Zum Wechsel Mielitz-Wolf:
Wenn Dutt meint, dass er sich mehr verspricht von Wolf, dann ist das ok so. Dutt ist der Trainer, damit der Verantwortliche und wenn er die Entscheidung so trifft, dann ist das auch zu akzeptieren. Er wird sich etwas dabei gedacht haben und ich bin auch sehr gespannt, wie Wolf sich zeigt.
Ich habe mehrfach davon gelesen, dass es der falsche Zeitpunkt wäre. Was wäre denn ein richtiger Zeitpunkt gewesen? - Torwartwechsel sind immer delikat, egal wann. Trotzdem gilt auch hier das Leistungsprinzip, alles andere wäre unfair gegenüber den anderen Keepern. Sicher, Mielitz hatte vor dem Mainz-Spiel klare Aufwärtstendenzen, aber wenn sich RD von Wolf mehr verspricht, dann ist das halt so und kommt im Normalfall als rein sportliche Entscheidung daher. So was gibt es auf anderen Positionen auch, z.B. Ekici durfte ein Lied davon singen können.
So weit, so gut, nur warum wird dieses nicht als rein sportliche Entscheidung verkündet? - Ein Aussage, dass man aktuell sich von Wolf mehr verspricht, Mielitz gut trainieren soll und man im Winter neu bewertet und alles wäre völlig ok gewesen. Abhaken und gut, für solche Entscheidungen sind Trainer ja da.
Man macht es nur leider nicht so und verweist stattdessen auf mögliche, derzeitige Mentalschwächen von Mielitz. Man möchte ihn schützen und Zeit zur Selbstreflexion geben, da man nicht weiß, wie es in ihm aussieht. Heißt aber auch nichts anderes als, man hält es für möglich bzw. wahrscheinlich, dass er mental angegriffen ist und sieht Schutz und Zeit zur Selbstreflexion als NOTWENDIG an. Mit diesen Aussagen hat Mielitz sein Label weg: Mental schwächelnd, hält dem Druck (aktuell) nicht ausreichend stand. Und hiermit ist die Person und vor allem der Spieler Mielitz in der Öffentlichkeit schwer beschädigt. Und das völlig ohne Not nur durch die Form der Darstellung!
An Mielitz Stelle würde ich mich wirklich bedanken bei Dutt. Mit der Maßnahme des Wechsels muss Mielitz leben, über die Art der Außendarstellung wäre ich stinksauer. Sagt man normal nicht, was in der Kabine oder auf dem Trainingsplatz besprochen wird, das geht nicht an die Presse oder Öffentlichkeit? - Warum bricht Dutt mit diesem Prinzip? - Mielitz führt Gespräche mit Dutt und der erklärt der Presse, dass er nicht weiß, wie es in Mielitz aussieht und ob dieser dem Druck gewachsen ist? - Na, schönen Dank mein Trainer! - Dir werde ich in der Zukunft sicher nochmal mitteilen, wie es mir geht.
Für Mielitz ist die Nummer nun ganz übel. Selbst wenn Wolf floppt und er gegen Braunschweig wieder im Tor steht. Beim nächsten Wackler plus traurigem Blick kommt das Thema Mentalschwäche wieder auf den Tisch. Aus dieser Schublade kommt er so schnell nicht mehr raus. Dutt möchte Mielitz schützen. Ich denke, es ist eher das Gegenteil, was er erreicht.
Für Werder ist das ein Problem. Man hat sich nur durch die Außendarstellung und nicht durch den Wechsel selbst eine große Baustelle geschaffen. Eine richtig große Baustelle für den Fall das Wolf floppt, sich verletzt oder gesperrt wird. TE hat gesagt, es geht nicht um den Spieler, sondern um Werder. Das ist richtig und ich befürchte, dass Werder diese Form der öffentlichen Darstellung möglicherweise noch bitter bereut.
Ich habe hier im Forum gestern einen Kommentar gelesen, wo es hieß, Dutt hatte aus der Demontage Ballacks zu seinen Leverkusener Zeiten gelernt. Wenn ich mir den Fall Mielitz so anschaue, bin ich mir da nicht so sicher. Er hinterlässt auch hier unnötig verbrannte Erde. Welche anderen Vereine verkünden eigentlich die mentalen Zustände einzelner Spiele an die Presse? - Mir fällt da so schnell keiner ein.