Frankreich ist für mich sowieso ein Phänomen. Die Leute dort scheinen abgesehen von Fußball und Leichtathletik die reinsten Sportmuffel zu sein. Im Handball gehören sie zu den Top 5 Nationen überhaupt neben Deutschland, Spanien, Kroatien und Schweden. Wahrgenommen werden die Leistungen aber gar nicht. Da konnten frisch gebackene Handballweltmeister über die Straße gehen, ohne erkannt zu werden. In Deutschland wäre das 2007 undenkbar gewesen.
Ohne Geld funktioniert Spitzensport heute nicht mehr. Das heißt aber nicht, dass Geld ein Allheilmittel ist. Finnland ist da ein gutes Beispiel, dass es ohne Geld nicht gehen kann. Der nordische Skisport ist da zwar nicht Sportart Nr.1, aber das ist er auch nur in Norwegen und was den Langlauf angeht, vielleicht noch in Schweden. Aber er ist durchaus populär, sicherlich auf einem Niveau wie in Deutschland. Trainer hat man zur Verfügung und mit Lahti, Kuopio und Kuusamo drei hervorragende Schanzenanlagen, die allesamt ganzjährig besprungen werden können und über diverse Schanzengrößen verfügen, so dass dort sowohl Nachwuchs- als auch Profitraining möglich ist. Dazu gibt es diverse kleinere Anlagen, so dass die Infrastruktur als ideal gelten darf. Über Loipen braucht man gar nicht erst zu reden, gerade der Raum Kuusamo ist schon vergleichsweise früh im Jahr schneesicher. Das Interesse ist auf jeden Fall gegeben, Finnen gelten allgemein als Sportverrückt und so stört es nicht, dass die vorderen Plätze der Beliebtheitsskala mit Eishockey und Rallye belegt sind. Woran es fehlt ist das Geld. Training kostet sein Geld, sowohl Personal- als auch Materialkosten sind nicht zu unterschätzen, aber Sponsorengelder bleiben derzeit einfach aus und so kann einfach nicht vernünftig gearbeitet werden.
Das Gegenbeispiel ist Russland. Es werden Unsummen in den Sport gepumpt, auch in das Skispringen, aber alles bleibt irgendwo in der Verwaltung hängen, oder wird in unerfahrene Trainer investiert, die stolz sind, wenn sie das Wort Skispringen buchstabieren können. Es werden Schanzen gebaut, die nie fertiggestellt werden, oder so abgelegen sind, dass die FIS dort nie einen Weltcup veranstalten wird.
Beide Beispiele zeigen: Ohne Geld geht es nicht, aber ein dickes Portemonnaie ist noch kein Erfolgsgarant.