalls geglückt. Nach 11 Minuten war das Beck's (man ist ja Patriot) heruntergezogen. 4,9% - leichter Aufgalopp in grüner Flasche. Was will man mehr.
Anlass zum Sturztrunk war das 1:0 durch Per per Spitze. Nach Diego-Freistoß an die Latte, der Rost aussehen ließ wie ein Pfosten, drückt ihn Merte in unnachahmlicher Weise und 215cm Bein in die Kiste.
Griff in selbige: 2. Bier aufgemacht.
Die erste Halbzeit war Bremen dominat. Obs am lack- und lederfarbenen Dress lag?
Ging dann folgerichtig verdient mit 0:1 in die verdiente Pause. Beim andern Spiel führte ich 2:0 gegen die Beck's Brauerei.
Eine höhere Führung muss sich wohl die Tonregie des ZDF herausgetrunken haben. Alle Mikrofone auf den Bremer Block, klingt als hätten wir ein Heimspiel. Hundegebell war auch zu hören - Stimmung wie beim Verbandspokalspiel. Nostalgie.
Experte in der Halbzeit war Olli Kahn. Vielleicht die Lösung des Gebell-Rätsels.
Kahn hat Mitleid mit Frank Rost. Diego-Freistoß war schwer zu halten. Eine gefühlvoll getretene Rakete aus 144m von Naldo anscheinend ebenso. Aha.
2. Halbzeit und es galt noch einen draufzusetzen.
Also ein Rothaus aufgemacht. Das hat 5,1%.
Der HSV jetzt gefährlicher. Lag wohl weniger an der Einwechslung von Trochowski, als vielmehr an der Auswechslung von Guerrero. Der muss von Lübeck bis Braunschweig allen Bullen die Hoden abgebissen haben, so auf Testosteron war der. Eine gewisse Art von Gefahr hat er also doch auch versprüht.
Werder aber weiter im Vorwärtsgang ohne Vorwärtsdrang.
Wie es kommen musste, so kams - Olic liegt günstig im Strafraum und fälscht den Ball für Baywatch-Wiese unhaltbar zum 1:1 ins Tor.
Die hässliche Fratze Hamburger Jubels lachte mir ins Gesicht. Meine Antwort folgte prompt und konsequent: Ramazotti. 30%.
Der Rest der 90 Minuten war zolibatös: an Höhepunkten arm.
In der Nachspielzeit ging der Vorhang auf für David Karatolim, der Özil mit einem freundlichen Check in die Alster schickte. Der Schiri war davon ebenfalls angetan und verteilte eine rote Karte. Kalt gelassen hat diese Vorstellung also keinen.
Verlängerung. Immer gern genommen, so bekommen die Leute die GEZ bezahlen auch was für ihr Geld.
Rosenberg noch mit einigen Rettungstaten für den HSV in deren Strafraum. Schade, hätte man auch aufs Tor schießen können.
Frische Spieler einwechseln wäre eine Option gewesen. Doch wen? Auf der Bank nur der bellende Hund.
Tim Wiese verlor zusehends an Gesichtsfarbe - ein herbstliches Ocker nun - Thomas Schaaf zunehmends unruhiger. Sein maskuliner Bart sprieste.
Ein paar Chancen noch hie und da und wir hatten den Salat: Elfersalat (wie sich rausstellen sollte mit Wiesedressing)
Unsere Schützen erwiesen sich als richtige Witzbolde. Pizarro Innenpfosten rein. (der Ball, nicht er). Frings Latte, Linie, Latte, drin.
Die größeren Lacher aber auf Seiten des HSV 3 von 4 Schützen scheitern an der Selbstbräunungswand in unserem Tor. Das Showbuiz ist brutal.
So durfte sich also Tim der (schwarze) Panther Wiese feiern.
Mit ihm der Rest vom Schützenfest. Die Nicht-Schützen des HSV dürfen nächste Woche noch einmal um ihre Versetzung kämpfen.
Tolles Ding.
Und nur der Aufgalopp.
Es bleibt spannend