Laut Klaus Allofs sollen einige Spieler zwischendurch geäussert haben, sie hätten das Gefühl Blei in den Füßen zu haben! Genauso sah es für mich auch aus.
Kein vernünftiger Spielzug, keine gelungene Ballstafette, Fehlpässe ohne Ende, selbst Einwürfe kommen kaum an und von den Standartsituationen möchte man am liebsten ganz schweigen.
Einzig, es wird endlich von den meisten Spielern der Kampf angenommen!
Was mich an der ganzen Situation bei Werder verwundert, ist der Umstand, dass man von den meisten Spielern anderes gewohnt ist. Im großen und ganzen fehlt ja im Grunde lediglich Özil als Kreativstation.
Doch warum bekommt man ohne ihn keine Kombinationen hin, das gepflegte Kurzpassspiel findet gar nicht statt und statt dessen wird der Ball einigermaßen in Richtung Sturm gedroschen und jeglicher Spielaufbau im Keim erstickt.
Kaum ein Spieler traut sich noch ein Dribbling anzusetzen, weil der schnelle Ballverlust droht. Da reibt man sich die Augen und fragt sich, wo deren fußballerisches Können als Profis geblieben ist.
Und hier ist ganz klar zu erkennen, trotz allem Kampf findet etwas in den Köpfen, in der Psyche der Spieler statt, was mit nichts im Augenblick zu erklären ist, außer der Umstand, dass die Spieler eben dadurch ihre Leichtigkeit im Abstiegskampf nicht finden können. Bis auf die neuen im Team haben wir alle Spieler schon völlig anders spielen sehen.
Es stehen weder Thomas Schaaf, noch Klaus Allofs auf dem Platz, sondern einzig und allein die Spieler. Wie sollen beide darauf reagieren, wenn die Spieler sich dahingehend offenbaren, müde zu sein und das kurz nachdem sie aus der Winterpause zurück sind, die für die Werderspieler am längsten ging?
Werder hat in den zurückliegenden Saisons unter den Bulimannschaften mit die größte Belastung gehabt. Die Verletztensituation hat auch schon in zurückliegenden Spielzeiten oft brisante Ausmaße gehabt, die man allerdings besser weggesteckt hat, weil das Drumherum noch ein anderes war. Man war ständig unter Dampf und in mehreren Wettbewerben lange präsent. Die Spieler kamen fast gar nicht dazu, sich auch mal selber zu reflektieren, mal zur Besinnung zu kommen und zum anderen gab es reichlich Spieler die in Diversen Nationalmannschaften unterwegs waren und dort während der Sommerpausen Meisterschaften ausfochten.
Wenn man dann lange an einem Mannschaftsgerüst festhält, dass ständig im Höchstmaß gefordert ist, kommt dann eben der Absturz, sobald es nicht mehr dauerhafter läuft, bzw. mal länger Erfolge ausbleiben, mit denen man eben auch mal kleinere Unzulänglichkeiten übertünchen kann.
An den Punkt ist die Mannschaft gerade und kein Trainer der Welt vermag müden Spielern von heute auf morgen in solcher Situation zur nötigen Frische zu verhelfen. Da gibt es die Möglichkeit, sich grundsätzlich vor die Mannschaft zu stellen, mit Floskeln gegenüber der Öffentlichkeit zu arbeiten oder den Spielbetrieb einstellen.
Für neue Spieler ist es besonders schwer in einer solchen Mannschaft sich zu integrieren. Wenn es sich dabei auch noch um jüngere Spieler handelt, werde sie da wohl kaum etwas zu reissen im Stande sein.
Das einzige was für die Fans gelten muss, der Mannschaft in solch einer Situation das zurückgeben, was sie in tollen Spielen für uns Fans gebracht haben.
Es nützen weder Kritik an der Mannschaftsleitung, noch das Niedermachen einzelner Spieler, die damit sicherlich nicht zu dem Selbstvertrauen zurückkommen, dass nötig ist, um dass Gefühl des Bleis aus den Füßen zu bekommen.
Im übrigen erzählen Spieler ihre Gefühle der Mannschaftsleitung eher dann nicht, wenn die Mannschaft kein Vertrauen in die sportliche Leitung haben. Da ich nicht daran glaube, dass dieses Vertrauen entzweit ist, denke ich, die fürsprachen aus der Mannschaft pro Schaaf und Allofs sind glaubwürdig.
Die gesamte Fangemeinschaft täte gut daran, dass sie sich darauf beschränkt, die Mannschaft mit ihrer Unterstützung zu pushen und nicht zu sehr Kritik zu üben. Durch letzteres verschwindet das Blei aus den Füßen der Spieler sicherlich nicht.