Das Mittelfeld katastrophal. Spielaufbau, außer Diego - nicht vorhanden! Frings seit seiner Verletzung nicht mal annähernd am alten, hohen Niveau. Jensen ein Mitläufer. Und vorne konnte man nichts erwarten, wenn keine Bälle kommen.
Ich bin bedient. Sehe aber dem Ganzen ein wenig gelassener entgegen!
Deine Einschätzung der Mannschaftsteile kann ich gut nachvollziehen, die Gelassenheit aber nicht.
Klar, wir schreiben erst den 3. Spieltag, zu diesem Zeitpunkt muss man eigentlich nicht den Teufel an die Wand malen.
ABER - rückblickend auf die letzte Saison muss man nach den ersten Pflichtspielen in der neuen Saison doch sagen, dass sich anscheinend nichts an unseren Problemkindern verändert hat. Die Abwehr rennt von einer Verlegenheit in die nächste (zur Zeit 2 Gegentore pro Spiel, sollte man lieber nicht hochrechnen), unserem Mittelfeld fehlt die Kreativität und Flexibilität, die Einstellung scheint nicht zu stimmen. Dazu sind wir leicht auszurechnen, die Gegner wissen sich auf uns einzustellen - gerade auch Mannschaften, die traditionell in den unteren Regionen der Tabelle angesiedelt sind.
Hier muss man sich doch wirklich fragen, wo der Hund begraben liegt. Und nein, man muss nicht gleich das komplette System, den Manager oder den Trainer vollkommen in Frage stellen, aber Kritik muss nun auch erlaubt sein. KA und TS haben uns dahin gebracht, wo wir jetzt stehen, aber wir stagnieren seit ca. 1 1/2 Jahren in unserer Entwicklung, wenn auch auf hohem Niveau. Auch wenn wir uns nach einem hohen Kantersieg wieder in den Armen liegen und ins Forum Dinge schreiben werden wie "Das ist unser Werder, so spielen nur wir...", muss man auch einsehen, dass "unser" Werder mittlerweile auch eine Mannschaft mit einem großen Defizit im Defensivbereich und in der taktischen Flexibilität/Ausrichtung ist. Das rächt sich oftmals in der Liga, international sind wir kein ernstzunehmender Gegner.
So wie wöchentlich die Entwicklung von Spielern hier im Forum kritisiert oder gelobt wird, muss man dieses m.M.n. auch langsam mit Trainer und Manager (Stichwort - Transferpolitik, gerade in der Defensive) machen. Ein guter Beleg hierfür ist doch die Tatsache, dass es nun seit über einem Jahr hier im Forum immer wieder Diskussionen über Abwehr und taktische Einstellung gibt. Auch wenn nach Siegen schnell der Mantel des Schweigens über diese Diskussionen gelegt wird, landen wir in Phasen wie diesen immer wieder an diesem Punkt.
Hier würde ich mir wünschen, dass sich von Vereinsseite auch was tut, dass einfach ein klares Signal gesetzt bzw. reagiert wird. Der HSV hat dies gleich durch überaus gute Transfers getan. Gerade ein Mann wie Jansen wäre für uns Gold wert, ein Transfer wäre auch für uns zu stemmen gewesen. Seit Monaten hört man Phrasen wie "...müssen einfach mal Hinten cleverer spielen..." oder "...wir werden sicherlich an der Defensiveinstellung weiter arbeiten müssen...", aber getan hat sich herzlich wenig.
Wir sind gerade an einem Punkt in der Liga, an dem 5-6 Mannschaften versuchen - oftmals nach Bremer Modell - sich oben zu etablieren. Der Konkurrenzkampf an der Spitze ist groß wie nie. Viele der Mannschaften, die gerne nach oben möchten (Wob, Lev, BVB, HSV, Hertha, Hoffenheim, Stuttgart) oder schon oben stehen (FCB, Schalke) haben wirtschaftlich einfach mehr Möglichkeiten, hier sollten wir eigentlich unseren (sportlichen) Vorsprung aus der Entwicklung der letzten Jahre nutzen bzw. ausbauen. Stattdessen stagnieren wir, oder verschlechtern und sogar.
Ich hoffe ehrlich, dass spätestens nach diesem Spiel endlich eine Veränderung eintritt, dass man von dahingesagten Parolen loskommt und endlich reagiert, gerade in der Abwehr. Transfers wird es wohl keine mehr geben, also muss sich im Training was tun. Ich bin es auf jeden Fall leid, mir Spiel für Spiel anzugucken, wie auf gleiche Art und Weise die Punkte einfach nur verdaddelt werden. Andernfalls - befürchte ich - finden wir uns vielleicht bald schon da wieder, wo wir mal hergekommen sind...